Weitere persönliche Geschichten unserer Leser

Mutter aus Burghausen: "Am 14. Juni ist Wohnungsübergabe mit dem Nachmieter, aber wann können wir in unser neues Haus?"

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Zahlreiche Leser haben der OVB24-Redaktion ihre persönlichen Geschichten in der Coronakrise erzählt.

Landkreis - Es ist eine Ausnahmesituation, wie sie bisher fast noch niemand erlebt hat. Doch wie geht Ihr mit der aktuellen Coronakrise um? Zahlreiche Leser/-innen haben der Redaktion ihre persönlichen Erlebnisse geschildert.

Die Corona-Pandemie hat auch Bayern fest im Griff. Doch wie erlebt Ihr die Coronakrise? Wir haben Euch gefragt und gebeten, uns Eure positiven oder negativen Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen zu erzählen. Zahlreiche Leser/-innen haben sich auf unseren Aufruf gemeldet:


Wir haben Eure Geschichten gesammelt

Anonym aus Traunreut

Am 12. April schaffte ich es Gott sei Dank aus Brasilien nach Frankfurt zu fliegen. Es dauerte drei Tage, da man in Brasilien nur noch über Sao Paulo nach Europa reisen konnte, alle anderen Flughäfen waren gesperrt. Ich liebe zwar das eine oder andere Abenteuer, aber auf dieses hätte ich gerne verzichtet. Man konnte sich nicht sicher sein, ob man ans Ziel kommt, da auch einige andere Möglichkeiten blockiert waren. In Brasilien ging es mit dem Virus erst Mitte März los, bis dahin kein einziger Fall. In Sao Paulo und Rio ging's schlagartig los, die Behörden forschten nach und kamen zu dem Entschluss, dass seit Anfang März außergewöhnlich viele Leute aus Italien eingereist waren, also äußerte man in dieser Richtung auch einen Verdacht. In einer Fernsehsendung entschuldigte sich der Bürgermeister aus Mailand, dass er die Gefahr nicht erkannte. Im Norden, wo ich lebe, war nicht im geringsten von einem Virus die Rede.


Ohne langes Geplänkel wurde am 19. März über TV und Radio bekannt gegeben, das ab dem nächsten Tag Bars und Restaurants geschlossen seien. Es gab kein Gejaule, kein Meckern, jeder verstand die Situation und hielt sich an die Angaben über sicheres Verhalten. Da können wir überintelligente, selbstherrliche, egoistische Deutsche uns eine Scheibe abschneiden. Zumindest diejenigen, welche diese Gefahr nicht erkennen und damit ca. 70 % andere in Gefahr bringen. Aufgrund dieser Gefahr ging man auch respektvoll miteinander um, alle Achtung. 

Als ich endlich mit dem Zug in Traunreut ankam, hatte ich den Eindruck die Stadt ist mit Sicherheit coronafrei: gegenüber vom Bahnhof hinter einer Hecke hörte ich mehrere Menschen, wie sie sich vergnügten mit Getränken und Musik. Kontaktverbot? Ein Fremdwort. Auf dem Weg zu meiner Wohnung das gleiche Bild: man ging zu mehreren spazieren, am Stadtplatz waren alle Bänke voll besetzt und zu guter Letzt fuhr die Polizei vorbei und sah keinen Handlungsbedarf (nur keinen Ärger). 

In der folgenden häuslichen Quarantäne hatte ich ja genügend Zeit, in meinem Umfeld zu sehen, was sich abspielte, einfach fürchterlich. Man stand zu Gruppen herum und unterhielt sich, man stattete Besuche ab, Autos fuhren vor und holten Leute ab usw. Also ist Traunreut coronafrei oder einfach nur dumm und blöd? Zum Vergleich, der Landkreis Trairi in Brasilien hat ungefähr die Größe von Traunstein. Stand 11. Mai 2020 dort: 44 Fälle geheilt, 16 Tote, 7 in häuslicher Quarantäne, 19 mit Verdacht auf Corona, 77 negativ getestet. Und das in 7 Wochen. Also schaltet mal euer Hirn ein und denkt nach warum. Ganz einfach: die Menschen halten sich an die verordneten Sicherheitsregeln.

Nadine aus Burghausen

Auch meine Familie trifft die Corona-Pandemie. Meine Tochter, mein Partner und ich wohnen in einer Wohnung in Burghausen und haben kurz vor der Coronakrise ein Haus gekauft, eigentlich gleich jenseits der Grenze in Hochburg-Ach und doch aktuell unerreichbar. Die Übergabe mit den Vorbesitzern erfolgte noch mit Ach und Krach, danach waren wir einmal im Haus, aber auch mit viel bitten und betteln an der Grenze. 

Seitdem ist nichts mehr passiert. Obwohl ein Zweitwohnsitz gemeldet ist, können wir die erforderlichen Renovierungsarbeiten nicht durchführen, an die neue Küche ist gar nicht zu denken. Zusätzlich steht in den Sternen, wann und vor allem auch mit wem der Umzug stattfinden soll. Ich bin körperlich sicher nicht in der Lage, schwere Schränke oder ähnliches zu schleppen. Zum Glück haben uns unsere Nachmieter einen kleinen Puffer verschafft, am 14. Juni ist jetzt Wohnungsübergabe, aber logistisch wird das Ganze noch eine Meisterleistung.

Nützliche Links zu Corona:

Weitere Geschichten unserer Leser, Reportagen und Service-Artikel zum Coronavirus findet Ihr in unserem großen Wegweiser durch die Berichterstattung

Anna aus Bad Reichenhall

Ich sehe mit Sorge, wie Menschen auf Distanz gehen, sich gegenseitig anzeigen und beschuldigen. In den Medien gibt es zwei Seiten von Bürgern. Die Braven, die alles glauben und befolgen und die Bösen, die alles in Frage stellen. Die bösen Verschwörungstheoretiker, die Rechtsradikalen. Aber es gibt auch die in der Mitte. Ganz normale Bürger, so wie ich, die sich Sorgen machen über unsere Zukunft. Darüber, dass vorschnell Gesetze auf unbestimmte Zeit erlassen werden, die uns sehr einschränken. 

Besonders Angst macht mir eine mögliche Impfpflicht und wenn sie nur durch die Hintertür kommt. Ich bin kein Impfgegner, aber ich will nicht gegen ein mutierendes Virus geimpft werden, mit einem Impfstoff, der so neu ist, unsere DNA verändert und für den die Haftung nicht die Labore und Firmen übernehmen, sondern die einzelnen Länder. Ich wünsche mir, dass dies jeder selbst entscheiden darf! Ich wünsche mir, dass die Menschen zusammen halten, die Meinung des anderen respektieren, dass die Menschen auch das Schöne im Leben sehen und etwas für ihre Gesundheit tun. Ein gutes Immunsystem kann jeder gebrauchen.

Christa aus Bayern

Am Donnerstag, 14. Mai, hat eine Person aus Freilassung geschrieben, dass sie über die Mundschutzpflicht lachen muss. Liebe Leute, das Coronavirus verbreitet sich über Tröpfcheninfektion. Bei jedem Sprechen verbreitet der Mensch eine Menge an Tröpfchen, wie sollte man sowas verhindern wenn nicht mit Mundschutz? Ihr müsst einmal beobachten bei gewissem Lichteinfall, was da alles aus einem Mund rauskommt. Ihr erschreckt dabei. Das ein Mundschutz nicht angenehm ist, ist keine Frage. Aber ich bin der Meinung, nur so kann man sich schützen. Und so oft wie möglich Hände waschen. Bleibt gesund und achtsam und unterschätzt das alles nicht.

Umfrage

Johann aus Kiefersfelden

Zu der Meinung von Eva aus Freilassing, dass man die Maskenpflicht wieder abschaffen soll, nehme ich wie folgt Stellung: Ich bin seit 1998 Fachberater im Arbeitsschutz. Da gehören Masken auch zu meinem Verkaufsprogramm. Das RKI hat den Fehler gemacht, dass man nicht sofort eine Maskenpflicht eingeführt hat. Denn das ist der beste Schutz vor Viren. 

Hätten wir alle von Anfang an FFP2 oder FFP3 Masken getragen, wäre die Infektion nicht so hoch wie jetzt. Bestimmt nicht 6-stellig. Das Problem war und ist immer noch, es gibt viel zu wenige. Hätten wir genügend Masken gehabt, das RKI hätte sicherlich sofort eine Maskenpflicht gefordert.

Die nächsten persönlichen Geschichten werden am Montag, 18. Mai, in einem neuen Artikel veröffentlicht.  

Wie erlebt Ihr die Coronakrise? Erzählt uns Eure Geschichte

Erzählt uns, was Euch bewegt und schickt eine Mail an termine@ovb24.de (Kennwort: "Corona" im Betreff). Die OVB24-Redaktion freut sich über Eure Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen. 

Natürlich könnt Ihr uns auch mitteilen, was Euch sorgt und ängstigt in diesen Tagen und gerne auch, was Euch in dieser Zeit Freude macht. Bitte sendet uns neben Euren Zeilen, Fotos oder Videos auch unbedingt Euren kompletten Namen und Euren Wohnort.

Wir wollen unsere Reichweite aber auch nutzen, um Menschen miteinander zu verbinden und zur Nachbarschaftshilfe aufrufen. Deswegen haben wir sechs Facebook-Gruppen ins Leben gerufen: #rosenheim24 / #chiemgauhältzusammen / #innsalzachhältzusammen / #bglandhältzusammen / #wasserburghältzusammen / #mangfallhältzusammen

Coronavirus im Freistaat Bayern

Das Coronavirus breitet sich rasant aus. Im Freistaat Bayern hat das Virus bereits 2288 Todesfälle (Stand: Freitag, 17. Mai) gefordert. Auch in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting gibt es bereits mehrere Todesfälle. 

Seit Mittwoch, 6. Mai, gilt in Bayern eine Kontaktbeschränkung. Das heißt, man darf seine Wohnung nun auch wieder ohne triftigen Grund verlassen. Zudem sind Treffen von Familien (Eltern, Großeltern, Enkel) wieder erlaubt. Seit Freitag, 8. Mai, gibt es eine weitere Lockerung der Corona-Regeln. So sind nun auch wieder Treffen von Angehörigen zweier verschiedener Haushalte möglich - und zwar sowohl im privaten als auch im öffentlichen Raum.

Seit Montag, 11. Mai, dürfen auch wieder große Kauf- und Möbelhäuser sowie Shopping-Malls vollständig öffnen. Die Maskenpflicht besteht aber weiterhin. Ab Montag, 18. Mai, können dann auch Biergärten bis 20 Uhr und ab Montag, 25. Mai, auch wieder Speiselokale aufsperren (bis 22 Uhr) - allerdings unter sehr strengen Hygienekonzepten. 

Bleibt gesund! #wirhaltenzusammen

jg/ha

Quelle: rosenheim24.de

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