Das soll unsere Wiesn sein?

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Gabriele Weishäupl präsentiert das Siegermotiv für das Oktoberfest-Plakat 2009.

Der Hintergrund ist rabenschwarz, davor kringeln sich unzählige neonbunte Buchstaben.

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Wer den Kopf leicht zur Seite neigt, bekommt „München“ zu lesen, auch „Munich“, mal „Monaco“ – und viel „Oktoberfest“. So sieht es also aus, das neue Wiesnplakat 2009. Echt schwindelerregend! Da war sogar der Kommentar der Oktoberfest-Chefin Gabriele Weishäupl bei der Präsentation am Donnerstag vorsichtig: „Auf moderne Plakatkunst zu setzen, ist ein mutiger Schritt der Jury.“

Ohne Zweifel! Wer die Jury ist? Das war heuer ein Gremium aus Stadträten und Fachleuten – unter dem Vorsitz der Grünen-Stadträtin Lydia Dietrich. Diese hob auch gleich mal den „innovativen Charakter“ des Siegerentwurfs hervor und lobte: „Daran sieht man, dass das Oktoberfest Bestandteil einer modernen Großstadt ist.“ Aha! Die Jury-Vorsitzende interpretierte aus dem runden Schriftzug eine „tanzende Breze vor dunklem Nachthimmel“. Wer wolle, könne darin auch „ein lachendes Gesicht oder eine Achterbahn“ sehen. Hmm, Ansichtssache! Könnte auch ein schwarzes Loch sein – mit Wortstrudel. Das Wiesn-Plakat haben zwei Münchnerinnen entworfen. Nathalie Fumelli, Jahrgang 1987, und Janine Aigner, Jahrgang 1988. Beide studieren in München an der Design-Schule.

Bei den Wiesnwirten stieß das Werk (das immerhin in die ganze Welt versandt wird) auf wenig Begeisterung: „Sieht aus wie die Wiesn nach der Energie-Krise“, meinte Löwenbräuzelt-Wirt Wiggerl Hagn. „Düster – wie ein Discoplakat aus den 70ern“, lautet das Urteil von Friedrich Steinberg (HB-Zelt). Peter Schottenhamel merkte kritisch an: „Da muss man fünfmal hinschauen, bis man weiß, dass es um die Wiesn geht.“ Stimmt – aber es tanzen doch die bunten Buchstaben so schön...

Quelle: Oktoberfest live

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