So erleben unsere Leser die Coronakrise

Vater aus dem Landkreis Rosenheim: "Kinder hat man üblicherweise, um für sie da zu sein"

+
Zahlreiche Leser haben der OVB24-Redaktion ihre persönlichen Geschichten in der Coronakrise erzählt.

Landkreis - Es ist eine Ausnahmesituation, wie sie bisher fast noch niemand erlebt hat. Doch wie geht Ihr mit der aktuellen Coronakrise um? Zahlreiche Leser/-innen haben der Redaktion ihre persönlichen Erlebnisse geschildert.

Die Corona-Pandemie hat auch Bayern fest im Griff. Doch wie erlebt Ihr die Coronakrise? Wir haben Euch gefragt und gebeten, uns Eure positiven oder negativen Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen zu erzählen. Zahlreiche Leser/-innen haben sich auf unseren Aufruf gemeldet:


Wir haben Eure Geschichten gesammelt

Norbert aus dem Landkreis Rosenheim

Gerne möchte ich meine Erfahrungen zum Umgang mit dem Coronavirus in Bezug auf drei verschiedene Themen schildern: Zunächst zu dem mir wichtigsten Thema: Letzen Sonntag las ich in dieser Rubrik die Stellungnahme einer 3-fachen Mutter, die beeindruckend schilderte, dass das Leben mit drei Kindern zuhause auch ohne Kita und Schule schön und zu bewältigen ist. Als Vater möchte ich dieser Frau aus vollem Herzen zustimmen und folgendes ergänzen: Kinder hat man üblicherweise, um für sie da zu sein und um für sie zu sorgen.


Man sollte dabei auch an die Situation in den Kitas denken. Man weiß, dass Kinder die gleiche Viruslast tragen wie Erwachsene (Studie von Prof. Drosten, Charité Berlin) und kaum bis keine Symptome bei einer Ansteckung zeigen, woraus eine erhöhte Ansteckungsgefahr folgt. Vorsicht gebietet auch der Umstand, dass es im Hinblick auf Corona einen bisher leider eher dürftigen medizinischen Kenntnisstand bzgl. Kindern gibt. Zusätzlich kommt hinzu, dass im Kindergarten die Hygieneempfehlungen (Abstand, Niesetikette, Mund-Nase-Bedeckung, ...) fast komplett ins Leere laufen! Die Erzieher*innen und die Kinder sind somit - insbesondere durch den unvermeidlich engen Kontakt und mangels Masken - einer hohen Ansteckungsgefahr ausgesetzt. Solche Infektionen würden dann in die häusliche Umgebung getragen und dort möglicherweise Menschen aus der Corona-Risikogruppe in Lebensgefahr gebracht! Die Erzieher*innen aus der Corona-Risikogruppe bringt man damit auch in Lebensgefahr! Wer kann das wollen?

Außerdem schenkt man den Aussagen der Wissenschaftler inzwischen leider zunehmend immer weniger Gehör. Dass sich Meinungen in der Wissenschaft - insbesondere bei einem so neuen Wissensgebiet - mal ändern oder zeitweise auch widersprechen ist normal und eine Stärke der Wissenschafts-Kultur. Man sollte gerade auch deshalb auf die seriösen (!!!) Wissenschaftler und Fachleute hören! Ich lasse ein Haus ja auch von einem Architekten planen und nicht von einem Schuhverkäufer, den ich hierbei aber nicht diskreditieren will. Diese Feststellungen lassen sich übrigens auch auf die Klima-Problematik übertragen.

Die nach vielen Umfragen überwiegende Mehrheit ist mit den im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in Bayern getroffenen Maßnahmen einverstanden bzw. halten sie sogar für nicht ausreichend. Diese Mehrheit ist eine schweigende Mehrheit. Die u.a. auch demonstrierende Corona verharmlosende Minderheit ist dagegen laut und bekommt viel zu viel Beachtung! Das verursacht leider ein Zerrbild der Gesellschaft.

Anonym aus Bad Aibling

Leider habe auch ich keine guten Erfahrungen mit der Coronakrise gemacht, denn auch mein Chef (Ex-Chef) hat die Krise genutzt, um mich zu kündigen (Unternehmen unter zehn Mitarbeitern). Zusätzlich macht er mir auch noch das ohnehin schon als alleinerziehende Mutter schwere Leben noch schwerer und will mir meinen Lohn nicht auszahlen. Trotz Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen hat er, seit der behördlichen Schließung seines Unternehmens (Tagungs- und Seminardienstleister), keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall geleistet, sondern macht jetzt seit 20. März auf unbezahlten Urlaub. 

Eine Klage beim Arbeitsgericht musste schon eingereicht werden. Der Termin ist in zwei Monaten. Laut Bundesregierung hört man doch überall: "Es bleibt keiner auf der Strecke, es werden Allen geholfen". Das sehe ich in meinem Fall aber ganz anders. Den "großen" und "wichtigen" Unternehmen wird geholfen, den "kleinen Bürgern" leider nicht. Zudem bin ich nun Ü50 und was dies in der Arbeitswelt bedeutet ist sicher jedem klar!

Nützliche Links zu Corona:

Weitere Geschichten unserer Leser, Reportagen und Service-Artikel zum Coronavirus findet Ihr in unserem großen Wegweiser durch die Berichterstattung

Marco aus Oberbayern

Corona hat für mich persönlich einige Auswirkungen gehabt, die ich nun kurz schildern werde. Ich arbeite in einem Sicherheitsunternehmen, das die Kontrollen an den Gerichten in der Region bedient. Im einem Amtsgericht erkrankten vier Wachtmeister an Corona. Weder der Chef des Amtsgerichts noch ein Wachtmeister haben uns darüber informiert. Wir mussten unseren Dienst weiterführen und blieben vorerst im Unklaren. 

Ich wohne im gleichen Haus wie meine Mutter, die mittlerweile eben auf Hilfe angewiesen ist. Dadurch konnte ich den Kontakt nicht gänzlich meiden. Dazu kommt, dass meine Mutter schwer lungenkrank ist (COPD) und auch unter schwerem Asthma leidet. Wir haben daraufhin in unserer Firma Bescheid gegeben, dass es eben vier (mittlerweile bestätigte) Fälle gegeben hat. Bis heute, der Vorfall ereignete sich schon vor sechs Wochen, wurde nichts unternommen. Weder unsere Firma hat sich um unsere Anliegen gekümmert, noch kam etwas vom Amtsgericht selbst. Bis heute müssen wir Masken z. B. selbst kaufen und bekommen nichts von unserem Arbeitgeber. Es werden immer Verkäufer und Krankenschwester/Ärzte gelobt, doch wir in der Sicherheit, die voll durcharbeiten mussten, sind einen Dreck wert.

Anonym aus dem Landkreis Traunstein

Seit Montag geht eines meiner Kinder wieder zur Schule – Gott sei Dank! Oder Gott sei Dank? Zuerst bekamen alle schriftlich schon einmal die Hygienevorschriften, am Montag dann gleich in der Früh nochmal persönlich direkt in der Schule. Wie in allen Schulen: Maskenpflicht außer im Unterricht, Toilettengang nur alleine, Abstandsregel 1,5 m, tausend Mal Händewaschen, Tische desinfizieren etc. - alles okay soweit. Was mich aber massiv stört: Im Schulbus sind sie zusammengepfercht wie die Viecher, kein Platz bleibt leer, sogar stehen müssen einige - und das bei einer Fahrt von über 20 Min. außerorts! Das hat mich ja vor Corona schon gestört, dass die Sicherheit zweitrangig ist, aber jetzt?

Ich finde es eine bodenlose Frechheit, dass jetzt am falschen Fleck gespart wird. Was macht es für einen Sinn, in der Schule, an der Haltestelle und am Bahnhof die Regeln einzuhalten (bei Nichteinhalten drohen drei Wochen Schulverbot!) und dann im Bus und Zug keine Chance, auch nur irgendwelche Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Lieber Staat, das kann nicht sein! Ich bin richtig froh, dass meinem zweiten Kind das noch einige Wochen erspart bleibt!

Umfrage

Eva aus Freilassing

Ich lese täglich die Berichte mit sehr großem Interesse. Am Dienstag wurde ein Beitrag von "Anonym aus München" veröffentlicht. Der oder die verteidigt die so genannte "Schutzmaske", da ja irgendein "Spezialist" auf einmal behauptet, diese Masken würden doch tatsächlich "schützen". Darüber kann ich nur lachen. 

Diese Maskenpflicht ist eine Frechheit. Die Politiker wissen nicht mehr was sie machen sollen und auf einmal, sind die vormals von der WHO sowie RKI abgeraten Schutzmasken Pflicht! Keiner denkt an die Menschen, die mit diesen Masken acht Stunden am Tag arbeiten müssen und teilweise schwere körperliche Arbeit verrichten müssen. Schafft die unnütze Maskenpflicht endlich ab.

Die nächsten persönlichen Geschichten werden am Freitag, 15. Mai, in einem neuen Artikel veröffentlicht.  

Wie erlebt Ihr die Coronakrise? Erzählt uns Eure Geschichte

Erzählt uns, was Euch bewegt und schickt eine Mail an termine@ovb24.de (Kennwort: "Corona" im Betreff). Die OVB24-Redaktion freut sich über Eure Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen. 

Natürlich könnt Ihr uns auch mitteilen, was Euch sorgt und ängstigt in diesen Tagen und gerne auch, was Euch in dieser Zeit Freude macht. Bitte sendet uns neben Euren Zeilen, Fotos oder Videos auch unbedingt Euren kompletten Namen und Euren Wohnort.

Wir wollen unsere Reichweite aber auch nutzen, um Menschen miteinander zu verbinden und zur Nachbarschaftshilfe aufrufen. Deswegen haben wir sechs Facebook-Gruppen ins Leben gerufen: #rosenheim24 / #chiemgauhältzusammen / #innsalzachhältzusammen / #bglandhältzusammen / #wasserburghältzusammen / #mangfallhältzusammen

Coronavirus im Freistaat Bayern

Das Coronavirus breitet sich rasant aus. Im Freistaat Bayern hat das Virus bereits 2.229 Todesfälle (Stand: Donnerstag, 14. Mai, 14 Uhr) gefordert. Auch in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting gibt es bereits mehrere Todesfälle

Seit Mittwoch, 6. Mai, gilt in Bayern eine Kontaktbeschränkung. Das heißt, man darf seine Wohnung nun auch wieder ohne triftigen Grund verlassen. Zudem sind Treffen von Familien (Eltern, Großeltern, Enkel) wieder erlaubt. Seit Freitag, 8. Mai, gibt es eine weitere Lockerung der Corona-Regeln. So sind nun auch wieder Treffen von Angehörigen zweier verschiedener Haushalte möglich - und zwar sowohl im privaten als auch im öffentlichen Raum.

Seit Montag, 11. Mai, dürfen auch wieder große Kauf- und Möbelhäuser sowie Shopping-Malls vollständig öffnen. Die Maskenpflicht besteht aber weiterhin. Ab Montag, 18. Mai, können dann auch Biergärten bis 20 Uhr und ab Montag, 25. Mai, auch wieder Speiselokale aufsperren (bis 22 Uhr) - allerdings unter sehr strengen Hygienekonzepten. 

Bleibt gesund! #wirhaltenzusammen

jg/fn

Quelle: rosenheim24.de

Kommentare