News-Ticker zur Corona-Pandemie

R-Wert in Deutschland über 2,0 -  1331 Fälle in Fleischfabrik: Tönnies unter Druck

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In der Stadt Verl (NRW) wurde eine Quarantänezone eingerichtet.

Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Inzwischen wurden die Maßnahmen vielerorts bereits deutlich gelockert - auch in Bayern. Die Entwicklungen am Wochenende, 20. und 21. Juni, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:


  • Infizierte Personen: Landkreis Rosenheim 2798, Landkreis Traunstein 1326, Landkreis Berchtesgadener Land 306, Landkreis Mühldorf 500, Landkreis Altötting 601
  • Todesfälle: Rosenheim 217, Traunstein 87, Berchtesgadener Land 24, Mühldorf 27, Altötting 58
  • Mindestens 8856 Todesopfer in Deutschland (2556 in Bayern) 
  • Ausgangsbeschränkung (bis einschl. 5. Mai) wurde zu Kontaktbeschränkung (ab 6. Mai)
  • Der "Bayern-Plan" gegen Corona: Alle Lockerungen im Überblick
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV ab 27. April
  • Neue Corona-Warn-App vorgestellt: www.corona-warn-app.de
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus

Hinweis der Redaktion: Aktuell stehen leider keine Grafiken zu den aktuellen Fallzahlen aus den Landkreisen der Region zur Verfügung. Der Grund hierfür ist, dass die zuständigen Gesundheitsämter nun teilweise von einer täglichen auf eine wochenweise Übermittlung der Fallzahlen umgestiegen sind. Die Redaktion wird die Grafik(en) demnächst auf eine wochenweise Darstellung umstellen und dann voraussichtlich immer freitags gesammelt für alle Landkreise veröffentlichen. Die Zahlen unter der Rubrik "Das Wichtigste in Kürze" werden weiterhin - sofern möglich - täglich aktualisiert.


Update, 20.25 Uhr - R-Wert jetzt über 2,0 in Deutschland

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, über den Wert von 2,0 gestiegen. Den „7-Tage-R“ schätzt das Institut auf 2,3. Das teilte das Robert Koch-Institut am Sonntagabend, 21. Juni, mit. Der Anstieg sei hauptsächlich auf lokal begrenzte Ausbrüche zurückzuführen.

Update, 19.10 Uhr - Mehr als 1300 Corona-Fälle in Fleischfabrik - Tönnies unter Druck

Nach dem Corona-Ausbruch mit mehr als 1300 Infizierten in einer Fabrik des Fleischkonzerns Tönnies bleiben dem Kreis Gütersloh drastische Einschränkungen des Alltags vorerst erspart. Nach einer Krisensitzung stellte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet jedoch klar, dass ein regionaler Lockdown weiter eine Option sei, um die Infektionen unter Kontrolle zu bekommen. In der Kritik von Politik und Verbraucherschützern stehen der Unternehmer Clemens Tönnies sowie die Branche insgesamt - der Vorwurf: Ungesunder Preiskampf bei Fleisch zu Lasten der Beschäftigten, der Landwirte und des Tierwohls.

Es gebe "ein enormes Pandemie-Risiko", warnte Laschet am Sonntag in Gütersloh. Das Infektionsgeschehen sei jedoch bei der Firma lokalisierbar, und es gebe keine Infektionskette in die übrige Bevölkerung der Region. Sein Kabinett war zu einer Krisensitzung zusammengekommen.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält die Entscheidung für falsch. "Der Ausbruch blieb so lange unentdeckt, dass er sich längst auf die Bevölkerung ausdehnen konnte", twitterte er.

Die Zahl der Infizierten in der Fabrik in Rheda-Wiedenbrück stieg bis Sonntag nach Angaben des Kreises auf 1331. Die Tests auf dem Gelände der Firma seien am Samstag abgeschlossen worden, hieß es. Insgesamt 6139 Tests seien gemacht worden, 5899 Befunde lägen zunächst vor, bei 4568 Beschäftigten sei das Virus nicht nachgewiesen worden.

In den vier Krankenhäusern im Landkreis werden derzeit 21 Covid-19-Patienten stationär behandelt. Davon liegen 6 Personen auf der Intensivstation, zwei von ihnen müssen beatmet werden. Fünf der sechs sind nach Angaben des Kreises Tönnies-Beschäftigte

Die Politik sieht parteiübergreifend Handlungsbedarf. "Fleisch ist zu billig", sagte Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Sie setzt sich daher nun auch für eine Tierwohlabgabe ein, die auf Fleisch, Wurst und anderes aufgeschlagen werden könnte. "Dabei soll Fleisch kein Luxusprodukt für Reiche werden. Aber auch keine Alltagsramschware."

NRW-Ministerpräsident Laschet richtete sich direkt an das Unternehmen. "Wir werden auch Herrn Tönnies beim Wort nehmen, dass er gesagt hat, es kann keinen Zustand geben wie zuvor. Wir brauchen neue Regeln, neue Bedingungen – und das ist auch das, was wir vom Unternehmen erwarten", sagte Laschet.

Update, 17.53 Uhr - Corona-Party mit 500 Personen in Berlin

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) berichtet von Partys im Berliner Stadtteil Neukölln - mit bis zu 500 Gästen. Nach Corona-Auflagen illegal also. Ein hauseigener Reporter hatte sich nach Angaben des Senders unerkannt unter die Feiernden gemischt. Erst Anfang des Monats erregten Schlauchbootparties trotz Corona auf dem Berliner Landwehrkanal Aufsehen.

„Aber wie siehst Du das hier mit den Abständen?“, fragt der rbb-Reporter einen Gast in einem Raum, oder offenbar ein Kellergewölbe ist. „Corona ist in der Hasenheide schon seit März kein Ding“, lautet die Antwort, begleitet von einem Lacher. Die Hasenheide ist ein Straßenzug in Neukölln. „Und wie lange gibt es diese Partys hier schon?“ ist die Nachfrage. „Das hat sich jetzt immer mehr entwickelt... aber dass es jetzt so extrem ist, das habe ich bislang nicht gesehen.“ Auf den Videoaufnahmen ist zu erahnen, wie Menschen eng beieinander tanzen, Masken sind keine zu erkennen.

Update, 15.27 Uhr -  47 831 Coronavirus-Fälle in Bayern - 2562 Tote

In Bayern sind nach neuesten Angaben bisher 47 831 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Gestorben sind 2.562 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Sonntag (Stand 10.00 Uhr) auf seiner Webseite mit.

Die geschätzte Zahl der Genesenen lag demnach bei 44 550 Personen.

Update, 13.31 Uhr - Merkel wirbt für Corona-App - Mehr als zehn Millionen Downloads

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat alle Bürger zum freiwilligen Nutzen der neuen Corona-App aufgerufen, die inzwischen mehr als zehn Millionen Mal heruntergeladen wurde. Die Anwendung sei "ein wichtiger Helfer, wenn es darum geht, Infektionsketten zu erkennen und zu unterbrechen", sagte Merkel in ihrer wöchentlichen Videobotschaft (Samstag). "Je mehr mitmachen, desto größer ist dieser Nutzen." Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagnachmittag auf Twitter mitteilte, wurde die am vergangenen Dienstag gestartete App inzwischen 10,6 Millionen Mal auf Smartphones heruntergeladen.

Merkel warb um Vertrauen in den Datenschutz der App. Sie sichere die Privatsphäre, indem sie erzeugte Daten konsequent verschlüssele. Geodaten würden nicht erhoben, Daten nicht zentral gespeichert. Die App sei zudem absolut freiwillig. "Es gibt keine Belohnung für die Benutzung und keinen Nachteil, wenn sich jemand dagegen entscheidet."

Die im Auftrag des Bundes entwickelte Warn-App kann seit Dienstag heruntergeladen werden - unter bestimmten Voraussetzungen an die Handy-Betriebssysteme. Sie kann messen, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Dann kann man sich auf Kassenkosten testen lassen.

Merkel sagte: "Die App kann nun unser Begleiter und Beschützer werden." Ohne diese technische Hilfe seien Gesundheitsämter weiterhin nur auf das Gedächtnis und die Auskunftsbereitschaft infizierter Menschen angewiesen. Die Kanzlerin mahnte zugleich: "Am wichtigsten bleibt es, neue Infektionen von vornherein zu vermeiden." Dafür komme es nach wie vor auf das Verhalten an. Abstand halten, Händewaschen und das Tragen von Alltagsmasken blieben unerlässlich.

Update, 12.19 Uhr - Fünf Tönnies-Beschäftigte werden intensivmedizinisch behandelt

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies werden im Kreis Gütersloh derzeit insgesamt 19 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt. Es handele sich "fast ausschließlich" um Mitarbeiter von Tönnies, sagte die stellvertretende Pressesprecherin des Kreises Gütersloh, Beate Behlert, am Sonntag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Sechs von ihnen würden intensivmedizinisch behandelt, darunter seien fünf bei Tönnies beschäftigt. Zwei der sechs Patienten würden beatmet.

Am Samstagnachmittag hatte die Zahl der positiv getesteten Tönnies-Mitarbeiter in der Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück bei 1029 gelegen. Die Behörden haben alle rund 6500 Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt.

Update, 11.20 Uhr - Regierungssprecher dankt Bundesliga für Werbung für Corona-App

Regierungssprecher Steffen Seibert hat den Vereinen der Fußball-Bundesliga für ihre Werbung für die neue Corona-App gedankt. "Der Fußball, die Liga, die Vereine zeigen, dass sie eine gesellschaftliche Kraft haben. Sie haben mehr zu sagen über das Feld hinaus", sagte Seibert am Samstag im TV-Sender Sky vor der Bundesliga-Partie Hertha BSC gegen Bayer Leverkusen in Berlin. "Dass sie das unterstützten, ist großartig, das sind keine kleinen Werte."

Am 33. und 34. Spieltag der Bundesliga und 2. Bundesliga werden die Wettbewerbslogos auf den Trikotärmeln aller 36 Proficlubs durch das Logo der App ersetzt. Christian Seifert, Sprecher des DFL-Präsidiums, hatte dazu in einer Mitteilung erklärt: "Es ist uns ein Anliegen, die Reichweite der Bundesliga und 2. Bundesliga zu nutzen, um bundesweit auf dieses Angebot aufmerksam zu machen."

Die im Auftrag des Bundes entwickelte Warn-App war am vergangenen Dienstag gestartet. Sie kann messen, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Dann kann man sich auch ohne Symptome auf Kassenkosten testen lassen. Die App wurde inzwischen laut Seibert mehr als 10,5 Millionen Mal heruntergeladen.

Update, 10.21 Uhr - IG Metall sieht "Hunderttausende Stellen in Gefahr"

Die IG Metall sieht wegen den Folgen der Corona-Pandemie "Hunderttausende Stellen" bedroht und fordert ein sofortiges Gegensteuern der Politik. Allein aufgrund von Insolvenzen seien "150 000 Arbeitsplätze akut bedroht, wenn nicht schnell sichtbar konjunkturelle Impulse gesetzt werden", sagte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Samstag).

"Die Metall- und Elektroindustrie sowie der Stahl befinden sich noch im Abwärtsstrudel. In Branchen wie dem Maschinenbau und dem Anlagenbau schlagen die Auftragseinbrüche erst jetzt richtig durch, über 20 Prozent der Betriebe haben erst im Mai oder Juni mit Kurzarbeit begonnen", sagte Hofmann. Allein in der Metall- und Elektroindustrie seien mehr als zwei Million Beschäftigte in Kurzarbeit. Einer bundesweiten Betriebsumfrage der IG Metall zufolge gebe es in sieben von zehn Betrieben Kurzarbeit, so die "WAZ".

Hofmann kritisierte, dass nur rund ein Viertel des 130 Milliarden Euro schweren Hilfsprogramms der Bundesregierung auf die kurzfristige Belebung der Konjunktur ziele. Offen sei zudem, welchen Nutzen die Senkung der Mehrwertsteuer habe. "Das ist eher eine Schrotflinte. Restaurants werden sie nutzen, um mehr zu verdienen statt die Preise zu senken - was in ihrer Situation nachvollziehbar ist, aber den Konsum nicht steigert", sagte Hofmann. "Und die Autohersteller werden damit vor allem SUV und großräumige Fahrzeuge bewerben, weil sie die größten Gewinnmargen bringen." Hofmann betonte, er hätte sich "zielgenauere Impulse wie die Umweltprämie gewünscht".

Der IG-Metall-Chef hatte die SPD-Spitze scharf dafür kritisiert, dass sie die Umweltprämie für die Autobranche in den Verhandlungen mit der Union verhindert hat. Die Mehrwertsteuersenkung fördere nun "vor allem Autos der höheren Preisklasse, egal, was aus dem Auspuff kommt. Das soll klimafreundlicher sein?", sagte Hofmann. Eine "konditionierte Prämie" hätte dagegen vor allem den Absatz kleinerer, sparsamer Wagen angeschoben.

Update, 21. Juni, 7.55 Uhr - Bayern lockert sich: Immer weniger Corona-Beschränkungen

Nach drei Monaten im Corona-Ausnahmezustand dürfen sich wieder bis zu zehn Menschen in Bayern im öffentlichen Raum treffen. Im privaten Umfeld gibt es gar keine Beschränkungen mehr. Doch das sind nicht die einzigen Änderungen bei den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, die die Staatsregierung beschlossen hat. Eine Übersicht, was sich ab Montag im Freistaat ändert:

Kann ich wieder eine größere Party feiern?

Ja - sofern es sich um Familienfeiern wie Hochzeiten oder Geburtstage handelt. Ab Montag sind in Innenräumen bis zu 50 Personen erlaubt, im Freien dürfen es sogar maximal 100 sein. Partys im Sinne eines Discobesuchs bleiben aber tabu. Auch öffentliche Festivitäten fallen unter das Verbot von Großveranstaltungen, das bis Ende August gilt.

Darf unsere Stammtischrunde wieder zusammenkommen?

Ja. Zum einen wurden die Kontaktbeschränkungen gelockert: Seit Mittwoch dürfen zehn Personen im öffentlichen Raum zusammenkommen, die nicht mehr zwingend aus höchstens zwei Haushalten sein müssen. Das Abstandsgebot von 1,5 Metern und die Maskenpflicht gelten aber weiterhin. Zum anderen gelten die Lockerungen für Veranstaltungen beispielsweise auch für Vereinssitzungen.

Kann ich mehr shoppen?

Jein. An den Öffnungszeiten ändert sich nichts, aber es dürfen mehr Menschen in ein Geschäft. Ab Montag können sich in Läden rund doppelt so viele Menschen pro Quadratmeter aufhalten wie bisher. Genau genommen muss der Handel andersrum denken: Zulässig ist eine Person pro zehn Quadratmeter - so kann jeder ausrechnen, wie viele Menschen in sein Geschäft dürfen. Bislang war nur eine Person auf 20 Quadratmetern erlaubt. Die heruntergesetzte Grenze gilt auch in Freizeit- und Kultureinrichtungen wie Museen und Zoos.

Brauchen Mitarbeiter weiter Masken?

Wenn sie an Kassen oder Theken von Ladengeschäften oder an Rezeptionen sitzen, die etwa durch Glasscheiben zuverlässig geschützt werden, entfällt die Pflicht für eine Mund-Nasen-Bedeckung.

Wo ist Schwimmen möglich?

Freibäder sind schon länger wieder geöffnet. Aber auch wenn das Wetter wieder besser wird, dürfen ab Montag ebenso Hallenbäder, Innenbereiche von Thermen und Hotelschwimmbäder samt Wellness-Bereichen wieder besucht werden.

Bleiben die Kinos so leer wie bisher?

Das muss nicht sein. Bei Kulturveranstaltungen sind ab Montag wieder mehr Zuschauer erlaubt - in Innenräumen bis zu 100 mit zugewiesenen Sitzplätzen, in Außenbereichen bis zu 200. Auch hier gilt weiterhin die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Verdopplung der Höchstzahl bei den Besuchern soll der Kulturbranche entgegenkommen. Wegen der bisherigen Auflagen waren viele Veranstaltungen für die Organisatoren und Betriebe unwirtschaftlich.

Was ändert sich im Tourismus?

Auf Campingplätzen sollen wieder gemeinsame Sanitärbereiche genutzt werden dürfen.

Werden die Abstandsregeln für Kirchenbesucher angepasst?

Ja. Für öffentlich zugängliche Gottesdienste in Kirchen, Synagogen und Moscheen oder Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften gilt ab Montag ein Mindestabstand zwischen den Teilnehmern von 1,5 Meter und nicht wie bisher von 2 Metern. Für kirchliche Feiern wie Beerdigungen gelten zudem dieselben Teilnehmerzahlen wie für andere Veranstaltungen.

Darf wieder gesungen werden?

Ja. Wegen der Verbreitung der Viruspartikel über sogenannte Aerosole stand das Singen lange in der Kritik. Laien-Chöre dürfen ab Montag aber wieder gemeinsam singen. Hier gilt allerdings ein größerer Sicherheitsabstand von zwei Metern. Außerdem sollen die Proben zeitlich begrenzt werden. Und regelmäßiges Lüften wird Pflicht.

Wie sieht es mit Sport aus?

Ab Montag ist der Lehrgangsbetrieb wieder gestattet. Die bislang geltenden Obergrenzen für den Outdoor- und Indoor-Sport von 20 Personen werden aufgehoben. Die Teilnehmerbegrenzung ist dann abhängig von der Raumgröße und der Art der Belüftung.

Update, 20. Juni, 19.31 Uhr - Stadt Verl richtet Corona-Quarantänezone ein - 670 Bewohner betroffen

Nach positiven Corona-Tests bei zahlreichen Tönnies-Mitarbeitern hat die Stadt Verl (Landkreis Gütersloh) im Stadtteil Sürenheide eine Quarantänezone eingerichtet. Mehrere Mehrfamilienhäuser, in denen Werkvertragsarbeiter der Firma Tönnies untergebracht sind, wurden unter Quarantäne gestellt. Am Nachmittag wurde der gesamte Bereich abgeriegelt, wie die Stadt - auch wenn sie nicht zu den Tönnies-Beschäftigten gehören am Samstag mitteilte. In den betroffenen Häusern leben in drei Straßenzügen insgesamt knapp 670 Menschen.

"Uns ist bewusst, dass wir mit der generellen Quarantäne tief in das Leben der dort lebenden Menschen eingreifen, auch wenn sie ganz woanders arbeiten und außer der Nachbarschaft keine Berührungspunkte mit der Firma Tönnies haben", erklärte Bürgermeister Michael Esken. "Aber wir müssen alles tun, um die weitere Verbreitung des Virus so weit wie möglich zu reduzieren. Dazu ist die strikte Einhaltung der Quarantäne unerlässlich", betonte er.

Nach Angaben der Polizei Bielefeld wurde der Bereich zunächst durch Einsatzkräfte abgeriegelt. Gleichzeitig hätten Mitarbeiter der Stadt damit begonnen, Bauzäune aufzustellen. Nach Angaben der Stadt wurden allein am Zollhausweg, einem der drei Straßenzüge, 78 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet. Am Sonntag will das Kreisgesundheitsamt bei allen Bewohnern der Zone, bei denen noch kein Test durchgeführt wurde, einen Rachenabstrich nehmen.

Das Deutsche Rote Kreuz stellt für die ersten beiden Tage Lunchpakete und Getränke zur Verfügung

Update,18.16 Uhr - Quarantäne in Göttingen: Bewohner bewerfen und verletzen Polizisten

Bewohner des in Göttingen unter Quarantäne stehenden Gebäudekomplexes haben Polizisten mit Gegenständen beworfen und mehrere von ihnen verletzt. Nach ersten Erkenntnissen war der Missmut über die Quarantänemaßnahmen wegen des Coronavirus bei den Bewohnern am Samstagnachmittag angestiegen, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Mehrere Bewohner hatten demnach versucht, die Zäune, die die Stadt aufgestellt hatte, zu überwinden. Zudem sei die zur Amtshilfe eingesetzte Polizei aus dem Gebäude heraus mit Gegenständen beworfen worden. Dabei wurden Polizeiangaben zufolge mehrere Beamte verletzt, wie viele war zunächst unklar.

Die Stadt Göttingen hatte am Samstag mit den Nachtestungen der Bewohner begonnen. Wie ein Sprecher der Stadt sagte, sollten am Nachmittag diejenigen erneut auf eine Corona-Infektion untersucht werden, die bei der ersten großen Testaktion ein negatives Ergebnis hatten. Zuvor hatte die Stadt die rund 700 Menschen unter Quarantäne gestellt.

Seit Donnerstag wurden bei knapp 120 Menschen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt. In der Wohnanlage leben nach Angaben der Stadt mehr als 200 Kinder und Jugendliche in prekären Wohnverhältnissen.

Update, 17.16 Uhr - 47 812 Coronavirus-Fälle in Bayern - 2563 Tote

In Bayern sind nach neuesten Angaben bisher 47 812 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Gestorben sind 2563 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Samstag (Stand 10.00 Uhr) auf seiner Webseite mit. Die geschätzte Zahl der Genesenen lag demnach bei 44 530 Personen.

Update, 15.22 Uhr - Autoversicherung: Geld zurück dank Corona

Den deutschen Autofahrern hilft die Corona-Krise beim Sparen - und das nicht nur durch gesunkene Benzinpreise. Weil weniger gefahren wird und weniger Unfälle passieren, können viele Fahrzeugbesitzer auch von der Autoversicherung Geld zurückbekommen, wie ein Umfrage bei Versicherern und dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ergab.

Wer monatelang nicht ins Büro pendelte und daher 2020 weniger Kilometer fahren wird als bei seiner Versicherung angegeben, kann seinen Vertrag dem GDV zufolge häufig anpassen. Auch bei der Allianz als einem der größten Autoversicherer Deutschlands ist dies so, wie ein Sprecher bestätigte: Wer weniger fahre als geplant, erhalte am Ende des Jahres Geld zurück.

Wer schon jetzt wisse, dass er weniger fahren werde, könne das zudem auch jetzt schon angeben und gleich Geld zurückerhalten. "Bei einer Reduzierung der Kilometerklasse von 10 000 auf 8 000 Kilometer kann dies zu einer Prämienrückerstattung von durchschnittlich 50 Euro führen", sagte der Allianz-Sprecher.

Noch weiter geht die HUK Coburg. Auch hier ist eine Reduzierung der Fahrleistung möglich, wie eine Sprecherin sagte. Darüber hinaus hat der Versicherer zugesagt, Kunden bei merklich niedrigeren Schäden in diesem Jahr daran "partizipieren zu lassen" - unabhängig von der Fahrleistung.

Derzeit deuten die vorliegenden Zahlen in Richtung niedrigerer Schäden. Der April brachte sogar die niedrigste Unfallzahl seit 30 Jahren mit einem Rückgang von mehr als einem Drittel. Doch das kann sich schnell ändern. So meldete die HUK kürzlich, dass die Deutschen wieder mehr fahren - wenn auch noch nicht wieder so viel wie vor der Krise. Und bei der Allianz heißt es, dass man bereits im Mai wieder ein tendenziell steigendes Unfallaufkommen beobachte.

Hinzu kommt, dass die Corona-Krise in manchen Bereichen auch zu mehr Autofahrten führen kann. Der GDV führt dabei Pendler an, die wegen der Pandemie vielleicht lieber mit dem Auto zur Arbeit fahren. Bei der Allianz verweist man zudem darauf, dass Menschen, die in Deutschland statt im Ausland Urlaub machen, möglicherweise öfter das Auto nehmen, weil sie nicht fliegen. Und dem Versprechen der HUK Coburg kann durchaus auch noch das Wetter dazwischen kommen, beispielsweise mit teuren Hagelschäden an Autos.

Update, 14.23 Uhr - Bislang 1029 Tönnies-Mitarbeiter positiv auf Corona getestet

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies sind mittlerweile 1029 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden. Dies teilte der Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer, am Samstagnachmittag mit. Insgesamt lägen 3127 Befunde vor.

Update, 13.51 - Merkel wirbt für Nutzung der neuen Corona-App

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat alle Bürger zum freiwilligen Nutzen der neuen Corona-App aufgerufen. Die Anwendung sei "ein wichtiger Helfer, wenn es darum geht, Infektionsketten zu erkennen und zu unterbrechen", sagte sie in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. "Je mehr mitmachen, desto größer ist dieser Nutzen."

Merkel warb in dem am Samstag veröffentlichten Video um Vertrauen in den Datenschutz der App. Sie sichere die Privatsphäre, indem sie erzeugte Daten konsequent verschlüssele. Geodaten würden nicht erhoben, Daten nicht zentral gespeichert. Die App sei zudem absolut freiwillig. "Es gibt keine Belohnung für die Benutzung und keinen Nachteil, wenn sich jemand dagegen entscheidet."

Die im Auftrag des Bundes entwickelte Warn-App war am vergangenen Dienstag gestartet. Sie kann messen, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Dann kann man sich auch ohne Symptome auf Kassenkosten testen lassen. Die App wurde inzwischen mehr als neun Millionen Mal heruntergeladen.

Merkel sagte: "Die App kann nun unser Begleiter und Beschützer werden." Ohne diese technische Hilfe seien Gesundheitsämter weiterhin nur auf das Gedächtnis und die Auskunftsbereitschaft infizierter Menschen angewiesen. Die Kanzlerin mahnte zugleich: "Am wichtigsten bleibt es, neue Infektionen von vornherein zu vermeiden." Dafür komme es nach wie vor auf das Verhalten an. Abstand halten, Händewaschen und das Tragen von Alltagsmasken blieben unerlässlich.

Update, 12.56 Uhr - Alle Tönnies-Mitarbeiter in Rheda-Wiedenbrück unter Quarantäne

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies müssen sämtliche Mitarbeiter am Standort Rheda-Wiedenbrück in Quarantäne. Das betreffe auch die Verwaltung, das Management und die Konzernspitze, teilte der Kreis Gütersloh am Freitagabend mit. Auch sämtliche "Haushaltsangehörige" der Beschäftigten seien unter Quarantäne.

"Wir werden alles unternehmen, um einen weitreichenden Lockdown im Kreis Gütersloh zu verhindern. Leider müssen wir feststellen, dass die für das Personal in den Produktionsbereichen am 16. Juni erlassenen Quarantänen nicht von allen eingehalten wurden", sagte Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) laut Mitteilung. Die Überprüfung der Quarantäne werde mit den örtlichen Ordnungsbehörden und mit weiteren auswärtigen Kräften deutlich verstärkt. Wie viele Menschen nun konkret betroffen sind, blieb zunächst offen. Landrat Adenauer hatte bereits zuvor Quarantäne für rund 7000 Menschen verfügt. Das wurde nun ausgeweitet.

Coronavirus-Ausbruch bei Tönnies

Nach Angaben des Kreises wurden mittlerweile 3500 Tests bei der Firma Tönnies vorgenommen. Am Freitag seien allein 1450 Mitarbeiter getestet worden, berichtete der Kreis am späten Nachmittag. Bislang wurden insgesamt 803 Infizierte registriert. 463 Testergebnisse waren negativ. Die restlichen Befunde stehen noch aus.

Update, 11.45 Uhr - Keine Maskenpflicht mehr während des Gottesdienstes

Ab Montag lockert die bayerische Staatsregierung die Maskenpflicht bei Gottesdiensten. Wie unser Partnerportal merkur.de berichtet, müssen die Gläubigen dann nur noch beim Betreten und Verlassen der Kirchen einen Mund-Nase-Schutz tragen. Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (CSU) sagte, dass es die infektiologische Sicht erlaube, auf die Masken beim Sitzen in der Kirchenbank zu verzichten.

Auch die 60-Minuten-Beschränkung für Gottesdienste wird aufgehoben. Die Kirchen müssten aber beim Gesang für Zurückhaltung sorgen. Denn der Virenausstoß beim Singen sei ein wichtiger Grund für die Maskenpflicht gewesen. Zuletzt hatten sich viele Gläubige darüber geärgert, dass für die Gottesdienste noch immer eine Maskenpflicht gilt, während Gäste in Wirtshäusern ohne Maske sitzen können.

Update, 10.36 Uhr - Söder in Videobotschaft: "Haben echt verdammtes Glück gehabt"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnt vor einer wieder stärkeren Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland. "Wir haben echt verdammtes Glück gehabt", sagte er in einer am Samstag auf Twitter verbreiteten Videobotschaft. "Ich glaube, dass wir Tausenden von Menschen das Leben gerettet haben durch die Maßnahmen, die wir getroffen haben."

Jetzt gelte es den "Schatz einer niedrigen Zahl an Infektionen zu bewahren", sagte Söder. Doch es gebe erste Fälle, "wo es sich wieder zurück schleicht". Angesichts der Fälle in Nordrhein-Westfalen oder Berlin spüre man, "dass wir sehr aufpassen müssen". Corona sei nicht vorbei. "Das ist wie ein Funke, der in einem Busch ein entsprechendes großes Feuer auslösen kann."

Update, 9.21 Uhr - Huml: Mehr als eine Million Corona-Tests in Bayern

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat Bayern die Tests von möglichen Infizierten massiv ausgebaut. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml betonte am Samstag: „Die Zahl der Corona-Tests in Bayern hat jetzt die Eine-Million-Marke überschritten. Das ist ein großer Erfolg bei dem Ziel, die Pandemie einzudämmen.“

Die Ministerin erläuterte: „Mittlerweile können wir mehr als 21.000 Tests pro Tag vornehmen. Das ist ein wichtiger Fortschritt. Denn um Infektionsketten zu durchbrechen und die Verbreitung des Virus zu bremsen, müssen wir schnell Klarheit bei Verdachtsfällen schaffen.“

Konkret hat das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bislang in Bayern 1.008.475 PCR-Tests auf SARS-CoV-2 registriert. Die Tests werden vom LGL sowie von mehr als 50 privaten Laboren analysiert. Das LGL hat dabei mit rund 120.000 Tests die meisten Proben auf SARS-CoV-2 untersucht.

Huml betonte: „Um den Schutz der Bevölkerung vor einer Corona-Infektion zu gewährleisten, ist eine hohe Testkapazität unverzichtbar. Auf dieser Strategie bauen wir weiter auf. Deswegen hat der Ministerrat am 16. Juni beschlossen, ein bayerisches Testkonzept einzuführen. Ein Eckpunkt ist, dass alle Menschen, die auf eine COVID-19-Erkrankung getestet werden wollen, Gewissheit darüber erhalten sollen, ob sie sich infiziert haben.“

Dem Konzept zufolge wird allen Bürgern Bayerns so bald wie möglich angeboten, sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen. Dazu werden derzeit die organisatorischen Vorbereitungen getroffen. Symptomatische Verdachtsfälle auf eine COVID-19-Erkrankung sollen wie bisher prioritär getestet werden.

Update, 8.30 Uhr - 12 neue Corona-Fälle in München

In München wurden am Freitag, 19. Juni (Stand 13.30 Uhr), 12 neue Corona-Fälle gemeldet. Damit sind in der Landeshauptstadt bislang insgesamt 6.624 Infektionen bestätigt. In dieser Zahl enthalten sind 6.119 Personen, die bereits genesen sind, sowie 215 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz für München beträgt 3,33. Sie entspricht der Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und wird täglich vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bayernweit ermittelt (t1p.de/lgl-inzidenz). Um lokale Ausbruchsereignisse rechtzeitig eindämmen zu können, wurde für die 7-Tage-Inzidenz ein Schwellenwert von 50 sowie als „Frühwarnsystem“ ein Signalwert von 35 festgelegt.

Die Reproduktionszahl für München liegt bei 0,93 (Stand 18.6.) – das bedeutet, dass statistisch gesehen 100 Infizierte 93 Menschen neu anstecken. Je deutlicher die Reproduktionszahl über 1 liegt, umso schneller breitet sich das Coronavirus weiter aus. Je weiter sie unter 1 sinkt, umso weniger Neuinfektionen sind zu erwarten.

Hohe Zahl an Corona-Neuinfektionen, R-Wert steigt wieder über 1

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle ist in Deutschland am Freitag auf 188.716 gestiegen - das sind 774 Infizierte mehr als am Vortag. Das geht aus den Zahlen hervor, die die Gesundheitsämter der Bundesländer täglich veröffentlichen. Insgesamt sind 8.854 Menschen an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung verstorben - 13 Todesfälle kamen in den vergangenen 24 Stunden hinzu. Alle Bundesländer hatten mindestens eine Neuinfektionen zu melden.

Der Reproduktionswert (R), der bei niedrigen Infektionszahlen stark schwankt, ist laut des Robert-Koch-Instituts von zuletzt 0,86 auf 1,06 über den kritischen Wert 1 gestiegen. Die Zahl der Genesenen erhöhte sich auf 174.400 . Aktiv infiziert sind inzwischen rund 5.500 Menschen - etwa knapp 500 mehr als am Donnerstag. Damit ist die Zahl der aktiv Infizierten erstmals seit Wochen wieder deutlich gestiegen.

mh/fgr/dpa

Quelle: rosenheim24.de

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