Felsdrama: Bisher 152.000 Euro gespendet

Traunreut - Auf einer Pressekonferenz haben die Angehörigen der Opfer der Felskatastrophe von Stein den Spendern und Helfern vor Ort gedankt. Bisher sind 152.000 Euro an Spenden zusammengekommen.

152.000 Euro. Eine stolze Stumme, ein Zeichen großzügiger Spendenbereitschaft. Traunreuts Bürgermeister Franz Parzinger verkündete mit großer Dankbarkeit den aktuellen Spendenzwischenstand für die Opfer der Felskatastrophe von Stein. Zur Pressekonferenz sind zwei Angehörige der vom Schicksal hart getroffenen Familie Baumgartl erschienen. Der Großvater der verstorbenen Sophie, Hermann Schätz, sowie sein Sohn Bernhard, der Bruder der überlebenden Mutter.

Trotz der tragischen Situation wirkten beide erstaunlich gefasst und ruhig. "Wir sind täglich mindestens zweimal auf der Intensivstation bei meiner Tochter und bei meinem Enkel. Bei werden liebevoll betreut, an Beistand im Krankenhaus mangelt es überhaupt nicht", sagte Hermann Schätz. Der Enkel sei schon wieder in einem ganz guten Zustand. Er wolle alles über das Unglück wissen und habe die Katastrophe schon relativ gut verkraftet, erklärte sein Großvater.

"Wir haben ihm ein Bild des zerstörten Hauses gezeigt." Schätz zeigte sich überrascht ob der guten Entwicklung seines Enkels, dagegen sei die Tochter noch in einem kritischeren Zustand. "Sie steht noch stark unter dem Einfluss der Medikamente, sie wird noch Wochen brauchen um sich zu erholen von den schweren Verletzungen", sagte Schätz.

Angehörige bei der Pressekonferenz zum Unglück

Angehörige bei Pressekonferenz zur Katastrophe von Stein 

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Die Angehörigen belasteten daher auch nicht die Überlebende mit Einzelheiten des Unglücks. "Die Katastrophe sei ein großer seelische Schmerz durch den Verlust des Mannes und der Tochter. Gegen 22 Uhr haben Schätz und seine Frau von dem Unglück erfahren. Sie wurden von der Mutter ihres Schwiegersohns benachrichtigt und sind sofort zu dem verschütteten Haus geeilt. "Wir mussten unseren Schwiegersohn und unsere Enkeltochter identifizieren." Zu Tochter und Enkel habe es keinen Kontakt gegeben, denn beide seien nach der Rettung sofort ins Krankenhaus gebracht worden. Die Familie ist gut vor Ort von den Seelsorgern betreut worden, sagte Schätz.

Die Rettungskräfte hätten großartiges geleistet, "unser Dank gilt allen Helfern vor Ort." Positiv überrascht und gerührt sei die Familie von der großen Anteilnahme und den vielen Spenden der Bevölkerung. Auf die vier Spendenkonten können die Bürger noch bis Freitag Geld überweisen, "danach werden die Konten geschlossen und ein anderes Hilfskonto eröffnet", sagte Bürgermeister Franz Parzinger. Die Aktion werde auf jeden Fall fortgesetzt.

Die Familie hat für Dienstag, 02. Februar, eine Trauerfeier am Waldfriedhof in Traunreut organisiert. "Es werden Sophies Freunde vom Gymnasium kommen sowie die Musiker der Band von Peter Baumgartl", sagte Bernhard Schätz. Die Beisetzung werde zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt stattfinden, denn "wir wollen natürlich Ursula und Leon ermöglichen, bei der Beisetzung ihrer Liebsten teilzunehmen."

Die Familie werden keine konkreten Planungen treffen, denn "wie es weitergehen soll in ihrem Leben, entscheiden allein meine Schwester und mein Neffe", erklärte der Bruder. Laut Professor Ketterl, Chefarzt des Klinikums Traunstein, muss Ursula Baumgartl noch längere Zeit stationär behandelt werden. (sf)

Quelle: rosenheim24.de

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