Miete zu teuer

Endgültig: CSU trennt sich von Wildbad Kreuth

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Das Bildungszentrum der Hanns-Seidel-Stiftung in Wildbad Kreuth. Die CSU-Landesgruppe hält hier ihre traditionelle Winterklausur ab.

München/Wildbad Kreuth: Es ist endgültig - die CSU wird künftig nicht mehr in Wildbad Kreuth tagen. Nicht alle in der Partei sind  traurig über den Beschluss.

Die CSU muss nach über 40 Jahren künftig auf ihre Winterklausuren im legendären Wildbad Kreuth verzichten. Das einstige Kurhotel für Europas Hochadel im hinteren Tegernseer Tal ist Eigentum der Wittelsbacher und wurde bislang von der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung gemietet. Doch die frühere bayerische Herrscherfamilie will der Stiftung eine saftige Mieterhöhung aufbrummen, die CSU-Chef Horst Seehofer für nicht tragbar hält.

„Ich kann da einen finanziellen Gap größeren Ausmaßes nicht hinnehmen“, sagte Seehofer am Montag vor Beginn der entscheidenden Vorstandssitzung der Hanns-Seidel-Stiftung in München. Im Januar 2016 wird zum letzten Mal in Kreuth getagt.

„Wir würden mehr in Häuser und Mauern investieren als in die Inhalte“, sagte Stiftungschefin Ursula Männle nach der Sitzung. „Das ist nicht machbar.“ Die zwei Kreuther Klausurtagungen der CSU-Bundestags- und Landtagsabgeordneten liefern der Partei alljährlich im Januar Fernsehbilder aus den verschneiten Bayerischen Alpen.

Wildbad Kreuth hat eine bedeutende politische Geschichte

Bekanntheit und „Mythos“ verdanken die Tagungen dem Kreuther Trennungsbeschluss von 1976, als CSU-Patriarch Franz Josef Strauß der CDU mit der Aufkündigung der Fraktionsgemeinschaft im Bundestag drohte. Zweites großes Kreuther Ereignis war 2007 der Sturz des damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber.

Spöttter in der CSU merken jedoch seit Jahren an, dass sich ansonsten in Kreuth wenig Historisches zuträgt und die Tagungen in aller Regel nicht übermäßig spannend verlaufen. „Das ist meine geringste Sorge, Mythen herzustellen“, sagte Seehofer. Landschaftlich schöne Tagungsorte gibt es nach Meinung des CSU-Chefs im Freistaat auch anderswo: „Wenn Sie Wert legen auf auf Bilder und Umgebung, da mangelt's in Bayern wirklich nicht.“

Neuer Tagungsort noch nicht in Sicht

Unter christsozialen Klausurveteranen wurde der neue Kreuther Trennungsbeschluss mit Fassung aufgenommen. „Was sein muss, muss sein“, sagte der einstige Strauß-Intimus und „Bayernkurier“-Chefredakteur Wilfried Scharnagl. Ohnehin ist das frühere Hotel in die Jahre gekommen, und viele CSU-Abgeordnete klagten hinter vorgehaltener Hand über die spartanische Unterbringung. Wo CSU-Landesgruppe und Landtagsfraktion sich künftig im Winter treffen werden, steht noch nicht fest.

dpa

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