Fall Müller: Langes Warten auf Belohnung

Rosenheim - Wochenlang kreisten im vergangenen Spätsommer Polizeihubschrauber über Rosenheim, doch den Mörder Franz Müller fand ein Hausmeister - doch wo bleibt die Belohnung von 10.000 Euro?

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Wochenlang kreisten im vergangenen Spätsommer Polizeihubschrauber über Rosenheim, Polizisten allerorten suchten nach dem Doppelmörder Franz Müller. Ein Hausmeister schließlich fand dessen Leiche und sorgte so dafür, dass wieder Ruhe in die Stadt einkehren und die Rosenheimer Polizei eine bis dahin beispiellos aufwändige Fahndung beenden konnte. Auf eine Belohnung wartet der Hausmeister bis heute.

„Für Hinweise, die zur Klärung der Tat oder zur Ergreifung des Täters führen“, hatte das Landeskriminalamt im September eine Belohnung von 10 000 Euro ausgesetzt. Der Anruf Ruzhdi Zhabaris führte zur Ergreifung des Täters – des toten Franz Müller. Müller hatte zwar einen Abschiedsbrief hinterlassen, darin aber nicht explizit den Mord an seiner Ehefrau Lacramioara (37) und seinem Sohn Marcus (3) gestanden. Auf die Frage der Medienvertreter, ob denn Zhabari (41) die ausgesetzten 10 000 Euro erhalten wird, gab es vom LKA in den Wochen nach dem Ende des „Falles Müller“ stets die gleiche Antwort: Der Frage, ob das Auffinden der Leiche einer „Ergreifung“ entspreche, werde von der Rechtsabteilung noch geprüft. Nun, nach über drei Monaten, scheint die Frage der Belohnung für Ruzhdi Zabhari ungeklärter denn je. Aus dem Polizeipräsidium Oberbayern Süd hieß es zunächst, die Belohnung für Zhabari werde ausgezahlt, wenn das Verfahren abgeschlossen ist. Bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Rosenheim verwies man an das LKA, das ja für die Auslobung von Belohnungen zuständig sei. Und aus der Pressestelle des LKA kam die Auskunft, dass das LKA ausschließlich für die Auszahlung – das „doing“ – zuständig sei. Die erfolge aber erst, wenn das Polizeipräsidium dafür sein Okay gegeben habe.

So nah versteckte sich Franz Müller am Tatort:

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 Hat Hausmeister Ruzhdi Zhabari Anspruch auf die 10.000-Euro-Belohnung?

Dass in einem Fall, in dem die Täterschaft zwar geklärt ist, dennoch Nacharbeiten nötig sind, ist laut Polizeisprecher Andreas Guske durchaus üblich. Schließlich müssten Akten komplettiert, Asservate zusammen- und Beweismittel sichergestellt werden. Dies könne Wochen in Anspruch nehmen.

Dass die Angelegenheit endlich zu einem Ende kommt, wäre auch für Ruzdhi Zhabari und seine Familie wichtig. Derzeit ist er auf Wohnungssuche, seine Frau will nicht mehr in dem Viertel rund um die Hochgernstraße wohnen. Denn: „Immer wenn sie am Tatort vorbei geht, kommen die schlimmen Erinnerungen hoch.“ Zudem bekomme sie Angstzustände, wenn sie allein in der Wohnung sei. Auch die ungeklärte Frage nach der Belohnung erträgt er mit bewundernswerter Gleichmut. „Die Polizisten haben damals zu mir gesagt, sie würden sich bei mir melden. Seitdem hab ich nichts mehr gehört.“ Gebrauchen könnte er das Geld – auch wenn er das so offen nicht sagt – sicherlich gut, seine Frau ist derzeit mit dem dritten Kind schwanger.

Immerhin schien die Nachfrage des OVB nach der Belohnung Bewegung in die Angelegenheit gebracht zu haben. „Der Fall ist abgeschlossen, wir werden uns jetzt mit dem LKA in Verbindung setzen“, versprach Polizei-Sprecher Guske gestern Nachmittag. Aber bekommt Ruzdhi Zhabari denn nun eine Belohnung? Guskes Antwort ist nicht neu: „Das muss jetzt die Rechtsabteilung klären, eine Entscheidung wird in den nächsten zwei Wochen fallen.“

von Stefanie Zipfer/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Tobias Jilg/rosenheim24.de

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