Lärmschutz an der A8 in Bad Feilnbach

"Dieses Verkehrsaufkommen war einfach nicht zu erwarten"

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Bad Feilnbach - Die Anwohner des Bad Feilnbacher Ortsteil Dettendorf leiden schon seit Jahren unter dem Lärm der A8. Das soll sich jetzt endlich ändern. 

Die A8 von Stuttgart über München nach Salzburg ist eine der wichtigsten internationalen Autobahnverbindungen im Süddeutschen Raum und sie verläuft direkt durch den Landkreis Rosenheim und Traunstein bis ins Berchtesgadener Land. Vor allem in den Ferien bekommt man als Anwohner die Autobahn wegen langen Staus und Ausweichverkehr zu spüren. Doch man spürt nicht nur den Verkehr sondern auch den Lärm. Ganz besonders schlimm wird es, wenn sein Heimatort direkt an der Autobahn liegt, wie auch in der Gemeinde Bad Feilnbach. 

Der Ortsteil Dettendorf befindet sich im Abschnitt Autobahnkreuz München-Süd und Autobahndreieck Inntal zwischen den Anschlussstellen Irschenberg und Bad Aibling nördlich der Autobahn. Die Wohnbebauung reicht zum Teil sehr nah an die Autobahn heran bzw. liegt in besonders exponierter Lage.

MdB Daniela Ludwig (CSU) kämpfte mit den Anwohnern

MdB Daniela Ludwig (CSU) setzt sich für mehr Lärmschutz in Dettendorf ein

Um eine Entlastung für die Anwohner zu schaffen, kämpfte MdB Daniela Ludwig zusammen mit den Dettendorfer Bürgern lange für den Lärmschutz. Jetzt ist es endlich so weit: In diesen Tagen startet eine Vorreiterlösung in Sachen Lärmschutz. Die Autobahndirektion Südbayern beginnt mit den vorbereitenden Arbeiten für die zusätzlichen Lärmschutzmaßnahmen an der A8 am Fuße des Irschenbergs. Für die Anwohner bedeutet das weniger Lärmbelästigung und mehr Lebensqualität.

"Die Strecke hier ist sehr alt, hierfür gab es Prognosen. Die Prognosen und die tatsächliche Belastung liegen aber weit auseinander", sagt Ludwig bei einem Ortstermin zum Beginn der Bauarbeiten. Neben einigen Vertretern der Autobahndirektion waren auch Ladrat Wolfgang Betrthaler, Bad Feilnbachs Bürgermeister Hans Hofer und seine zwei Stellvertreter Vitus Gasteiger und Sebastian Obermaier sowie der kürzlich erst neu gewählte Nachfolger von Hofer, Anton Wallner gekommen. "Diese Maßnahme ist mir eine Herzensangelegenheit. Mir war wichtig, dass hier etwas gescheites gemacht wird", so Ludwig weiter.

Nach einigen Hürden geht es jetzt los

Gilbert Peiker, Abteilungsleiter für die Planung und den Bau der Lärmschutzmaßnahme erklärte dass man nun mit der Rodung beginnen könne. Im August 2018 beginnen die Baumaßnahmen für den Abschnitt eins, geplante Fertigstellung ist noch 2018. Die restlichen Bauabschnitte werden 2019 in Angriff genommen. Dazu wird der Verkehr Richtung München ein bisschen in die Mitte verschoben werden müssen, der Standstreifen gesperrt. Die Spur bleibe aber dreispurig. 

Die vorgesehenen Lärmschutzmaßnahmen erstrecken sich über eine Länge von knapp zwei Kilometern. Es sind bis zu sechs Meter hohe Lärmschutzwände bzw. bis zu neun Meter hohe Wall-Wand-Kombinationen geplant. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa sieben Millionen Euro.

"Es freut uns, dass wir einen Beitrag leisten können, die Betroffenheiten zu verringern", sagte Peiker bei dem Ortstermin. Er wies außerdem darauf hin, dass seine Vorgänger nicht falsch prognostiziert hätten sondern dass dieses Verkehrsaufkommen einfach nicht zu erwarten gewesen sei. Gegenüber der früheren Hochrechnungen hat sich das Verkehrsaufkommen bis 1996 mehr als verdoppelt. Prognstiziert wurden 33.000 Kfz, tatsächlich fuhren aber 73.500.

Rodungsarbeiten haben bereits begonnen

Nach einer Klage gegen die Maßnahme, die jedoch zurückgewiesen werden konnte, begannen am Donnerstag die Rodungsarbeiten. Auch Bad Feilnbachs Bürgermeister Hans Hofer zeigt sich begeistert: "Es freut mich, dass ich das noch erleben darf. Die Anwohner haben sich das über lange Jahre verdienen müssen."

Quelle: mangfall24.de

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