Angaben wären ein Hoffnungsschimmer

Warum es keine sicheren Zahlen zu "Corona-Genesenen" gibt

Die Welt befindet sich in einer Ausnahmesituation: Das Coronavirus hat den Globus im Würgegriff. Sämtliche Medien berichten über Infektionszahlen und Todesfälle. Doch Angaben zu den Menschen, die genesen sind, gibt es kaum. Warum ist das so?

Häufig wird die Frage gestellt, warum es keine Angaben über bereits genesene Corona-Patienten gibt. 


Offiziell gibt es vom Robert-Koch-Institut (RKI) keine Statistik dazu. Gesetzlich sei lediglich vorgesehen, dass Gesundheitsämter Dinge melden müssen wie den "Tag der Erkrankung, Tag der Diagnose, gegebenenfalls Tag des Todes und wahrscheinlicher Zeitpunkt oder Zeitraum der Infektion". 

>>> Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus <<<


Für die Genesenen gibt es keine Meldepflicht. Um hier eine repräsentative Anzahl veröffentlichen zu könne, müsste der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) jeden Fall über Wochen verfolgen. Dazu schriebt das RKI: ""Das würde die ohnehin knappen Ressourcen des Öffentlichen Gesunheitsdienstes (ÖGD) unnötigerweise belasten." 

Wann ist ein Mensch wieder "gesund": Zwei entscheidende Kriterien 

Immer wieder geben aber Landratsämter, auch in unserer Region, Zahlen von genesenen Personen bekannt. Woher kommen diese Zahlen?  Bei diesen Angaben handelt es sich nur um Patienten, welche auch vom Gesundheitsamt intensiver betreut und von Ärzten behandelt wurden. 

Bei Patienten, die keine schweren Symptome hatten und die nicht in ein Krankenhaus mussten, geht das RKI davon aus, dass diese nach 14 Tagen wieder gesund sind. 

Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten, denn von Symptomfreiheit ist in dieser Definition nicht die Rede. 

Genau das ist aber ein entscheidendes Kriterium neben den 14 Tagen: Denn das RKI selbst schreibt auch, dass neben der zwei Wochen seit der Erkrankung auch die letzten 48 Stunden ohne Symptome vergangen sein müssen, damit jemand als genesen aus der häuslichen Isolation entlassen werden kann.

Problem: Dunkelziffer

Ein weiteres Problem bei sämtlichen Datenerhebungen ist die Dunkelziffer der Infektionen. 

Viele Infizierte spürten nichts von ihrer Infektion, sagte Professor Michael Hoelscher, Leiter der Abteilung Infektions- und Tropenmedizin am Klinikum der Universität München, am Freitag in München. 

Daher sei davon auszugehen, dass es inzwischen eine erhebliche Dunkelziffer an Infektionen gebe - Schätzungen gingen von zwischen eins und zehn Prozent der Bevölkerung aus.

Wie soll man also eine exakte Zahl der Genesenen nennen, wenn man nicht einmal die genaue Zahl der Infizierten kennt?

Rein spekulativ

Alle Zahlen und Angaben zu "Corona-Genesenen" sind nur errechnet und somit rein spekulativ und nicht als offiziell bestätigt zu betrachten - auch wenn diese Zahlen ein echter Hoffnungsschimmer wären. 

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

Kommentare