Fall Müller: Polizei stellt sich User-Kritik

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Franz Müller wird wegen Doppelmordes gesucht

Rosenheim - Die Fahndung nach dem mutmaßlichen Doppelmörder Franz Müller bringt die Rosenheimer Polizei immer mehr in die Kritik. Jetzt äußert sich ein Sprecher zu den Vorwürfen.

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Die Kritik unserer User an der Rosenheimer Polizei wird immer lauter: "Ich sehe einen sehr großen Fehler in der Polizeiarbeit", kommentierte einer der User auf rosenheim24.de. "Die Fahndung wurde zu spät ausgelöst. Der Mensch ist eine Allgemeingefahr" warnt Rainer,"Bürger wollen über Fehler und Erfolge unterrichtet werden."

Ob die Polizei die Öffentlichkeit scheut und wie der Fall Franz Müller einzuschätzen ist, dazu haben wir einen Sprecher der Rosenheimer Polizei befragt.

 

rosenheim24: Warum gab und gibt es keine Pressekonferenz, um die Öffentlichkeit mit Fakten zur Fahndung zu versorgen?

Sprecher der Rosenheimer Polizei: "Was sollen wir denn bekannt geben? Alles, was wir wissen, steht schon in der Presse. Und wo Franz Müller steckt, das wissen wir auch nicht."

Warum äußert sich die Polizei nicht dazu, ob Franz Müller nun für die Bürger gefährlich ist oder nicht?

"Franz Müller ist ein mutmaßlicher zweifacher Mörder. Mit gesundem Menschenverstand kann sich jeder selbst ein Urteil über die Gefährlichkeit von Franz Müller bilden."

Wie viele Hinweise gehen tatsächlich bei der Polizei ein? Wird jedem Hinweis nachgegangen?

"Bis jetzt gab es in etwa 20 bis 30 konkrete Sichtungen. In erster Linie wird jedem Hinweis nachgegangen. Aber natürlich bekommt die Polizei auch Anrufe, die nicht ernst zu nehmen sind."

Die Rosenheimer Polizei gerät bei den Usern immer mehr ins Kreuzfeuer. Was sagen Sie zu den Kommentaren?

"Wir befürchten, dass die Kommentare der User für bare Münze genommen werden und so unter Umständen Unwahres für wahr hingenommen wird."

Franz Müller ist jetzt seit mehr als einer Woche auf der Flucht. Im Augenblick gibt es keine heiße Spur. Dennoch vermutet die Polizei, dass er sich immer noch im Raum Rosenheim aufhält. Die Suche wird deshalb dort intensiv fortgesetzt.

 

Eine Chronologie des Falls:

 

Das Wochenende vor der Tat: Lacramioara M. kehrt mit ihrem dreijährigen Sohn Marcus aus Rumänien zurück. Ihre älteren Kinder, die Tochter (12) und den Sohn (15), lässt sie bei Verwandten in Rumänien für die restlichen Ferientage zurück.

Tag 1: Montag, 30. August

Später Montagnachmittag: Ein Notruf geht bei der Polizeieinsatzzentrale ein. Eine Nachbarin hat die 37-jährige Lacramioara M. tot im Keller gefunden. Die Leiche des dreijährigen Sohns wird wenig später entdeckt. Die Mutter ist erschlagen, das Kind misshandelt und erhängt worden. Der Verdacht fällt rasch auf Franz Müller (48). Angeblich schickt Müller am Montagnachmittag seiner ältesten Tochter aus erster Ehe eine SMS. Der Inhalt ist nicht bekannt.

Noch in der Nacht auf Dienstag hat die Polizei eine erste heiße Spur: Beamte stürmen ein Pensionszimmer in der Rosenheimer Innenstadt. Dort wohnt ein Bekannter von Müller. Doch der Gesuchte ist weder dort, noch gibt es Hinweise auf seinen Aufenthaltsort. 

Tag 2: Dienstag, 31. August

Vormittag: Die Polizei beginnt mit der Fahndung nach Franz Müller

11.09 Uhr: Die Soko "Hochgern" mit 25 Mitarbeitern wird eingerichtet 

17:08 Uhr: Die Polizei gibt ein Fahnundungsfoto von Franz Müller an die Medien heraus

Tag 3: Mittwoch, 01. September

Vormittag: Hinweise aus der Bevölkerung gehen ein, es wird eine Kleingartenanlage in Rosenheim durchsucht

Mittag: Die Polizei startet eine Plakataktion im Stadtgebiet, um den Fahndungsdruck zu erhöhen

Tag 4: Donnerstag, 02. September

Die Polizei sucht erneut in der Nähe der Wohnung von Franz Müller

Tag 5: Freitag, 03. September

15.50 Uhr: Die Polizei gibt neue Fahndungsbilder von Franz Müller heraus, die Soko "Hochgern" wird auf 45 Mann aufgestockt

Nachmittag: Die Polizei durchsucht das Areal des Rosenheimer REAL-Marktes sowie das Umfeld im südlichen Stadtbereich

17 Uhr: Ein Waldstück in Aisingerwies wird durchsucht: 200 Beamte und 13 Hunde sind im Einsatz, zusätzlich das THW, BRK und MHD (insgesamt 95 Helfer mit 22 Fahrzeugen) und ein Hubschrauber

Tag 6: Samstag, 04. September

Die Fahndungsplakate werden erneuert und ausgetauscht; 3.000 Flugblätter werden verteilt

Eine Tauchergruppe der Bereitschaftspolizei wird zur Gewässerabsuche an Mangfall und Kanal eingesetzt. Es wird nach Gegenständen gesucht, die der Täter auf der Flucht „versenkt“ haben könnte.

Die Polizei fahndet im Rosenheimer Innenstadtbereich

Die Chronologie zum durchklicken

Der Fall Müller - eine Chronologie

Tag 7: Montag, 06. September

Die Polizei schließt den Selbstmord von Franz Müller nicht aus. Es wird bekannt, dass der Gesuchte die vergangenen Woche über immer wieder sein Handy benutzt hatte. Er hatte sowohl telefoniert als auch SMS verschickt. Der letzte Kontakt dieser Art hatte am Freitag, 3. September, gegen 17 Uhr stattgefunden. Die Kontakte waren nie lange genug, als dass Müller hätte geortet werden können.

Tag 8: Dienstag,07. September 

Die Fahndung geht weiter: Au bei Bad Aibling, Rosenheim Pürstlingstraße, Kaufland Aicherpark, Schlößlstraße zwischen Rosenheim und Großkarolinenfeld - überall wird gesucht.

cg/ro24 

Quelle: rosenheim24.de

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