News-Ticker zur Corona-Pandemie

Neue Beschränkungen und „Winter-Knigge“ drohen - Söder-Klartext: „Nie seit dem 2. Weltkrieg...“

Markus Söder (CSU), Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern
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Markus Söder (CSU), Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern.

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Sonntag (15. November) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:


  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 206,1, Landkreis Rosenheim 245,3, Landkreis Traunstein 340,6, Landkreis Berchtesgadener Land 110,5, Landkreis Mühldorf 245,1, Landkreis Altötting 224,2 (Quelle/Stand: RKI, 15. November, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 1414, Landkreis Rosenheim 5165, Traunstein 3242, Berchtesgadener Land 1583, Mühldorf 1700, Altötting 1453 (Quelle/Stand: RKI, 15. November, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 23, Landkreis Rosenheim 212, Traunstein 98, Berchtesgadener Land 29, Mühldorf 29, Altötting 57 (Quelle/Stand: RKI, 15. November, 0 Uhr)
  • Mindestens 12.485 Todesfälle in Deutschland (3133 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:


Update, 19.22 Uhr - Söder-Klartext am Abend: „Nie seit dem 2. Weltkrieg so eingeschränkt“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich am Sonntagabend im Interview mit bild.de ausführlich zum Thema Schule geäußert. „Unser Ziel ist: Schule und Kita offen! Aber auch da steigt die Zahl der Infektionen. Und die Temperatur bei den Beteiligten in der Schulfamilie, die steigt auch. Lehrer gegen Eltern, Eltern gegen Lehrer. Schulbehörden, die sich überfordert fühlen“, so Söder.

Er wolle die Schulen zwar unbedingt offen halten, allerdings sei dies nur mit einer Maskenpflicht im Unterricht - „auch in der Grundschule“ - möglich. Söders Ziel sei es, „nicht nur Schulen offenhalten, sondern auch Qualität erhalten. Und Leistungsdruck vermeiden. Ich höre so viel davon, dass Lehrer jetzt noch schnell ein paar Prüfungen schreiben lassen. Dieser Leistungsdruck führt am Ende zu einem unfairen Schuljahr. Aber wir brauchen ein faires Schuljahr.“ Über all dies möchte Söder am Montag gemeinsam mit Kanzlerin Merkel und den anderen Länderchefs sprechen.

Allgemein hätten vor allem die jungen Menschen „einen schlimmen Sommer, ein schlimmes Jahr gehabt“. „Noch nie war eine junge Generation seit dem Zweiten Weltkrieg so eingeschränkt wie jetzt.“

Möglichen Lockerungen schob Bayerns Ministerpräsident einen klaren Riegel vor. Mann könne „noch auf keinen Fall von Lockerungen reden.“

Update, 17.32 Uhr - Lockdown-Gipfel mit Länder-Chefs am Montag: Gerüchte um Kontaktbeschränkungen und „Winter-Knigge“

Bund und Länder wollen bei Beratungen am 23. November entscheiden, ob der auf November befristete Teil-Lockdown in der Corona-Pandemie vor Weihnachten verschärft werden muss oder teils gelockert werden kann. Mehrere Länder plädierten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei einer Vorbesprechung mit dem Kanzleramt am Sonntag dafür, vor weitreichenden Entscheidungen eine weitere Woche die Entwicklung bei den zuletzt auf hohem Niveau stagnierenden Corona-Infektionszahlen abzuwarten.

Als größter Knackpunkt bei den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten an diesem Montag (14 Uhr) zeichnete sich das Schulthema ab. Zwar sei man im Grundsatz einig, dass die Schulen für Präsenzunterricht geöffnet bleiben sollten, hieß es aus Vorberatungen. Eine Mehrheit der Länder wolle jedoch aktuell nichts an den derzeit geltenden Regelungen ändern. Das Kanzleramt sei dagegen bereit, schon jetzt über Veränderungen etwa bei den in den Schulen geltenden Abstandsregeln, der Gruppengröße oder die Einführung von Wechselmodellen im Unterricht zu reden.

Nach weiteren Informationen gilt es als wahrscheinlich, dass es in der Runde am Montag eine Verschärfung der bestehenden Kontaktbeschränkungen geben könnte. Seit dem 2. November gilt, dass sich nur Angehörige des eigenen und eines weiteren Hausstands in der Öffentlichkeit aufhalten dürfen, maximal jedoch 10 Personen. Als denkbar wurde nun bezeichnet, dass man sich auf eine weitere Beschränkung einigen könne - beispielsweise darauf, dass nur noch ein Hausstand und eine weitere Person zusammenkommen dürften.

Nicht unwahrscheinlich sei, dass man sich an diesem Montag auf Maßnahmen im Bereich der Kommunikation einigen werde, hieß es weiter. So sei eine Art „Knigge“ denkbar, in dem Verhaltensregeln etwa für Kinder und Familien enthalten sein könnten. Darüber berichtete auch die Bild-Zeitung. Zudem werde auch der Schutz von Risikogruppen erneut eine Rolle spielen - diesmal aber von jenen alten und kranken Menschen, die nicht innerhalb eines Heimes lebten.

Nach Bild-Informationen könnte im „Winter-Knigge“ des Kanzleramts stehen:

  • Ein Haushalt soll nur EINEN weiteren Haushalt treffen sollen. Und zwar immer denselben.
  • Auch Kinder sind betroffen: Ein Kind soll sich, wenn möglich, immer mit demselben Freund oder derselben Freundin treffen.
  • Im Corona-Winter laute die Devise: Schon bei leichten Erkältungssymptomen sollen die Bürger sofort zu Hause bleiben und sich eine elektronische Krankschreibung ausstellen lassen.
  • Im Umgang mit älteren Menschen herrsche besondere Vorsicht. Sie sollen besonders geschützt werden, eine Isolation der Menschen soll aber unbedingt verhindert werden.
  • Oberstes Ziel des Knigges sei die Kontaktreduzierung.

Das Treffen an diesem Montag - zwei Wochen nach Inkrafttreten der November-Kontaktbeschränkungen - war von vorneherein angesetzt worden, um eine Zwischenbilanz zu ziehen. Größere Entscheidungen waren nicht geplant. Aus der Bundesregierung hieß es schon vorher, Lockerungen könne es noch nicht geben

Update, 16.06 Uhr - Söder macht Hoffnungen für Weihnachten

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat beim digitalen Bezirksparteitag der CSU Niederbayern die Corona-Einschränkungen verteidigt und zugleich Hoffungen für Weihnachten gemacht.“Unser Ziel muss sein, ein einigermaßen normales Weihnachtsfest zu feiern“, sagte Söder, der am Samstag auch an einer Internet-Landesversammlung der bayerischen Jungen Union teilnahm. 

„Wir müssen die Kontakte jedes Einzelnen um ein Dreiviertel senken“, mahnte Söder vor rund 400 zugeschalteten Delegierten und Gästen der Niderbayern-CSU. Die Inzidenzzahl müsse unter 50 sinken. Söder stimmte die Delegierten auch auf eine mögliche Verlängerung der Einschränkungen ein. Wirtschaftshilfen, insbesondere für die Gastronomie und den Kulturbereich, werde es ausreichend geben. Es bleibe auch bei dem Ziel, Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen offen zu halten – mit Maskenpflicht auch in den unteren Jahrgangsstufen und einheitlichen Regelungen. „Die Kinder sind beim Thema Maske viel gelassener als manche Eltern.“ 

Der CSU-Bezirksvorsitzende und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sagte: „Wir nehmen die Sorgen ernst, genauso Kritik und Verunsicherung.“ Nach zehn Jahren des Wachstums und der Vollbeschäftigung habe Niederbayern eine Prüfung zu bestehen. „Wir waren jetzt immer das Höher, Schneller, Weiter gewohnt und haben vielleicht auch die ein oder andere Innovation durch Behäbigkeit und Bequemlichkeit nicht verfolgt.“ Umso wichtiger sei es nun, den Blick auf die Nach-Corona-Zeit zu richten. „Wohlstand ist kein Automatismus“, mahnte Scheuer. Um diesen zu erhalten, brauche es vielfältige Ansätze.

Update, 15.05 Uhr - Alkohol und kein Abstand: Polizei beendet „Party“ in München

Am Freitagabend, 13. November, wurde die Münchner Polizei über eine größere Menschenansammlung am Wedekindplatz im Stadtteil Schwabing informiert. Laut den Anrufen sollten sich Personen vor Ort nicht an gültige Infektionsschutzregeln halten. Bei einer ersten Überprüfung wurden keine Verstöße festgestellt, was sich jedoch im weiteren Verlauf des Abends ändern sollte.

Gegen 21.20 Uhr konnten durch eine Streifenbesatzung nämlich etwa 50 Personen am Wedekindplatz festgestellt werden, die feierten und alkoholische Getränke konsumierten. Eine Einhaltung der Mindestabstände war nicht gegeben und es kam zu weiterem Zulauf aus verschiedenen Richtungen. Daraufhin riefen die Beamten Verstärkung und kontrollierten die Personen vor Ort. Insgesamt gab es letztlich 35 Platzverweise und elf Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz.

Update, 13.45 Uhr - 34 neue Fälle im Lkr. Mühldorf - weitere Klasse unter Quarantäne

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf wurden jetzt 34 neue Corona-Fälle gemeldet (Stand: 15. November, 8 Uhr). Eine Klasse des Beruflichen Schulzentrums Mühldorf befindet sich aufgrund eines positiv getesteten Schülers aus einem anderen Landkreis in Quarantäne. Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Derzeit gibt es in Stadt und Landkreis Mühldorf 366 aktive Fälle, davon werden 18 Personen stationär in einem Krankenhaus behandelt. Die 7-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen entspricht, lag nach Angaben des Landratsamtes zum o.g. Zeitpunkt bei 251,15.

Update, 12.46 Uhr - 51 neue Fälle im Landkreis Altötting

Im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes Altötting wurden im Laufe des Samstags insgesamt 51 neue Corona-Fälle bekannt (Stand: 14. November, 24 Uhr). Unter den Neu-Infizierten befindet sich unter anderem auch ein zweijähriges Kleinkind aus Reischach, wie das Landratsamt in seiner Statistik mitteilte. Die Gesamtzahl der Corona-Fälle in Stadt und Landkreis Altötting stieg damit auf 1488. Die aktuelle 7-Tage-Inzidenz beträgt laut Landratsamt Altötting derzeit 246,6.

Update, 12.06 Uhr - Österreich will alle Bürger auf Corona testen

Die österreichische Bundesregierung will möglichst alle ihre Bürger während des zweiten Lockdowns bis 6. Dezember auf das Coronavirus testen lassen - ähnlich dem Modell, wie es in der Slowakei zuletzt angewandt wurde. Diese Massentests wurden am Sonntagvormittag von Bundeskanzler Kurz (ÖVP) in der ORF-Pressestunde angekündigt. Zielgruppe sind zunächst unter anderem Lehrer, hieß es.

Update, 11.56 Uhr - Österreich: Harter Lockdown ja, Grenzkontrollen nein

Am Dienstag, 17. November, 0 Uhr, tritt der zweite „harte“ Lockdown in Österreich in Kraft. Die Maßnahmen wurden am Samstag von der Bundesregierung in Wien angesichts hoher Infektionszahlen noch einmal massiv verschärft. Unter anderem werden Schulen und Handel weitestgehend geschlossen, die Ausgangssperren gelten dann den ganzen Tag über.

Grenzkontrollen nach Bayern soll es unterdessen dagegen wohl (zunächst) keine geben, „weil alle Länder um uns herum ohnehin auch in Lockdown-ähnlichen Lagen sind, wie zum Beispiel Südtirol oder Tschechien“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Samstagnachmittag bei einer Pressekonferenz. Sollten sich die Zahlen in einem Nachbarland weiter verschlechtern und sogar schlechter als in Österreich werden, würde die Alpenrepublik über diese Frage allerdings noch einmal neu entscheiden, hieß es.

Update, 10.44 Uhr - „Maskenverweigerer“ wehrt sich gegen Festnahme

Am Freitagabend, 13. November, kontrollierten Beamte der Bundespolizei am Bahnhof Pasing in München einen 28-Jährigen, der ganz offensichtlich ohne vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz unterwegs war. Das wurde dem Ukrainer schließlich zum Verhängnis: Ein Datenabgleich mit dem Fahndungscomputer ergab nämlich eine aktuelle Notierung der Staatsanwaltschaft München II wegen gefährlicher Körperverletzung

Nach der vorläufigen Festnahme weigerte sich der Ukrainer mitzukommen, so dass die Beamten Zwang in Form von einfacher körperlichen Gewalt anwenden mussten. Außerdem fanden die Polizisten bei der anschließenden Durchsuchung auch noch Drogen. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 2,05 Promille. Der Ukrainer wird nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt.

Update, 9.05 Uhr - Inzidenzen stabilisieren sich leicht - drei weitere Tote

Corona-Fallzahlen in Südostbayern (Stand: 15. November).

Die 7-Tage-Inzidenzen in den Städten und Kreisen in Südostbayern scheinen sich etwas zu stabilisieren. Am Sonntagmorgen wurden von Seiten des Robert-Koch-Institutes (RKI) nur in zwei Landkreisen unserer Region Steigerungen registriert - und zwar in Altötting und Mühldorf. Während im Landkreis Altötting der Inzidenz-Wert von 222,3 auf 224,3 nur ganz leicht stieg, wurde aus Mühldorf (von 209,7 auf 245,1) eine erhebliche Steigerung gemeldet. Zudem registrierte das RKI in seiner Statistik jetzt zwei weitere Todesfälle im Landkreis Mühldorf (gesamt jetzt 29), die das zuständige Landratsamt jedoch bereits in seiner Meldung am Samstag veröffentlicht hatte.

Auch im Landkreis Rosenheim gibt es einen weiteren Todesfall zu verzeichnen. Die Gesamtzahl stieg damit auf 212. Die Inzidenz im Landkreis sank leicht von 249,9 auf 245,3. Ebenso fallende Werte wurden aus der Stadt Rosenheim (von 210,9 auf 206,1) und den Landkreisen Berchtesgadener Land (von 123,7 auf 110,5) und Traunstein (von 375,9 auf 340,6) gemeldet. Nichts desto trotz bleibt die Lage vor allem in letzterem Kreis sehr angespannt.

RKI meldet knapp 17.000 neue Corona-Fälle

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Deutschland jetzt 16.947 neue Corona-Infektionen gemeldet (Stand: 15. November, 0 Uhr). Das sind 5514 Fälle weniger als noch am Tag zuvor mit 22.461 neu gemeldeten Fällen innerhalb von 24 Stunden. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen jedoch meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 16.017 gelegen. Seit Beginn der Pandemie hat das RKI nun insgesamt 790.503 Infektionen erfasst (News-Ticker Samstag, 14. November).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg um 107 auf insgesamt 12.485. In Bayern wurden dabei 25 neue Todesfälle verzeichnet. Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht bei 1,05 (Stand: 14. November; Vortag: 0,99). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch gut 100 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

mw/mz/dpa

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