Bad Feilnbacherin soll sogar bedroht worden sein

1.000 Euro fürs Türöffnen - Schlüsseldienst zockt Leserin ab

  • schließen

Bad Feilnbach - Eigentlich wollte sie nur pünktlich in die Arbeit kommen, doch das kostet eine Leserin jetzt 1.000 Euro. Sie hatte sich ausgesperrt und einen Schlüsseldienst gerufen.

Man verlässt das Haus, zieht die Türe hinter sich zu und dann schießt es einem durch den Kopf: "Mist, der Schlüssel ist ja noch im Haus." Das ist wahrscheinlich jedem von uns schon einmal passiert. Und wenn man privat keine Panzerknackerfähigkeiten hat, hilft meist nur der Anruf beim Schlüsseldienst. 

Leserin sperrt sich aus Wohnung aus

Genauso ist das auch einer Leserin aus Bad Feilnbach passiert. Vergangenen Mittwochmittag sperrte sie sich auf dem Weg in die Arbeit aus ihrer Wohnung aus. Eine schnelle Suchanfrage auf Google schlug ihr den  Schlüsselnotdienst Tag und Nacht 24h Notdienst von Zakaria T. vor, den sie auch sogleich kontaktierte. Am Telefon habe man ihr zugesagt, in 20 Minuten vor Ort zu sein, gewartet hat sie nach eigener Aussage 1,5 Stunden

"Gekommen sind dann zwei große und sehr unfreundliche Männer, denen ich privat nicht begegnen möchte. Sie sind auch gleich mit schwerem Gerät angerückt. Auf meine Frage hin, was das Türöffnen koste, meinten die Männer, dass sie das noch nicht sagen könnten. Ich habe dann einen noch unausgefüllten Zettel unterschreiben müssen, damit sie überhaupt an der Türe arbeiten dürfen, meinten die Arbeiter, was ich dann tat", erzählte die Leserin im Gespräch mit unserer Redaktion. 

"Wenn du nicht sofort bezahlst passiert was"

"Sie haben dann sofort das Schloss herausgerissen und durch ein neues ersetzt, ohne zu fragen, obwohl die Türe einfach nur zugefallen war. Als sie fertig waren, präsentierten sie mir dann die Rechnung über 1.000 Euro. Als ich dann sagte, dass das zu viel ist, sind sie noch unfreundlicher geworden und haben gesagt wenn ich jetzt nicht sofort bezahle, passiert was." 

Frau bekam Angst und bezahlte

Die Frau habe es dann schließlich mit der Angst zu tun bekommen und mit EC-Karte die geforderten 1.000 Euro bezahlt. Als die Rechnung beglichen war, händigte man ihr den vorher unterschriebenen Blankozettel aus, welcher unserer Redaktion vorliegt, der allerdings im Nachhinein handschriftlich um folgenden Text ergänzt wurde: "Tür ohne Beschädigung geöffnet. Kunde vor getaner Arbeit über Kosten aufgeklärt. Kunde hat alle Kostenpunkte verstanden und akzeptiert. Auf Kundenwunsch Zylinder verbaut."

Anzeige erstattet

Gegen diese besonders dreiste Form der Abzocke und Bedrohung hat die Bad Feilnbacherin Anzeige bei der Polizei erstattet. "Ich habe kein Problem damit, den üblichen Preis für eine Türöffnung zu zahlen, aber 1.000 Euro sind einfach zu viel", sagte die Leserin. Ein Beamter der Polizeiinspektion Bad Aibling erklärte auf Nachfrage unserer Redaktion, dass diese Anzeige dann weiter an die Staatsanwaltschaft gehe, die dann prüfe, ob der Fall strafrechtlich relevant sei.

Das sagt der Betreiber des Schlüsseldienstes

Wir haben bei dem auf der Rechnung angegebenen Betreiber des Schlüsseldienstes, ein gewisser Zakaria T. mit einer Adresse aus Essen und lediglich einer Handynummer angerufen und ihn mit den Vorwürfen der Leserin konfrontiert. Am Telefon bestätigte sich uns gegenüber der sehr unfreundliche Ton der Mitarbeiter, den uns die Leserin schilderte. "Das ist mir eigentlich egal, was die Kundin sagt", äußerte sich der Herr am Telefon in extrem unfreundlichem Ton. "Ich sag dazu gar nix, das soll über den Anwalt laufen, wenn sie nicht zufrieden ist." Dann legte er einfach auf.

Quelle: mangfall24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / Holger Hollem

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser