Denkmal soll Atomausstieg voranbringen

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Der koreanische Künstler Jin Mo Kang neben seinem Kunstwerk "Ein Denkmal für Tschernobyl".

Bamberg - Am 25. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl hat der Bund Naturschutz in Bayern (BN) am Dienstag in Bamberg ein Denkmal enthüllt. Es soll ein Zeichen für den Atomausstieg setzen - weltweit.

Eine auf dem Rücken liegende Schildkröte soll die Hilflosigkeit der Menschheit bei Unfällen in Kernkraftwerken symbolisieren.

Bei einer zentralen Feierstunde für die Opfer von Tschernobyl und Fukushima forderten der BN-Landesvorsitzende Hubert Weiger und Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) ein weltweites Umdenken in der Energiepolitik und das Abschalten aller Kernkraftwerke. Sie riefen die Bundesregierung auf, den Ausstieg aus dem Ausstieg von der Kernenergie zurückzunehmen und das Gesetz über die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke schleunigst aufzuheben.

Die Skulptur wurde von dem international tätigen südkoreanischen Bildhauer Jin Mo Kang kreiert und von Schülern der Fachschule für Steintechnik in Wunsiedel aus Fichtelgebirgsgranit gestaltet. Die Weltkarte auf dem Bauchpanzer der Schildkröte soll die globalen Folgen von Unfällen in Atomanlagen widerspiegeln. "So wie Hiroshima und Nagasaki als ewige Mahnmale für den Einsatz der Atombombe gelten, wird Tschernobyl als Mahnmal für die Überheblichkeit technokratischer Regierungen stehen", betonte Weiger.

Die verheerenden Folgen des lange Zeit schlimmsten Atomunfalls hätten durch die aktuellen Ereignisse in Japan "leider eine fürchterliche Aktualität erhalten", erklärte der BN-Vorsitzende. "Wir hoffen, dass die heutige Bundesregierung endlich die Zeichen der Zeit erkennt und aus der unbeherrschbaren und ethisch nicht vertretbaren Atomenergienutzung aussteigt." Die Folgen von Tschernobyl und Fukushima überschritten jegliche menschliche Vorstellungskraft. In beiden Fällen seien Regionen von der Größe eines bayerischen Regierungsbezirks unbewohnbar geworden.

Jin Mo Kang forderte die Befürworter der Kernenergie auf, schriftlich zu erklären, dass sie im Ernstfall als Helfer zur Verfügung stünden. "Das wird aber niemand tun", sagte der Künstler. Nach Angaben des Bundes Naturschutz starben in Tschernobyl Hunderte russische Soldaten bei den Rettungsarbeiten. Die Zahl der späteren Opfer schwankt demnach zwischen 50 000 und 100 000 Menschen.

dpa

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