Nach Protesten in der Region: Wie steht Ihr dazu? *Mit Voting*

Traunsteiner Landrat Walch über Demos: "Das ist unsolidarisch!"

+
Auch in Rosenheim sahen sich viele Menschen gezwungen auf die Straßen zu gehen, um für ihre Grundrechte zu kämpfen. 

Landkreise - Demonstrationen gegen die "Anti-Corona-Maßnahmen" haben heftige Debatten entfacht. Während viele Bürger um ihre Grundrechte auf den öffentlichen Straßen und Plätzen kämpfen wollen, sehen andere diese Maßnahmen für egoistisch und unverantwortlich. 

Update, 22 Uhr - Traunsteiner Landrat Walch über Demos: "Das ist unsolidarisch"

In einem Facebook-Video wandte sich der Traunsteiner Landrat Siegfried Walch an die Bürger. Er zeigte sich schockiert über die Demonstration, die am Wochenende am Stadtplatz in Traunstein stattfand, um sich gegen die derzeitigen Corona-Maßnahmen zu stellen. 


Es fehle meilenweit an Verantwortungsbewusstsein bei denen, die zu dieser Demonstration aufgerufen haben. "Es war unsolidarisch, es war unkameradschaftlich, und zwar vor allem gegenüber den Menschen in unserer Region die seit Wochen mit viel Mühe und viel Selbstdisziplin versuchen", diese schweren Auflagen mitzumachen, betonte Walch. Der Coronavirus könne nur gemeinsam eingedämmt werden. 

Abschließend betonte der Landrat, dass in Absprache mit dem Oberbürgermeister, künftig keine Demonstrationen mehr am Stadtplatz genehmigt werden. 


Erstmeldung

Etwa seit Beginn des Jahres 2020 leidet die Welt, Europa, Deutschland und auch unsere Region unter dem Coronavirus und seinen Folgen. Im Kampf gegen das gefährliche Virus, welches wohl auf einem Tiermarkt im chinesischen Wuhan ausgebrochen war, mussten drastische Maßnahmen getroffen werden. In der ganzen Welt wurden Ausgangssperren verhängt, Reiseverbote ausgesprochen und Versammlungen untersagt. 

Seit gut einer Woche wurden zumindest in Deutschland und Bayern Lockerungen erlassen. Offiziell darf man wieder seine Eltern und Großeltern besuchen, kontaktloser Sport wie Tennis oder Golf ist wieder möglich und auch ein Treffen mit den Mitgliedern eines anderen Haushalts ist nicht mehr verboten. Dennoch gibt es weiterhin viele Einschränkungen und das Leben ist nicht mehr das selbe, wie viele es kennen und lieben. 

Corona-Demos in Rosenheim, Prien und Traunstein

Während viele Bürgerinnen und Bürger für die Maßnahmen Verständnis zeigen und diese befürworten, sehen viele Mitmenschen sich um ihre Freiheit und Rechte beraubt. In diesem Zusammenhang kam es deutschlandweit am Samstag zu vielen Demonstrationen. Auch in unserer Region (in Prien am Chiemsee, Rosenheim und Traunstein) gingen zahlreiche Menschen auf die Straßen und demonstrierten gegen die "Anti-Corona-Maßnahmen". 

"Ich wünsche mir für mich und meine Kinder die Freiheit und den Respekt/ das Recht als selbstverantwortlicher Mensch/Mutter entscheiden zu können welchen Weg der Gesunderhaltung und Heilung ich gehen möchte und welche Mittel ich wähle um gesund zu bleiben und zu werden", verkündete z.B. die Veranstalterin der Demo in Prien bei ihrer Eröffnungsrede.

Teilnehmerzahl von 50 Personen weit überschritten

Obwohl bei allen drei Versammlungen in unserer Region lediglich 50 Personen angemeldet waren, erhöhte sich die Zahl der Teilnehmer rasant. In Rosenheim saßen zwischen 13 bis 14 Uhr mehrere hundert Personen am Max-Josefs Platz rund um den Nepomukbrunnen. 

Demo für Freiheit, Sicherheit und für das Grundgesetz in Rosenheim am 9. Mai - 1

 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle
 © Erika Rolle

Der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion Rosenheim, Abuzar Erdogan, hatte die Teilnehmer der Demonstration gegen die Corona-Regeln bereits am Wochenende scharf kritisiert. "Am Samstag haben sich auf dem Max-Josefs-Platz weit mehr als die erlaubten 50 Personen versammelt und dies großteils unter Missachtung des Mindestabstands, von Mundschutz kann erst gar nicht die Rede sein", sagte Erdogan. Er vertritt die Meinung, dass die Polizei die Versammlung deswegen hätte auflösen müssen.

Warum wurde die Veranstaltung nicht aufgelöst?

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd verwies bezüglich einer möglichen Auflösung der Demonstration in Rosenheim aufgrund der erhöhten Teilnehmeranzahl auf die Stadt Rosenheim. Die Stadt meinte hierzu: "Es ist zutreffend, dass bei der Demonstration am vergangenen Samstag die Mindestabstände teilweise nicht eingehalten wurden. Offensichtlich waren es auch mehr als 50 Teilnehmer. Deshalb wird das städtische Ordnungsamt die Einleitung eines Ordnungswidrigkeiten-Verfahrens prüfen. Dennoch kam, speziell aus verfassungsrechtlichen Gründen eine Auflösung der Demonstration, auch nach Einschätzung der Polizei, nicht in Betracht."

Obwohl es Corona-Richtlinien für die einzelnen Demos gab, hätten viele Teilnehmer diese bewusst ignoriert, berichteten am Wochenende zahlreiche Leser rosenheim24.de. "Bei diesen Demonstranten steht das eigene Ego über allem. Gedränge, kein Mundschutz - aber "Mein Körper ist mein Tempel". "Impfen ist scheiße". "Meine Freiheit". "Ich, ich ich ..." Dass es bei den Einschränkungen, die wir gerade alle erleiden, um den Schutz der Mitmenschen geht, perlt an denen ab.", schreib ein Leser.

Auf der anderen Seite meldeten sich auch ein paar Befürworter zu Wort. Ein User meinte: "Find ich super, wir brauchen mutige Leute, das wir Aufstehen und uns nicht alles gefallen lassen."

rosenheim24.de ist derzeit bemüht, alle Seiten zu Wort kommen zu lassen. Es wurden bereits entsprechende Anfragen bei den Städten und Gemeinden, den Veranstaltern, Gegnern und Befürwortern gestellt.  

Gerne können Sie auch Ihre Meinung im Kommentarbereich niederschreiben. Einzelne Kommentare greifen wir für Artikel dann auf.

Quelle: rosenheim24.de

Kommentare