Bußgeld für angebliche Hilfsbereitschaft 

Ersthelfer im Meridian in Wirklichkeit Schwarzfahrer? 

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Grafing - Dieser Fall schlägt hohe Wellen in ganz Deutschland: Mutmaßliche Ersthelfer aus Grafing sollen für ihre Hilfsbereitschaft bestraft werden. Aus Sicht des Meridian-Sprechers spielte sich der Vorfall ganz anders ab. 

Zuerst berichtete unser Partnerportal merkur.de über den Vorfall, der sich bereits am 22. Juni während einer Fahrt mit dem Meridian vom Münchner Ostbahnhof in Richtung Kufstein abspielte. Danach berichtete auch der Kölner Express, der Berliner Kurier und derwesten.de über die scheinbar ungerechte Strafe. 

Was soll passiert sein? 

Robert P. (42), Liane F. (49) sowie ein Bekannter der beiden stiegen demnach um 16.53 Uhr in den Zug ein. Ihr Ziel: Grafing Bahnhof. 

An diesem sehr heißen Tag, die Temperaturen lagen über 30 Grad, habe Liane F. Kreislaufprobleme bekommen. Die beiden Männer hätten sie stützen müssen. Daraufhin hätten sie die Frau auf einen Sitz in der 1. Klasse gesetzt. Die beiden Männer stellten sich zu ihr. 

Nach wenigen Minuten habe sich ihr Kreislauf wieder stabilisiert - doch zu spät! Der Kontrolleur kam und stellte fest, dass die Ersthelfer und Liane F. nur Bahntickets für die zweite Klasse hatten. 60 Euro pro Person seien damit als Strafe fällig! Unfreundlich und nicht gesprächsbereit sei der Kontrolleur zudem aufgetreten. 

Für Liane F. ein Schlag ins Gesicht! In dem völlig überfüllten Zug sei kein anderer Sitzplatz frei gewesen. Seit 14 Jahren sei sie Pendlerin - und keine Schwarzfahrerin. 

Auch Robert P. fühlt sich ungerecht behandelt: "Ich bin seit fünf Jahren Abo-Kunde der Bayerischen Oberlandbahn. Das ist eine absolute Frechheit", erzählte er dem Münchner Merkur. Nun wolle er sich an die Schlichtungsstelle wenden. 

Zeugen: Keine Kreislaufprobleme erkennbar

Gegenüber rosenheim24.de stellte Meridian-Sprecher Christopher Raabe die Geschichte jedoch ganz anders dar. 

Der Kontrolleur sei schon viele Jahre im Dienst der Bayerischen Oberlandbahn und genieße ein großes Vertrauen. "Er hat sich völlig korrekt verhalten", so Raabe. 

Zwei Zeugen, darunter ein Polizist in Zivil, würden die Aussagen der drei Zugreisenden widerlegen. Demnach habe es weder Anzeichen für Kreislaufprobleme bei der Frau gegeben, noch einen Sitzplatzmangel in der zweiten Klasse. 

"Die Dame ist uns außerdem als wiederholte Schwarzfahrerin bekannt", so Raabe. 

Schlichtungsstelle vermittelt bei Ärger

Wie auch immer dieser Fall ausgeht, ist es für Kunden interessant, wohin man sich wenden kann bei Ärger mit Bahn, Bus, Flugzeug oder Schiff. 

Die unabhängige Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr in Deutschland kümmert sich um Kunden-Anliegen im Streitfall. Sie ist über die Telefonnummer 030 / 64499330 zu erreichen (montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 16 Uhr) sowie über soep-online.de

Quelle: rosenheim24.de

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