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Fleischskandal in Coburg?

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Coburg - Ein Fleischskandal deutet sich dem Bayerischen Rundfunk zufolge in Coburg an: Dort soll Gammelfleisch illegal zu Verzehrfleisch "veredelt" worden sein.

Im möglichen Fleischskandal um einen Coburger Schlachthof will sich nun die Staatsanwaltschaft einschalten. „Wir werden Ermittlungen aufnehmen“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Anton Lohneis am Freitag. Weitere Details nannte er noch nicht, die Anklagebehörde und die Kripo müssten sich erst einen Überblick verschaffen: „Wir brauchen feste Fakten.“ Der Bayerische Rundfunk hatte am Donnerstagabend berichtet, im städtischen Schlachthof werde systematisch ungenießbares Fleisch illegal umdeklariert und unter der Hand an Metzger und Wirte verkauft.

Der BR beruft sich auf Schilderungen eines ehemaligen und eines aktuellen Mitarbeiters sowie auf heimlich gedrehte Filmaufnahmen. Demnach seien beispielsweise Einblutungen, Eiter oder Abszesse aus dem Fleisch herausgeschnitten worden, das nachts dann abtransportiert und beispielsweise zu Wurst verarbeitet worden sei.

"Wir wollen, dass das lückenlos aufgeklärt wird"

Der Schlachthof gehört der Stadt Coburg, die für das Schlachten der Tiere verantwortlich ist. Die restlichen Aufgaben wie Zerlegung und Kühlung übernehmen Privatfirmen, wie Stadtsprecher Michael Selzer erläuterte. „Wir wollen, dass das lückenlos aufgeklärt wird“, kommentierte Selzer die Vorwürfe. Die Stadt habe bislang keine Anhaltspunkte für kriminelle Machenschaften im Schlachthof gehabt. „Wir wissen schlichtweg nicht, was dahintersteckt.“ Die Regierung von Oberfranken und die Staatsanwaltschaft würden nun weitere Prüfungen vornehmen. „Das sind die zuständigen Behörden.“

Ende 2012 war nach Worten Selzers ein anonymer Hinweis bei der Regierung eingegangen. Bei einer nicht angekündigten Kontrolle hätten sich jedoch keine Hinweise auf illegale Aktivitäten gegeben.

Bewahrheiten sich die Vorwürfe, dann könnte seit Jahren eine noch unabsehbare Menge von sogenanntem Gammelfleisch in Umlauf gekommen sein. Das Fleisch war nach BR-Angaben zuvor von amtlichen Veterinären aussortiert worden - weil es als nicht zum Verzehr durch Menschen geeignet gewesen sei.

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa (Symbolbild)

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