"Das hat bundesweite Signalwirkung!"

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Dettendorf - Die Bürger von Dettendorf können aufatmen! Der Lärmschutz an der A8 wird nun erheblich verbessert. Die heimischen Abgeordneten haben sich dafür eingesetzt.

Die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig hat lange um einen Lärmschutz für die Dettendorfer Anwohner an der A8 gekämpft – und eine bundesweite Vorreiterlösung erreicht!

Das Bundesverkehrsministerium genehmigte jetzt einen Vorentwurf für Lärmschutzwände im Gemeindebereich. Sie werden den Verkehrslärm für die Anwohner mindestens halbieren, an manchen Stellen noch mehr reduzieren. Bei einem Ortstermin stellten Sachgebietsleiterin Martina Kamischke und Abteilungsleiter Gilbert Peiker von der Autobahndirektion Südbayern die vorläufigen Pläne vor.

„Diese Lösung hat bundesweite Signalwirkung“, betonte Ludwig. „Viele Gemeinden entlang deutscher Autobahnen haben die Entscheidung des Ministeriums in Dettendorf abgewartet. Es ist das erste Mal, dass an einer bestehenden Autobahn ein Lärmschutz in diesem Ausmaß genehmigt wird. Guten Lärmschutz gab es bisher vor allem bei Autobahn-Neubauten.“

Nach Angaben von Martina Kamischke genehmigte das Ministerium Lärmschutzwände mit einer Höhe von sechs Metern über dem Fahrbahnrand. Wo bereits Lärmschutzwälle vorhanden sind, werden die Wände in unterschiedlicher Höhe – je nach Besiedelung – aufgesetzt. „Der Lärmschutz wird in jedem Fall höher als ein Haus sein“, betonte Kamischke. Die Autobahndirektion Südbayern stellte für jedes Anwesen in Dettendorf neue Berechnungen an. „Der Ausgangspunkt waren falsche Verkehrsprognosen aus dem Jahr 1976“, so Kamischke. „Damals fuhren auf der A 8 täglich 27.000 Fahrzeuge. Beim Planfeststellungsverfahren für den dreispurigen Ausbau am Irschenberg ging man in der Prognose davon aus, dass der Verkehr 1996 auf rund 32.000 Fahrzeuge anwachsen wird.“ Doch die Gutachter irrten sich gewaltig: 1996 waren es täglich bereits 73.000 Fahrzeuge, heute sind es 81.000. Bis zum Jahr 2025 rechnet man inzwischen mit 91.000 Fahrzeugen.

Weil die Anwesen in Dettendorf schon vor dem Ausbau der Autobahn in den 70er Jahren standen, hatten sie jetzt Anspruch auf den Lärmschutz. Dass er nun genehmigt wurde, freute insbesondere Daniela Ludwig. „Ich habe mir monatelang im Bundesverkehrsministerium den Mund fusselig geredet und immer wieder angerufen. Denn die Dettendorfer brauchen diesen Lärmschutz.“ Auch Bürgermeister Hans Hofer ist froh, hofft aber ebenso wie die Anwohner noch auf weitere Verbesserungen. „Die Gemeinde ist hier Partner der Autobahndirektion, aber wir pochen auf optimalen Lärmschutz. Denn die Realität schaut manchmal anders aus als in den Berechnungen von Ingenieuren. Unsere Bürger müssen auch mit Spitzenwerten, und nicht nur mit Durchschnittswerten bei der Lärmbelästigung fertig werden.“

Der Leiter des Arbeitskreises Verkehr in Dettendorf, Franz Engelsberger, bezeichnete das Ergebnis als sehr positiv. „Allerdings hoffe ich, dass wir noch etwas bewegen können. Wir würden uns gerade im hinteren Bereich Richtung Irschenberg höhere Lärmschutzwände und eine Verlängerung der Lärmschutzbauten wünschen. Wir werden uns mit unserem Arbeitskreis auf jeden Fall in das Planfeststellungsverfahren einbringen.“

Da müsste schon noch was zu erreichen sein, hoffen auch Daniela Ludwig und die Fachleute der Autobahndirektion Südbayern. „Wir werden im Planfeststellungsverfahren noch einmal alle Belange prüfen und neue Lärmberechnungen anstellen“, sagte Abteilungsleiter Gilbert Peiker. Seine Behörde bereitet jetzt die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren vor. Es soll 2014 gestartet werden. Wenn es keine Klagen gegen dieses Projekt gibt, sollten die Dettendorfer in vier Jahren besser schlafen können und vom Lärm besser geschützt sein.

Pressemeldung Büro Daniela Ludwig

Auch Graf begrüßt Genehmigung

Auch die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Angelika Graf (SPD) begrüßt die Genehmigung des Vorentwurfs für Lärmschutzwände in Dettendorf durch das Bundesverkehrsministerium. Graf, die sich bereits seit vielen Jahren für zusätzlichen Lärmschutz für Dettendorf einsetzt, spricht sich nun für eine ausreichende Bürgerbeteiligung bei der weiteren Planung aus.

„Ich freue mich, dass das Bundesverkehrsministerium endlich aktiv geworden ist, um den Rechtsanspruch von Dettendorf auf zusätzlichen Lärmschutz zu erfüllen“, so Graf. Hintergrund für den zusätzlichen Lärmschutz für Dettendorf ist ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2007, mit dem die Lärmschutzansprüche deutlich erweitert worden waren, erläutert Graf. Die Autobahndirektion habe ihr bereits vor vier Jahren zugesichert, dass für Dettendorf Anspruch auf nachträgliche Lärmvorsorge besteht und damals die Planung aufgenommen.

Pressemeldung Bürgerbüro Angelika Graf

Quelle: rosenheim24.de

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