So denken die OVB24-Leser über die neuen Corona-Regeln

Unverständnis über Testpflicht an Schulen - „Darf die ganze Klasse wissen, wer positiv ist und wer nicht?“

Der Freistaat Bayern kämpft weiterhin gegen die hohen Corona-Zahlen. Die Bayerische Staatsregierung passte deshalb am Mittwoch, 7. April, erneut die Corona-Regeln an. Doch nicht jeder zeigt sich von den neuen Maßnahmen begeistert. Dies zeigt auch ein Blick auf die Facebook-Seiten von OVB24. Die Meinungen gehen hier auseinander:

Bayern - Am Mittwochvormittag, den 7. April, hat sich die bayerische Staatsregierung erneut mit dem weiteren Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Pandemie beschäftigt. Vor allem für die Bereiche Schule und Einzelhandel gibt es nun entscheidende Änderungen.

Ab Montag, 12. April, gelten in Bayern neue Corona-Regeln

Nur wenige Tage vor dem nächsten Bund-Länder-Gipfel verkündete Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, wie die Maßnahmen nun angepasst werden. Etwaige Lockerungen wurden um zwei Wochen zurückgestellt und Schüler und Lehrer müssen sich nach den Osterferien zweimal wöchentlich auf Corona testen lassen, wenn sie am Präsenzunterricht teilnehmen wollen.

Auch für den Einzelhandel wird sich einiges ändern. Die „Sonderstellung“ von Bau- und Gartenmärkten, Buch- und Blumenläden wird abgeschafft. Inzidenzunabhängig dürfen ab Montag, 12. April, nur noch die Geschäfte des täglichen Bedarfs offenbleiben, also zum Beispiel Supermärkte, Drogerien und Apotheken. Die Öffnungen anderer Geschäfte wird an Inzidenzen gekoppelt

Bayern will zudem die Priorisierung bei den Impfungen gegen das Coronavirus lockern. Betriebsärzte sollen Angestellte in zehn großen Betrieben durchimpfen können. Das Projekt soll noch im April beginnen. Alle neuen Regeln, welche ab Montag, 12. April, 0 Uhr, in Kraft treten, findet Ihr hier.

Anm. der Red.: Der Inhalt der Kommentare gibt ausschließlich die Meinung der User wieder und muss nicht den Ansicht(en) der Redaktion widerspiegeln.

Leser-Debatte zu neuen Corona-Regeln in Bayern: Testpflicht an Schulen stößt auf wenig Verständnis

Nicht jeder befürwortet die neuen Maßnahmen gleichermaßen. Auch in den Kommentarspalten der Facebook-Seiten von OVB24 gehen die Meinungen auseinander. So beklagen einige User ganz allgemein die geltenden Regeln. Auf BGLand24.de kommentiert Gabi E.: „Ich hatte heute wieder mal einen Arbeitstag, wo ich in meiner Mittagspause meine Leberkässemmel im Schneegestöber im kalten Auto essen musste und ich bin da bestimmt nicht die Einzige!“

Andere sind besorgt, was eine so regelmäßige Testpflicht für Schüler bedeuten könnte. Franz S. schreibt: „Cool. Ist bestimmt dann ganz toll, wenn ein Schulkind in der Klasse einen positiven Test bekommt. Wird dann bestimmt nicht ausgegrenzt und keines der anderen Kinder deutet mit dem Finger drauf. Ganz zu schweigen von Hypochonder-Eltern, die beim kleinsten Kratzer schon den Notarzt rufen. Kann ja heiter werden.“

Conny G. pflichtet bei: „Wie ist das denn eigentlich mit dem Datenschutz? Ist der auch auf Glatteis gelegt durch unser super Infektionsschutzgesetz? Oder darf die ganze Klasse wissen, wer dann positiv ist und wer nicht?“

„Sollte der Testpflicht dann nicht auch ein Recht auf Bildung für alle Schüler entgegenstehen? Die Nachbarn in Baden-Württemberg machen es vor: Testpflicht ab einer Inzidenz von 100, um eben dann auch den Schulbetrieb in Präsenz sicherzustellen, Eintragungen in Schulen schnell zu erkennen und Infektionsketten zu unterbrechen. Im Übrigen machen Tests vor allem dann Sinn, wenn man sie nicht auf die wenigen Schüler konzentriert, sondern in Behörden, Unternehmen, dem Einzelhandel etc. anwendet, kurz: überall wo Präsenz nötig ist. Es kann nicht sein, dass Kinder und Jugendliche durch die Testpflicht an Schulen strengere Maßnahmen tragen müssen als Erwachsene, nur weil es in Bildungseinrichtungen einfacher zu verordnen ist“, schreibt die Initiative Familien auf dem Facebook-Auftritt von rosenheim24.de.

Corona-Testpflicht an Schulen: „Was ist so schlimm daran, damit für etwas mehr Sicherheit zu sorgen?“

Doch auch positive Stimmen werden laut. „Bei uns werden die Kinder mittlerweile drei Mal pro Woche getestet. Ich hatte am Anfang auch Bedenken, aber es klappt super. Mit den „Nasenbohrtests“ ist das für die Kinder kein Problem (zumindest für die, die wir kennen). Die Kinder dürfen den Test selbst durchführen, es bohrt also kein Fremder in der Nase. Auch in unserer Klasse gab es einen positiven Fall. Es wurde diskret und anonym behandelt. Wir haben nur erfahren, wer es war, weil die Mama es selbst mitgeteilt hat. Das kommt aber wahrscheinlich auch immer auf die Schule bzw. die Klassengemeinschaft an, wie damit umgegangen wird. Aber ich finde, die Hauptsache ist, dass die Kinder wieder in die Schule gehen können“, beteuert Barbara M. aus dem Berchtesgadener Land.

Tanja K. meint zu der Corona-Testpflicht an Schulen: „Ich bin auch dafür. Test für Kinder, aber im Gegenzug fünf Tage die Woche Präsenzunterricht. Das wäre der Deal.“ Viktor K. schreibt kurz und knapp: „Liebe Leute, die Kinder werden an den Tests nicht sterben.“

„Hoffentlich achten alle hier auch immer gut drauf, dass ihre Kinder nie in der Nase bohren, da stecken die Kinder den Finger oft weiter rein, als es für den Test nötig ist. Und jüngere Kinder können ja auch einen Gurgel-/Spucktest machen. Was ist so schlimm daran, mit dem Test für etwas mehr Sicherheit zu sorgen? Der Test ist absolut nicht schlimm. Vielleicht sollten Eltern ihren Kinder das vermitteln und nicht, dass es ach so schrecklich ist, getestet zu werden. Ich will auch, dass alles wieder geöffnet wird, aber wenn alle nur meckern und Corona nur ‚wegdemonstrieren‘ wollen, dann wird das wohl nix“, mutmaßt eine rosenheim24.de-Leserin.

Debatte auf Facebook: „Impfprivilegien“ machen Lesern Sorgen

Auch die möglichen Lockerungen für Geimpfte werden kontrovers diskutiert. „Die ‚Vergünstigungen‘ der Geimpften finde ich nicht gerechtfertigt, denn immerhin kann man Covid trotzdem bekommen, und nach wie vor geht man nur davon aus, dass sie weniger ansteckend sind“, überlegt eine Userin auf Facebook.

Ungeimpfte sind dann Menschen zweiter Klasse. Hat schon einmal einer dran gedacht, dass eine Impfung nur einen selbst schützt und nicht andere? Viele warten auch noch auf einen Impftermin, aber haben eine niedrige Priorität. Wie war des noch gleich mal: Jeder Mensch ist gleich?“, empört sich Mane S.

Einige Nutzer freuen sich währenddessen über die möglichen Öffnungen: „Endlich gibt es Lockerungen. Ich bin so froh, dass endlich gelockert wird und Geschäfte auch über 100 öffnen dürfen. Sollte man wirklich einen Corona-Test brauchen, der negativ ist, dann ist das halt so. Hauptsache, man darf wieder Shoppen“, begeistert sich Joshua R.

Die Meinungen gehen also weit auseinander. Während eine Vielzahl der Nutzer sich gerade über die Testpflicht an Schulen empört, zeigen sich andere verständnisvoll für die Entscheidung. Vor allem sind viele Leser verwirrt und äußern, sich wegen der häufigen Neuregelungen kaum noch auszukennen.

jv/jg

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