Kai Müller-Eberstein sieht Verbesserungen bei der Meridian

BOB: "Pünktlichkeitswerte sind sehr gut"

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BOB-Geschäftsführer Kai Müller-Eberstein sieht große Verbesserungen bei der Meridian.
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Landkreis - BOB-Geschäftsführer Kai Müller-Eberstein sieht Verbesserungen bei der Meridian. Viele Pendler sehnen sich indes nach einer Alternative. Die Rechtslage gestaltet sich schwierig.

Die neuen Meridian-Züge kommen immer besser in Fahrt. Bis auf vereinzelte Verspätungen komme es laut dem Betreiber zu keinen größeren Problemen mehr. Die gesamte letzte Betriebswoche verlief gut, erklärte Kai Müller-Eberstein, Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn im Interview mit Radio Charivari. Auch die Pünktlichkeitswerte seien sehr gut.

Das Tal nach Betriebsstart habe man durchschritten, schätzt Müller-Eberstein die Lage ein. Das von Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann gestellte Ultimatum bis März weiß er noch nicht einzuschätzen. Man werde das Gespräch mit dem Minister suchen, um herauszufinden, wo Herrmann noch Verbesserungsbedarf sieht. Herrmann war am Wochenende selbst mit den Meridian-Zügen unterwegs. Er werde im März eine Zwischenbilanz ziehen.

Viele Fahrgäste der Meridian sind derweil auf der Suche nach einer Alternative, wie zum Beispiel Fernbusse.

Alternative zur Bahn gesetzeswidrig?

Nach anfänglichem Interesse rudert ein Fernbusbetreiber jetzt aber zurück. Nach einer ausgiebigen Prüfung der momentanen Situation sei man zu dem Schluss gekommen, dass die Einrichtung einer Busverbindung zwischen Rosenheim und München nicht ohne weitere Änderung im Personenbeförderungsgesetz möglich wäre. Die Strecke, die der Bus auf der Strecke zurücklegen müsste, betrage zwar mehr als 50 Kilometer, "der „Meridian“ als vom Freistaat Bayern bestelltes Nahverkehrsmittel benötigt aber weniger als eine Stunde für diese Strecke. Daher wäre nach derzeitiger Gesetzeslage eine Fernbusverbindung zwischen Rosenheim und München nicht möglich," so eine Erklärung der Pressesprecherin von "Meinfernbus.de", Marie Luise Gloystein.

Das sagt die Stadt Rosenheim:

Auch die Stadt Rosenheim, genauer gesagt die Rosenheimer Verkehrsgesellschaft, habe laut Pressesprecher Christian Schwalm "keinen Handlungsspielraum, um den Pendlern eine Alternative zur Bahn anzubieten." Eine Fernbuslinie müsste von der Regierung von Oberbayern versagt werden, da die Fahrzeit auf der Schiene von Rosenheim nach München lediglich 45 Minuten in Anspruch nehme. Weiter heißt es: "Eine "normale" Linienverkehrsgenehmigung nach § 42 PBefG zwischen Rosenheim und München, die für alle Pendler auf der Strecke eine Alternative wäre, ist abgesehen von der im Gegensatz zur Bahn sehr viel längeren Reisezeit ebenfalls wegen des bestehenden Angebots der "Bahn" (Parallelbedienungsverbot) nicht genehmigungsfähig."

Alternative Internet: Fahrgemeinschaften bilden

Das MERIDIAN-Chaos: Lesen Sie dazu:

Offener Brief einer Pendlerin

Überfüllte Züge in Grafing

Fernbus: Alternative für Pendler?

Auf verschiedenen Internetseiten werden unterdessen verschiedene Angebote von Privatpersonen angeboten. In Zusammenarbeit mit dem ADAC bietet hier die Seite "Mitfahrgelegenheit.de" eine Vielzahl von möglichen Verbindungen in ganz Deutschland. Für Rosenheim werden dabei durchschnittlich vier bis sieben Fahrer angezeigt. Die Abfahrtzeiten variieren hier jedoch; tägliche Verbindungen, die auch für Pendler in Frage kommen könnten, beschränken sich auf drei mögliche Fahrten. Der Preis beträgt dabei pro Fahrt zwischen fünf und sieben Euro. Vorteil: Hier kann mit den sogenannten TOP-Fahrern, aber selbstverständlich auch mit den anderen Anbietern jederzeit telefonisch abgesprochen werden, wenn ein Zusteigen auf der Strecke gewünscht wird.

Auf der Seite "Fahrgemeinschaft.de" finden sich weiter acht aktuelle, regelmäßige Verbindungen, die zu Pendler-tauglichen Zeiten verkehren. Dabei fahren jedoch nicht alle Fahrer über Rosenheim. Mögliche Abfahrtsorte sind Bad Feilnbach, Bruckmühl, Bad Aibling, Frasdorf, Rohrdorf, Flintsbach, Fischbachau und Bad Endorf. Aber auch hier gilt: Änderungen im Fahrplan können jederzeit im Gespräch mit den Anbietern angepasst werden. Praktisch: Die Seite bietet zum Angebot gleich noch eine App für Android- und iPhone-Telefone an.

Das umfangreichste, aber zeitgleich auch komplizierteste Angebot hat die Seite "MiFaZ.de", die Mitfahrzentrale. Über die Suchfunktion kommt der Nutzer schnell auf eine Vielzahl von Verbindungen, die aber zusätzlich noch einzeln abtelefoniert und angepasst werden müssen.

Eine wirklich verlässliche und dauerhafte Alternative für Pendler können diese Portale also nicht bieten. Die Abfahrten müssen koordiniert werden und auch die Fahrer sind nicht ständig im Einsatz, man bedenke nur einmal Urlaube und Ferien.

Runder Tisch in Rosenheim wegen Meridian-Chaos:

Meridian-Chaos: Runder Tisch in Rosenheim

Betriebsstart des Meridian am Bahnhof in Rosenheim:

MERIDIAN: Die ersten Pendler

sl/Radio Charivari

Quelle: rosenheim24.de

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