So erleben unsere Leser die Coronakrise

Corona in Bayern: Spielplatz-Demo mit Abstand, unvernünftige Grillpartys und blank liegende Nerven

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Zahlreiche Leser haben der OVB24-Redaktion ihre persönlichen Geschichten in der Coronakrise erzählt. 

Landkreis - Es ist eine Ausnahmesituation, wie sie bisher fast noch niemand erlebt hat. Doch wie geht Ihr mit der aktuellen Coronakrise um? Zahlreiche Leser/-innen haben der Redaktion ihre persönlichen Erlebnisse geschildert.

Die Corona-Pandemie hat auch Bayern fest im Griff. Doch wie erlebt Ihr die Coronakrise? Wir haben Euch gefragt und gebeten, uns Eure positiven oder negativen Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen zu erzählen. Zahlreiche Leser/-innen haben sich auf unseren Aufruf gemeldet:


Wir haben Eure Geschichten gesammelt

Anonym aus Bayern

Ich möchte allen beipflichten, die der Meinung sind, dass inzwischen zu viel auf Panik und Angst gesetzt wird. Wie schon geschrieben wurde, kocht Hr. Söder in zu vielen Bereichen trotz der Nähe zu Österreich und Italien sein eigenes Süppchen. Nicht alles, was gemacht wurde und wohl noch gemacht wird, ist konform mit der Lage. Abgesehen davon ist es auch sehr einfach, die anderen mal machen zu lassen und dann das meiste zeitversetzt nachzumachen. Hätte man diese Maßnahmen im Gleichklang mit Österreich gemacht, könnte man es noch durchgehen lassen, aber so? Zumal sich auch ein gewisser Hr. Aiwanger als der große Heilsbringer in Sachen Masken und Beatmungsgeräte, die in Bayern hergestellt werden, darstellt. Deglobalisierung heißt das Zauberwort und die Arbeitsplätze hier erhalten, nicht in China. Er, der bei den Starkbierfesten noch propagiert hat, wie wichtig die für den Zusammenhalt sind - in einer Zeit, als Corona schon längst um sich gegriffen hat. Ohne diese Feste hätten wir in Bayern vermutlich nur die Hälfte an Infizierten. 


Der Clou derzeit ist eindeutig die Maskenpflicht, selten so gelacht. Wie ebenfalls schon von jemandem geschrieben wurde, wird nach wie vor oder gerade deswegen der Abstand nicht eingehalten. Vor Geschäften, wo Security's stehen und nur eine bestimmte Anzahl an Leuten reinlassen, muss man diesen erklären, dass es keinen Sinn macht, wenn die beiden zwar genug Abstand voneinander halten, aber die Kunden, die zwischen den Sicherheitsleuten durchgehen müssen, ja dann den Abstand zu diesen nicht einhalten können. In Parks bzw. am See halten sich reihenweise Grüppchen von jungen und alten Leuten auf, die eindeutig nicht zu einem Hausstand gehören. Ganz zu schweigen von massenweise Fahrzeugen am Chiemsee an den Wochenenden mit auswärtigen Kennzeichen! Dazu Massen an Radlern, oft ohne Helm, und bei mindestes einem habe ich zugesehen, wie er gerade noch so einen eigenverschuldeten Unfall so abfedern konnte, dass er nicht schwer verletzt wurde. Habe seit der Ausgangsbeschränkung noch keine einzige Kontrolle diesbezüglich gesehen. Wer soll das auch alles kontrollieren, wenn die Polizei schon vor Corona über Personalmangel und zu viele Überstunden geklagt hat. Aber die ach so gefährdeten Motorradfahrer dürfen bei bestem Wetter nicht fahren. Die allermeisten fahren vernünftig und beherrschen ihr Gerät besser als so mancher Radfahrer. Wichtig ist aber natürlich schon, dass pünktlich am Tag des neuen Bußgeldkataloges fleißig geblitzt wurde. 

Zum Schluss wünsche ich allen Gastronomen, dass sie endlich erhört werden und mit entsprechenden Maßnahmen wieder öffnen dürfen. Denn der Umstand, dass Gottesdienste vorher zugelassen werden, erschließt sich mir nicht.

Nützliche Links zu Corona:

Kathrin aus Oberbayern

Nach der Pressekonferenz von Ministerpräsident Söder am Dienstag, 28. April, ist für uns klar: Das wird nicht nur eine Nullrunde fürs Kabinett, sondern mal wieder eine dicke Nullrunde für die Kinder. Wir fragen uns: Wie kann es sein, dass sich Risikogruppen den lieben langen Tag in Geschäften tummeln und wir unsere Kinder nicht im Freien auf eine Schaukel setzen dürfen? Wie kann es sein, dass über Gottesdienste und Ortsfeste debattiert wird, aber der Spielplatz nicht mit einer Silbe erwähnt wird?

Auf einem Spielplatz in Oberbayern fand nun eine "Spielplatz-Demo" - natürlich mit reichlich Abstand - statt.

Wir fordern: Macht im Zuge der nächsten Lockerungen die Spielplätze auf! Entlastet die Familien endlich! Gebt den Kindern eine Perspektive!

Weitere Geschichten unserer Leser, Reportagen und Service-Artikel zum Coronavirus findet Ihr in unserem großen Wegweiser durch die Berichterstattung

Anonym aus Burghausen

Es halten sich, soweit ich das feststellen kann, fast alle an die Beschränkungen. Nur meine beiden direkten Nachbarn, sieben bis neun Personen mit Kindern, sitzen seit Wochen jeden Tag lautstark aufeinander. Sobald es das Wetter hergibt wie letztes Wochenende, wird jeden Tag von Freitag bis Sonntag gegrillt. Ich war hingegen zum Großteil allein zu Hause, da meine Freundin 30 Minuten mit dem Auto entfernt wohnt.

Fazit: Corona interessiert manche einen feuchten. Wer sich daran hält, was mir der gesunde Menschenverstand sagt, wird vom Nachbarn belächelt, wenn der gerade mit einem Korb Grillfleisch in der Hand und am Bier nippend, wieder zu den Nachbarn unterwegs ist, um den den Grill anzuheizen.

Daniela aus Töging am Inn

Wir sind eine vierköpfige Familie und wohnen in Töging. Die Beobachtungen in der Nachbarschaft machen mich wütend. Es sind zu 95% die älteren Mitbürger (z.T. mit Vorerkrankungen), die sich nicht an die Kontaktbeschränkungen halten. Sie sitzen beim Kartenspiel oder zum Ratschen zusammen, bekommen schön Besuch und genießen ihr Leben.

Was machen wir Jungen? Arbeiten im Homeoffice und stehen frühmorgens auf, um wenigstens etwas zu schaffen, bevor die Kinder wach werden. Unsere Nerven liegen auch blank, wir trösten unsere Kinder, die weinen, weil sie die Oma vermissen.

Und dann hört man von Berichten, dass Kinder der Post oder des Ladens verwiesen werden. Ich persönlich halte mich lieber von den Älteren fern, denn diesen Menschen mangelt es, zumindest in meiner Nachbarschaft, an Verständnis, Verstand, Empathie und Solidarität!

Umfrage

Suse aus Bayern

Da sollen die Kunden so wenig wie möglich zum Einkaufen fahren, aber es gibt so viele Haushalte, die eben auf die zusätzlichen Sonderangebote von Discountern angewiesen sind. Also zu Hause bleiben können nur die Kunden, die genug Geld haben! Da wird in Kauf genommen, dass auch die Angestellten bis zu dreimal mehr einer Ansteckung ausgesetzt werden, denn die Sonderangebote sind ja immer nur an bestimmten Tagen zu erhalten und kein Kunde, auch kein Angestellter weiß, ob er Virusträger/in ist, ohne selber erkrankt zu sein. Es steht auch keinem auf die Stirn geschrieben.

Ich bin Rentnerin und würde auch ohne Corona-Auszeit gerne selber bestimmen können, wann ich meinen Wocheneinkauf erledige, hängt ja auch von der Gesundheit ab! So ist es auch für mich schwierig, Sonderangebote zu bekommen!

Die nächsten persönlichen Geschichten werden am Montag, 4. Mai, in einem neuen Artikel veröffentlicht.  

Wie erlebt Ihr die Coronakrise? Erzählt uns Eure Geschichte

Erzählt uns, was Euch bewegt und schickt eine Mail an termine@ovb24.de (Kennwort: "Corona" im Betreff). Die OVB24-Redaktion freut sich über Eure Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen. 

Natürlich könnt Ihr uns auch mitteilen, was Euch sorgt und ängstigt in diesen Tagen und gerne auch, was Euch in dieser Zeit Freude macht. Bitte sendet uns neben Euren Zeilen, Fotos oder Videos auch unbedingt Euren kompletten Namen und Euren Wohnort.

Wir wollen unsere Reichweite aber auch nutzen, um Menschen miteinander zu verbinden und zur Nachbarschaftshilfe aufrufen. Deswegen haben wir sechs Facebook-Gruppen ins Leben gerufen: #rosenheim24 / #chiemgauhältzusammen / #innsalzachhältzusammen / #bglandhältzusammen / #wasserburghältzusammen / #mangfallhältzusammen

Coronavirus im Freistaat Bayern

Das Coronavirus breitet sich rasant aus. Im Freistaat Bayern hat das Virus bereits 1.933 Todesfälle (Stand: Sonntag, 3. Mai, 10.30 Uhr) gefordert. Auch in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting gibt es bereits mehrere Todesfälle. Restaurants bleiben weiterhin geschlossen, ausgenommen ist die Lieferung und Ausgabe von Speisen für zu Hause. 

Ministerpräsident Markus Söder hat die am Freitag, 20. März, beschlossene Ausgangsbeschränkung in Bayern, am Dienstag, 28. April nochmal verlängert. Die Maßnahmen gelten nun bis mindestens Sonntag, 10. Mai. Doch es wurden auch Lockerungen beschlossen: Seit Montag, 20. April, darf man wieder Kontakt zu EINER anderen Person außerhalb des eigenen Haushalts/der eigenen Familie haben. Damit soll vor allem Alleinstehenden geholfen werden, wie Söder in einer Pressekonferenz mitteilte. 

Seit Montag, 27. April dürfen Geschäfte mit einer Fläche bis zu 800 Quadratmetern sowie Buchhandlungen wieder aufsperren. Ebenfalls seit 27. April herrscht in Bayern eine Maskenpflicht in allen Geschäften und im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)Friseure können ab Montag, 4. Mai, wieder öffnen, allerdings nur unter strengen Hygieneauflagen. Ebenfalls ab 4. Mai sind in Bayern Gottesdienste und Demonstrationen unter strengen Auflagen wieder erlaubt.

Bleibt gesund! #wirhaltenzusammen

jg/ha

Quelle: rosenheim24.de

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