Schrecklicher Unfall am Samstag bei Edling

Junge Frau tot: Nicht die erste Tragödie an dieser Stelle

+
Edona B. (20) starb im Juli 2013 an derselben Stelle wie am Samstag die junge Frau aus dem Altlandkreis Wasserburg.
  • schließen

Edling - Am Samstagvormittag starb eine junge Frau bei einem tragischen Unfall. Sie war mit ihrem Auto am Bahnübergang Viehhausen mit einem Zug kollidiert. Es war nicht das erste schwere Unglück an diesem Ort:

Müll-Laster von Zug erfasst

Im September 2010 war ein Lastwagen der Müllabfuhr beim Rückwärts-Rangieren auf die Gleise geraten und von einem herannahenden Zug erfasst worden. Damals ging die Sache vergleichsweise glimpflich aus. Der 60-jährige Müllwagenfahrer war unverletzt geblieben - genau wie der 39-jährige Lokführer des 40 Meter langen Zuges. Der Lokführer hatte noch vergeblich versucht eine Notbremsung einzuleiten. Auch die 13 Fahrgäste des Zuges blieben unverletzt. Der Schaden betrug aber satte 70.000 Euro - 50.000 Euro am Zug und 20.000 Euro am Lkw.

20-Jährige stirbt im Juli 2013

Knapp drei Jahre später endete ein weiterer Unfall an diesem Bahnübergang allerdings mit einer Tragödie. Im Juli 2013 hatte eine damals 20-Jährige aus dem Landkreis Rosenheim genau in dem Moment mit ihrem Hyundai den Bahnübergang überquert, als ein Regionalzug der Südostbayernbahn heranfuhr. Die junge Frau hatte keine Chance. 

Das Auto wurde nach dem Zusammenstoß mit dem Zug 200 Meter mitgeschleift. Edona B. starb damals noch an der Unfallstelle. Die neun Passagiere des Zuges und der Lokführer kamen mit dem Schrecken davon.

Tödlicher Bahnunfall bei Wasserburg

Diskussionen über Schranke entbrannt

Anschließend gab es erstmals Diskussionen, ob eine Schranke an dem gefährlichen Bahnübergang, der nur mit Andreas-Kreuz und Ampel ausgerüstet ist, den tödlichen Unfall hätte verhindern können. Die Südostbayernbahn argumentierte damals mit den hohen Kosten. Da der Bahnübergang in Viehhausen technisch mit den Übergängen in Au und Roßhart verbunden ist, hätten damals dann alle drei Übergänge für 1,5 Millionen Euro gleichzeitig umgerüstet werden müssen.

Ende 2017 konnte man sich in Edling schließlich über ein "vorzeitiges Weihnachtsgeschenk" in Höhe von 140.000 Euro freuen. Genau diese Summe hatte der Freistaat Bayern als Zuschuss für den Bau der Halbschranke in Viehhausen zugesagt. "Die Sicherheit hat immer Vorfahrt. Vor diesem Hintergrund freue ich mich für alle Verkehrsteilnehmer sehr, dass die Gemeinde Edling und der Freistaat Bayern diese Aufgabe gemeinsam angehen", hatte MdL Otto Lederer (CSU) erklärt.

Schwierige und belastende Bergungsarbeiten

Schwerer Zugunfall bei Viehhausen

Trotz aller Bemühungen im Hintergrund konnte die Tragödie am Samstag leider nicht verhindert werden. Die genaue Unfallursache soll nun durch einen Gutachter ermittelt werden. Für die Helfer bedeutete der Einsatz übrigens Schwerstarbeit. Bei tropischen Temperaturen waren sie über drei Stunden gefordert, ehe das Auto mit schwerem Gerät von den Gleisen befördert und der Zug abgeschleppt werden konnte. Mit dem evangelischen Notfallseelsorger Peter Peischl wurde anschließend an der Einsatzstelle noch ein gemeinsames Gebet gesprochen und der Toten, die aus dem Altlandkreis Wasserburg stammt, gedacht.

Tödlicher Unfall auf der Strecke Mühldorf - Rosenheim

mw

Quelle: wasserburg24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT