Felssturz: Mutter kämpft weiter

Stein an der Traun/Rosenheim – Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen zu dem tragischen Felssturz beendet. Die Mutter eines Opfers will nun das Verfahren neu aufrollen.

„Unsere Mandantin leidet nach wie vor unter dem Verlust ihres Sohnes und ihrer Enkeltochter“ berichtet Rechtsanwalt Wolfgang Müller im Video-Interview. Bei dem Felssturz am 25. Januar 2010 waren ein Familienvater und seine Tochter ums Leben gekommen, die Mutter und der Sohn überlebten schwer verletzt. Nach der Katastrophe begann sofort die Suche nach den Ursachen des Felssturzes. Besonders die Qualität der Felssicherungsarbeiten geriet in den Fokus der Untersuchung.

Vor Kurzem stellte die Staatsanwaltschaft Traunstein ihre Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen den Bauleiter einer Firma ein. Sie sah nur eine geringe Schuld, mit einer Zahlung von 10.000 Euro war die Sache für den Techniker erledigt. Mit diesem Ergebnis gibt sich die Mutter des getöteten Familienvaters nicht zufrieden, im Bauleiter sieht sie ein Bauernopfer: „Unserer Mandantin will erreichen, dass die wahren Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden“, so Müller. Mit ihren Rosenheimer Anwälten legte sie Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft München ein.

Bilder von der Felssturz-Nacht

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Die Anwälte der Kanzlei Michel und Graue stützen sich auf die Verkehrssicherungspflicht der Grundstückseigentümer der Schlossbrauerei Stein. Außerdem sollen zwei ehemalige Geschäftsführer von dem Fels-Risiko gewusst und nichts unternommen haben. Kritische Gutachten des Bayerischen Geologischen Landesamtes seien schon seit den 70er-Jahren auf dem Dachboden der Brauerei verstaubt. Die Schlossbrauerei Stein ist zu diesem Zeitpunkt nicht zu einer Stellungnahme bereit.

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Ziel der Beschwerde ist es, dass gegen die ehemaligen Geschäftsführer Anklage wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung durch Unterlassen erhoben wird. Die Generalstaatsanwaltschaft soll außerdem prüfen, ob nicht auch gegen öffentliche Behörden zu ermitteln ist. In wenigen Tagen wird die ausführliche Begründung der Beschwerde an die Generalstaatsanwaltschaft geschickt. Mit einem Ergebnis ist frühestens in zwei bis drei Monaten zu rechnen.

(Christian Schernthaner/red/dpa)

Quelle: rosenheim24.de

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