Die Entdecker von Kuh Yvonne

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Von der Koppel aus haben Jonas Gammel (links) und Michael Radlbrunner Kuh Yvonne auf der Wiese beobachten können. So lange die Suche nach dem Tier andauert, verzichten sie allerdings auf ihre Streifzüge durch den Wald. Der Trubel dort ist mittlerweile einfach zu groß.

Zangberg/Atzging - Sie waren mitunter die Ersten, denen Kuh Yvonne aufgefallen ist. Ganz in der Nähe vom Pferdehof der Familie Radlbrunner ist sie jeden Abend aus dem Wald gekommen.

Sohn Michael und seinem Freund Jonas Gammel ist es gelungen, ein Foto von der Kuh zu machen.

Etwas unscharf ist Kuh Yvonne zu erkennen, wie sie im Wald am Zaun entlangläuft.

Einfach nur neugierig sind Michael Radlbrunner (13) und Jonas Gammel (14), als sie am letzten Juli-Wochenende im Wald das Treiben der Tierschützer von Gut Aiderbichl beobachten wollen. Nur wenige Tage zuvor hatte die Suche nach Yvonne im großen Stil begonnen, mit der beschaulichen Ruhe war es somit erst einmal vorbei.

Ohne genaues Ziel marschieren die beiden durch den Wald. Sie kennen das Gebiet, das nicht weit weg liegt vom elterlichen Hof. Sie waren dort schon öfters beim Spielen. Etwa zehn Minuten später kreuzt unerwartet Yvonne ihren Weg. "Sie ist einfach ruhig weitergegangen", erinnern sich die beiden. Die beiden sind ihr gefolgt - Michael Radlbrunner hält die Handykamera griffbereit. Schließlich wollen sie doch ein Foto von ihr machen.

Sie mussten gar nicht laufen, um mit der Kuh Schritt zu halten. Sie sei ruhig geblieben. Erst durch ein Auto an der Straße lässt sie sich aufschrecken, läuft davon und flüchtet mit einem Sprung über den Zaun. Den Tierschützern von Gut Aiderbichl bleibt das natürlich nicht verborgen. Sie machen den Buben Vorwürfe, dass sie mit ihrem Verhalten die Suche behindert und zugleich den Straßenverkehr gefährdet hätten. Für die beiden Buben endet an dieser Stelle der Ausflug in den Wald, die Tierschützer bringen sie nach Hause. Seitdem waren sie auch nicht mehr dort. Der Trubel um die entlaufene Kuh ist ihnen längst zu viel geworden.

Die Kuh, die ein Reh sein wollte

Dass sich um Yvonne ein solcher Rummel entwickelt, das hätten die beiden nicht gedacht. Immerhin streift die Kuh schon länger durch den Wald. Das erste Mal haben sie das Tier etwa vor zwei Monaten gesehen. Damals hatte Yvonne noch keinen Namen, außer ihrem Besitzer kannte sie keiner und ging keinem ab. Jetzt kennt die ganze Republik das Schicksal des Rindviehs, wartet darauf, wann und wie die Suche nach Yvonne endlich erfolgreich ist.

Bei einem Spaziergang hat Gisela Radlbrunner die Kuh das erste Mal gesehen. Ihr Mann dachte noch, dass es ein Reh gewesen sein muss. "Die Kuh war schon am Anfang sehr scheu. Sie ist immer erst in der Dämmerung aus dem Wald rausgekommen", erzählt Gisela Radlbrunner. Tagsüber hat sie das Tier nie zu Gesicht bekommen.

Gelegentlich seien ihr Mann und Sohn Michael etwas früher zum Waldrand, um sie zu beobachten. Doch in solchen Fällen hat sich die Kuh nicht blicken lassen. "Als ob sie am Waldrand abgewartet hätte, ob da jemand ist", sagt Gisela Radlbrunner. Heu und Wasser hätten sie Yvonne hingestellt, angerührt hat sie es nicht. Dass das Rindvieh schlecht genährt sei, diesen Eindruck hatte Gisela Radlbrunner nicht. "Vielleicht hat sie jetzt ein bisschen abgenommen, weil es im Wald nicht mehr ganz so ruhig ist", vermutet Gisela Radlbrunner. Sicher ist sie sich aber nicht, Yvonne hat sich schon länger nicht mehr in der Nähe von ihrem Hof blicken lassen.

Sehr früh hat Gisela Radlbrunner die Polizei über die entlaufene Kuh informiert. Der sind allerdings die Hände gebunden. Auch ein Radioaufruf bringt keinen Erfolg, der Besitzer meldet sich erst später auf einen Zeitungsartikel. Alles Weitere ist längst bekannt.

hi/Neumarkter Anzeiger

Quelle: rosenheim24.de

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