„Einbrecher kommen nur nachts“ – ein Irrtum

Rosenheim - Der Glaube, dass Einbrecher nur nachts kommen, ist weit verbreitet. Doch was passiert, wenn sie tagsüber nicht zuhause sind? Die Polizei gibt Sicherheits-Tipps.

Richtige Sicherungstechnik bietet wirksamen Schutz

Die Tage werden wieder kürzer, es wird früher dunkel. Gerade diese Monate im Herbst und Winter sind für Einbrecher eine bevorzugte Zeit, um in der abendlichen Dämmerung ihr Unwesen zu treiben. Mit richtiger Sicherungstechnik für Haus und Wohnung kann so manche böse Überraschung vermieden werden. Die Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen stehen bei Fragen dazu kostenlos mit Rat und Tat zur Seite.

Bei weitem nicht immer kommen Einbrecher zur tiefsten Nachtzeit. Eine kritische Zeit ist besonders die Dämmerung oder gar am helllichten Tag, wenn sich Bewohner an Arbeitsplatz, Schule, beim Einkaufen oder bei Freizeitbeschäftigungen außerhalb der Wohnung aufhalten. Für den Einbrecher stehen die Chancen gut, auf leere Wohnräume zu treffen. Zudem bietet Dämmerung oder anbrechende Nacht Schutz vor Entdeckung. Das rege gesellschaftliche Treiben auf den Straßen wiederum erleichtert die unauffällige „An- und Abreise“ der Täter. Die Tatzeit für den sogenannten „Dämmerungswohnungseinbruch“ liegt typischerweise zwischen etwa 17 und 21 Uhr.

Auswirkungen oft viel gravierender als "nur" Verlust von Eigentum

Ein Einbruch in den eigenen vier Wänden bedeutet für viele Menschen auch einen Schock. Dabei machen den Betroffenen die Verletzung der Privatsphäre, das beeinträchtigte Sicherheitsgefühl oder auch schwer wiegende psychische Folgen, die nach dem Einbruch auftreten können, häufig mehr zu schaffen als der rein materielle Schaden.

Die wenigsten Einbrecher sind hochspezialisierte Profis

Viele Menschen unterschätzen den Wert ihres Besitzes und denken, ihr Haus oder ihre Wohnung wäre für Einbrecher uninteressant, ganz nach dem Motto „Bei uns ist sowieso nichts zu holen.“ Einbrecher hoffen jedoch immer auf lohnende Beute. Sie nützen günstige Gelegenheiten wie schlecht gesicherte Türen, Fenster oder Terrassentüren rigoros aus. Die polizeiliche Erfahrung zeigt, dass die wenigsten Einbrecher gut ausgerüstete „Profis“ sind. Oft genügt ein Griff in ein gekipptes Fenster oder der schnelle Einsatz eines Schraubendrehers, um in ein Gebäude einzudringen. Bereits durch einfache, aber wirkungsvolle technische Sicherungen lassen sich Täter von ihren Absichten abhalten. Mit jeder weiteren notwendigen Minute „Arbeitszeit“ und höherem Werkzeugaufwand steigt nämlich auch das Entdeckungsrisiko für sie.

Kriminalpolizeiliche Beratung und aufmerksame Nachbarn für ein „Sicheres Heim“

Jede Einbruchs-Vorsorge steht unter ganz individuellen Vorzeichen und keine Wohnsituation ist wie die andere. Die Spezialisten der Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen stehen mit Rat und Tat zur Seite. Sie sind bei jeder Kriminalpolizeidienstelle angegliedert und beraten ganz persönlich, kostenlos und neutral. Dass man sich vor ungebetenen Gästen schützen kann, zeigt die Erfahrung der Polizei. Viele Einbrüche bleiben im Versuch stecken, nicht zuletzt wegen sicherungstechnischer Einrichtungen. Aber auch durch richtiges Verhalten und durch aufmerksame Nachbarn werden Einbrüche verhindert. Wer verdächtige Personen bemerkt oder andere verdächtige Wahrnehmungen in der Nachbarschaft macht, sollte sofort über Notruf 110 die Polizei verständigen. Wichtig hierbei ist eine gute Beschreibung zu Personen, Fahrt-, ggf. Fluchtrichtung und insbesondere verdächtige Fahrzeuge mit Kennzeichen.

Einige Tipps, um Einbrechern „die illegale Tour zu vermasseln“:

-Verschließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit.

-Wechseln Sie bei Abhandenkommen von Haustürschlüsseln umgehend den Schließzylinder aus.

-Ziehen Sie die Zugangstüre beim Verlassen des Gebäudes nicht nur ins Schloss, sondern schließen Sie zusätzlich immer ab.

-Verstecken Sie niemals einen „Reserveschlüssel“ außerhalb der Wohnung. Einbrecher kennen jedes Versteck.

-Vorsicht, gekippte Fenster sind offene Fenster und von Einbrechern leicht zu öffnen.

Weitere umfangreiche Präventionstipps sind im Internet unter www.polizei-beratung.dezu finden.

Die Fachberater der Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen sind zu erreichen bei jeder Kriminalpolizeidienststelle.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Polizeipräsidium Oberbayern Süd

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