Weiterhin veraltete Ersatzzüge

Ersatz für Aiblinger Unglückszüge erst 2018

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Der Zugtyp "Flirt", den der Meridian verwendet, wird eigentlich nicht mehr hergestellt.
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Rosenheim - Die Indienstnahme der die beim Unglück in Bad Aibling zerstörten Meridian-Regionalzüge ersetzenden Garnituren wird erst später als geplant erfolgen.

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Seit dem schrecklichen Zugunglück von Bad Aibling fehlen der Bayerischen Oberlandbahn GmbH (BOB), dem Betreiber des Meridian, zwei Triebwagen. Diese wurden durch Waggons und eine Lok ersetzt, die von der Vulkan-Eifelbahn angemietet wurden. 

Der Ersatz ist jedoch teilweise nicht auf dem aktuellen Stand der Technik. Ein Leser von rosenheim24.de beklagte gegenüber der Redaktion, dass sich bei diesen Waggons beim Halt an Bahnhöfen die Türen in beide Richtungen öffnen lassen. Er sah darin eine Gefahr für die Sicherheit von beispielsweise unaufmerksamen Passagieren.

Türen beim Ersatz nicht auf dem Stand der Technik

"Wir bedauern sehr, dass diese Waggons nicht auf dem aktuellen Stand der Technik sind", erläuterte Christopher Raabe, Pressesprecher der Bayerischen Oberlandbahn GmbH. Deshalb sei es bei diesen Waggons einer älteren Bauart nicht möglich, beim Halt des Zugs nur die Türen auf einer Seite zu öffnen. "Es können immer nur alle Türen geöffnet oder geschlossen werden." Deshalb erfolgten auch vor dem Halt des Zuges extra Ansagen über die korrekte Ausstiegsseite.

"Züge dieser Art sind immer noch in ganz Deutschland im Einsatz und auch vollkommen zulässig", betonte Raabe. Dies bestätigte auf Nachfrage der Redaktion auch das für die Zulassung von Zügen für den Bahnverkehr zuständige Eisenbahn-Bundesamt. "Für ältere Modelle gibt es noch teilweise Ausnahmegenehmigungen."

Rückkehr dauert noch bis 2018

Unterdessen zieht sich die Rückkehr der Meridian-Triebwagen noch hin, erläuterte Raabe. Im Januar hieß es noch, dass die Garnituren Ende 2017 in Dienst gestellt werden könnten. "Das wird leider nicht der Fall sein", so Raabe, "Es wird wohl erst im Verlauf des Jahres 2018 möglich sein." 

Dies habe zwei wesentliche Gründe. Zum einen seien die Triebwagen vom Typ "Flirt" Sonderanfertigungen, die auch so nicht mehr hergestellt würden. Die Herstellerfirma macht extra eine Ausnahme. Der Bau sei aber enorm aufwändig und zeitintensiv. Zum anderen ziehe sich das Zulassungsverfahren länger hin, als gedacht. Der Grund sei unter anderem, dass die Züge nicht nur in Deutschland sondern auch in Österreich Abnahmeverfahren durchlaufen müssten.

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hs

Quelle: mangfall24.de

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