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Wasserburg

Der "Einstein des Bieres"

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Altbürgermeister und Heimatvereinsvorsitzender Dr. Martin Geiger bei der Enthüllung der Ehrentafel am Stadtarchiv

Vor 130 Jahren revolutionierte Lorenz Adalbert Enzinger mit der Erfindung des Bierfilters die Braukultur. An seinem 160. Geburtstag ehrte nun der Heimatverein zusammen mit der Stadt Wasserburg "einen der größten Söhne der Stadt" mit einer Gedenktafel.

In der Vergangenheit war der Nutzen Lorenz Adalbert Enzingers Erfindung nur in Fachkreisen der Brauereiwirtschaft bekannt und geschätzt. Witgar Neumaier und seine Kellerfreunde wollten diese ruhmvolle Tat "des Wasserburger Sohnes" aber nicht länger im Verborgenen schlummern lassen. Mit der Initiative, Lorenz Adalbert Enzinger Eingedenk seiner Verdienste nun ein Denkmal zu installieren, stießen sie allenthalben auf offene Ohren.

Im Rahmen eines Festakts enthüllte Altbürgermeister und Vorsitzender des Heimatvereins, Dr. Martin Geiger, am Mittwochabend die Gedenktafel mit eingearbeitetem Bronzerelief des Erfinders nahe des Stadtarchivs in der Kellerstraße. Das von Andreas Kelling, einem der Kellerfreunde, geschaffene Bronzeportrait wurde just an der Stelle in der Kellerstraße platziert, an der sich bis 1994 auch der Eingang des ehemaligen Enzinger-Sommerbierkellers, einer früheren Wasserburger Brauerei, befand.

Eine Rarität war der über hundert Jahre alte, restaurierte Bierfilter beim Festzug. Fotos: tro

Den kirchlichen Segen spendeten die Geistlichen Andreas Reisberg und Dr. Paul Schinagl, umrahmt von den in historischen Gewändern gekleideten Kellerfreunden, den Fassmachern der Schäffler und der Stadtkapelle. Für den Festzug, der anschließend von der Kellerstraße über die Rote Brücke zum Rathaus führte, hatten die Kellerfreunde eigens eine über hundert Jahre alte Bierfiltriermaschine renoviert.

Auf dem Pferdegespann von Robert Hiebl konnten die rund 200 Ehrengäste das edle Stück bewundern. Beim anschließenden Festabend im Rathaussaal dankte Bürgermeister Michael Kölbl den Kellerfreunden, allen voran Witgar Neumaier, für ihr nachhaltiges Engagement in Sachen Wasserburger Bier- und Brauereientradition.

Dr. Lothar Ebbertz, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes, stellte in seiner feinsinnig-humorigen Rede die Bierkultur in den Vordergrund. Der von Enzinger entwickelte Bierfilter sei ein Produkt der Brauereiwirtschaft, im Bemühen um das Reinheitsgebot die Qualität des Bieres stets fortzuentwickeln. Den "Wasserburgern" dankte er, das Bewusstsein in Sachen Bierkultur feststellbar hochzuhalten.

Zahlreiche Hintergrundinformationen über Enzinger und die Eckdaten seines Wasserburger Lebens fasste Kreisheimatpfleger Ferdinand Steffan in seiner Laudatio zusammen. 1849 in Wasserburg geboren machte Enzinger zunächst eine Lehre in der elterlichen Brauerei. Nach Studium und Tätigkeit an der Brauerakademie Worms brach er 1872 dann seine Zelte in der Innstadt ab. 1879 folgte die Erfindung des Bierfilters, der bereits sieben Jahre später tausend Mal verkauft und in Deutschland, Norwegen, Schweden und Amerika patentiert wurde.

Heute erinnern in Wasserburg noch der Enzingerweg und die Nachfahren der Familie, die ihr Stammhaus in der Salzsenderzeile haben, an den Geehrten. "Sein Bierfilter war eine epochale Veränderung der Brauereilandschaft, Enzinger der Einstein der Biere": Über die Bedeutung der Erfindung aus wissenschaftlicher Sicht referierte Dr. Jens Voigt, Lehrbeauftragter der TUM-Weihenstephan. Markant war die Neuerung deshalb, so Voigt, weil man erstmals mit einer Maschine und zahlreichen übereinander angeordneten Papierschichten die Trubstoffe effektiv aus dem Bier filtern, das Nahrungsmittel somit länger haltbar machen konnte.

Auch das Bier, das heutzutage konsumiert wird, wird noch mit der Technik Enzingers behandelt. Bei einem Stehempfang konnten sich die Festgäste im Anschluss von der Qualität des filtrierten Bieres im Foyer des Rathauses überzeugen. tro

Quelle: rosenheim24.de

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