Prozess vor dem Rosenheimer Jugendschöffengericht

Polizisten bespuckt und verletzt: Freundin von Rotter Doppelmörder verurteilt

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Rosenheim/Rott - Nach dem Doppelmord von Rott im Februar dieses Jahres hat sich jetzt auch die Freundin des Täters vor Gericht verantworten müssen. Vorgeworfen wurde ihr unter anderem Körperverletzung, Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Die Bekanntschaft mit dem 25-jährigen Izzet S., dem mutmaßlichen Doppelmörder von Rott, hatte einer 20-Jährigen offenbar nicht gutgetan. Ihr Drogenkonsum stieg laut OVB während der Beziehung deutlich; außerdem hätten die beiden 1800 Euro aus einer Metzgerei-Kasse entwendet. Doch am Abend des 27. Februar 2017 geriet die 20-Jährige ins Visier der Ermittler. Der Abend der Messerattacke in Rott, bei der zwei Menschen auf brutale Art und Weise ihr Leben verloren. Izzet S. hatte sich wenig später in einer forensischen Klinik in Straubing erhängt.

Beamten beleidigt, bespuckt und verletzt

Die junge Frau wurde nach der Messerattacke vorläufig festgenommen; zu diesem Zeitpunkt war noch unklar, ob die Frau an der Tat beteiligt war. Laut Anklage war sie laut schreiend am Tatort auf einer Treppe sitzend von Polizisten angetroffen worden. Als die Beamten sie aufrichten wollten, schlug sie wild um sich und wehrte sich mit Leibeskräften. Dadurch wurde einer der Beamten verletzt, er erlitt eine Fraktur des Ringfingers mit Absplitterung des Gelenks. Die 20-Jährige wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen am 28. Februar wieder entlassen.

Doch bereits am Nachmittag geriet sie am Rosenheimer Bahnhof in eine Personenkontrolle, weil sie Reisende beleidigt haben soll. Bei Eintreffen einer Streife der Bundespolizei leistete die Frau erneut massiven Widerstand, beleidigte und bespuckte die Beamten und verletzte beide leicht. Diese Handlungen führte sie - diesmal auf der Dienststelle der Polizeiinspektion Rosenheim - fort, so dass die 20-Jährige in ein Bezirkskrankenhaus eingewiesen werden musste.

Wie das OVB in seiner Ausgabe von Dienstag nun vom Prozess gegen die Frau berichtet, habe der zweiwöchige Aufenthalt im Inn-Salzach-Klinikum offenbar die Wende gebracht: Sie habe sich anschließend in eine ambulante Suchttherapie begeben und beginne demnächst eine sechsmonatige stationäre Therapie. Sie wolle neben ihrer Sucht auch die Essstörungen und die traumatischen Erlebnisse der Mordnacht aufarbeiten.

Zwei Jahre auf Bewährung

Nachdem sie vor dem Jugendschöffengericht ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte, wurde die Entscheidung, ob sie nach Jugendstrafrecht wegen gemeinschaftlichen Diebstahls, vorsätzlicher Körperverletzung, Beleidigung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Drogenhandels verurteilt wird, laut OVB zu zwei Jahren auf Bewährung ausgesetzt. Ihr umfassendes Geständnis, ihre Reue und die Eigeninitiative zur stationären Suchttherapie führten zu der Bewährungsstrafe. Dadurch soll sie die Möglichkeit erhalten, das Geschehene zu verarbeiten und in einer Langzeittherapie zu beweisen, dass ein Gefängnisaufenthalt nicht notwendig sei.

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Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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