Weitere persönliche Geschichten unserer Leser

Corona in Bayern: Schwangerschaft wie im Horrorfilm und eine "blöde alte Schachtel"

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Zahlreiche Leser haben der OVB24-Redaktion ihre persönlichen Geschichten in der Coronakrise erzählt.

Landkreis - Es ist eine Ausnahmesituation, wie sie bisher fast noch niemand erlebt hat. Doch wie geht ihr mit der aktuellen Coronakrise um? Zahlreiche Leser/-innen haben der Redaktion ihre persönlichen Erlebnisse geschildert.

Die Corona-Pandemie schränkt weiter den Alltag der Menschen ein und bringt das öffentliche Leben allmählich zum Erliegen. Doch wie erlebt Ihr die Coronakrise? Wir haben Euch gefragt und gebeten, uns Eure positiven oder negativen Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen zu erzählen. Zahlreiche Leser/-innen haben sich auf unseren Aufruf gemeldet:


Wir haben Eure Geschichten gesammelt

Rita aus Mühldorf

Ich habe den Glauben an die Polizei verloren. Warum? Ich wohne in einem Einfamilienhaus in Mühldorf. In dem Mehrfamilienhaus neben mir wohnt ein junger Polizist, der sich an keine der Regeln von Herrn Dr. Söder hält (ganz im Gegenteil)! Dort lebt auch ein junger Ungar, der als einziger dort gemeldet ist und trotzdem gehen hier tagtäglich viele verschiedene Menschen aus und ein. Es wohnen dort unangemeldete Personen. 


Auf Facebook konnte man sehen, dass er erst in Ungarn war. Ich habe das alles gemeldet. Ich wurde vertröstet, getan und geändert hat sich nichts. Recht ist anscheinend nicht für alle gleich. Ich habe meine Familie schon seit drei Wochen nicht gesehen. Wir halten uns an die Vorschriften - warum eigentlich?

Michaela aus Deggendorf

Für mich ist die Coronakrise der reinste Albtraum. Ich bin in der 37. Woche mit meiner zweiten Tochter schwanger und wurde leider positiv auf Corona getestet. Zum Glück habe ich momentan keine Symptome mehr. Mein Mann und meine vierjährige Tochter stehen auch unter Quarantäne (haben aber keine Symptome). Wir nutzen die Zeit sehr intensiv mit unserer Tochter. Leider müssen mein Mann und meine Tochter für insgesamt vier Wochen in Quarantäne, da sie sich nach den zwei Wochen, wo ich in Quarantäne bin, noch anstecken könnten. 

Das heißt, mein Mann darf NICHT im Krankenhaus bei der Entbindung dabei sein. Für mich der absolute Albtraum - wie ein schlechter Horrorfilm. Wie soll man da positiv denken? Meinem Mann zerreißt es das Herz, dass er bei der Geburt seiner zweiten Tochter nicht dabei sein kann. Sich damit irgendwie abzufinden, ist richtig schwierig für uns, aber gegen Gesetze kommt man nun mal nicht an. Bleibt gesund!

Weitere Geschichten unserer Leser, Reportagen und Service-Artikel zum Coronavirus findet Ihr in unserem großen Wegweiser durch die Berichterstattung

Angela aus Bayern

Ich finde es eine Unverschämtheit und eine große Frechheit, dass sich junge Leute, die Radfahren oder Auto fahren, zu mehreren treffen und immer unterwegs sind. Und diese Personen wollen die alten Rentner auch noch daheim einsperren, während sie das Leben genießen! Auch ältere Menschen wollen einkaufen! Wie wäre es, wenn nur Rentner rausgehen und die anderen zu Hause eingesperrt daheim bleiben? Denn die jüngeren haben die alten Menschen angesteckt.

Franz aus dem Landkreis Traunstein

So langsam bekommen meine Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Coronatests! Einerseits soll möglichst schnell getestet werden und andererseits soll die sogenannte Verdoppelungszahl kleiner werden. Letzteres erreicht man dadurch, indem die Tests und Ergebnisse in die Länge gezogen werden. Ich selbst bin ein Verdachtsfall mit leichten Symptomen (Risikopatient mit Vorerkrankung) und warte nun auf den Anruf zum Testtermin - allerdings schon seit vielen Tagen! 

Am Sonntag, 12. April, beziehungsweise am Ostermontag ist auch nichts passiert. Wie lange dauert es bis zum Termin? Nicht zu vergessen ist dann die Dauer bis zum Testergebnis. Arbeiten darf ich in der Zeit nicht und so sind gleich mal drei bis vier Wochen vorüber. Ergebnis: Einer weniger auf der Straße und die Fallzahlen werden schön in die Länge gezogen. Vielleicht bin ich so bis zum Test auch gar nicht mehr positiv. Auf jeden Fall weiß ich dann nicht, ob ich es hatte und somit eventuell auch jemanden angesteckt habe (zum Beispiel Arbeitskollegen). Fazit: Irgendetwas stimmt da nicht und irgendwie komme ich mir ziemlich veralbert vor.

Angelika aus Traunstein

In dieser Zeit sind wir hier in der Gegend wirklich gesegnet mit schöner Landschaft und prima Wetter, so dass wir wenigstens schöne Spaziergänge mit unserem Hund machen können. Das Wetter finden natürlich auch alle Radfahrer toll, die gerne genau so unterwegs sein dürfen, aber nehmt doch bitte, bitte etwas mehr Rücksicht aufeinander. Es gibt im Moment kaum einen Weg, den man gehen kann, ohne jede Minute zur Seite springen zu müssen, weil der nächste Radfahrer angebraust kommt ohne die Geschwindigkeit zu vermindern. 

Von vorne kann ich ja noch reagieren und zur Seite gehen (warum eigentlich immer ich als Fußgänger?), aber hinten habe ich nunmal keine Augen und man kann sich dann teilweise auch noch blöd anreden lassen ("Du blöde alte Schachtel"). Die wenigsten Radler bremsen wenigstens ab oder bedanken sich. Darüber ärgere ich mich gerade sehr, vor allem wenn auch noch unser Hund unter die Räder käme. Bitte nehmt etwas mehr gegenseitige Rücksicht in diesen ohnehin schwierigen Zeiten.

Video

Die nächsten persönlichen Geschichten werden am Sonntag, 19. April, in einem neuen Artikel veröffentlicht.  

Wie erlebt Ihr die Coronakrise? Erzählt uns Eure Geschichte

Erzählt uns, was Euch bewegt und schickt eine Mail an termine@ovb24.de (Kennwort: "Corona" im Betreff). Die OVB24-Redaktion freut sich über Eure Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen. 

Natürlich könnt Ihr uns auch mitteilen, was Euch sorgt und ängstigt in diesen Tagen und gerne auch, was Euch in dieser Zeit Freude macht. Bitte sendet uns neben Euren Zeilen, Fotos oder Videos auch unbedingt Euren kompletten Namen und Euren Wohnort.

Wir wollen unsere Reichweite aber auch nutzen, um Menschen miteinander zu verbinden und zur Nachbarschaftshilfe aufrufen. Deswegen haben wir sechs Facebook-Gruppen ins Leben gerufen: #rosenheim24 / #chiemgauhältzusammen / #innsalzachhältzusammen / #bglandhältzusammen / #wasserburghältzusammen / #mangfallhältzusammen

Coronavirus im Freistaat Bayern

Das Coronavirus breitet sich rasant aus. Im Freistaat Bayern hat das Virus 1.164 Todesfälle (Stand: Samstag, 18. April, 11 Uhr) gefordert Auch in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting gibt es bereits mehrere Todesfälle. Restaurants bleiben weiterhin geschlossen, ausgenommen ist die Lieferung und Ausgabe von Speisen für zu Hause. 

Ministerpräsident Markus Söder hat die am Freitag, 20. März, beschlossene Ausgangsbeschränkung in Bayern, am Donnerstag, 16. April nochmal verlängert. Die Maßnahmen gelten nun bis mindestens Sonntag, 3. Mai. Doch es wurden auch Lockerungen beschlossen: Ab Montag, 20. April, darf man wieder Kontakt zu EINER anderen Person außerhalb des eigenen Haushalts/der eigenen Familie haben. Damit soll vor allem Alleinstehenden geholfen werden, wie Söder in einer Pressekonferenz mitteilte. 

Ebenso dürfen ab Montag, 20. April, Bau- und Gartenmärkte und ab Montag, 27. April, auch Geschäfte mit einer Fläche bis zu 800 Quadratmetern sowie Buchhandlungen wieder aufsperren. Ebenfalls am 27. April, werden die Abschlussklassen in Bayern, also die Prüfungsjahrgänge, den Schulbetrieb wieder aufnehmen. Friseure können ab Montag, 4. Mai, wieder öffnen, allerdings nur unter strengen Hygieneauflagen. 

Bleibt gesund! #wirhaltenzusammen

jg

Quelle: rosenheim24.de

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