WURDE DIE SCHÜLERIN 1976 ERMORDET?

Fall Maria Frischholz: So geht es nach dem Fund der Knochenteile weiter

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Bei Grabungen nach der Leiche von Maria Frischholz fanden die Ermittler am Dienstag Knochenteile.
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Georgenberg/Neustadt an der Waldnaab/Oberpfalz - Seit über 40 Jahren gilt Monika Frischholz in Bayern als vermisst. Die 12-Jährige kam von einem Treffen mit Freundinnen nie nach Hause. Bei Grabungen fanden die Ermittler am Montag einen vergrabenen VW Käfer, am Dienstag Knochenteile. 

Update, 14.55 Uhr: Grabungen gehen nächste Woche weiter

Montag und Dienstag gruben Ermittler in einem Waldstück bei Waldkirch/Georgenberg nach der Leiche der vermissten Schülerin. Nach dem Fund eines grünen VW Käfers und kleinen Knochenteilen, wurde die Suche eingestellt. 

Wie der BR nun berichtet, sollen die Grabungen offenbar kommende Woche fortgesetzt werden. Es seien mehrere Stellen ermittelt worden, wo die damals Zwölfjährige vergraben sein könnte. Zwischenzeitlich wolle man jedoch zuerst das bei den Grabungen gefundene Material auswerten. Neben mehreren Gegenständen und dem Käfer seien auch Stofffetzen gefunden worden. Ob die Gegenstände mit dem Fall in Zusammenhang stehen, müsste noch untersucht werden.

Der gefundene VW Käfer stehe ersten Erkenntnissen nach eher nicht mit dem Fall in einem Zusammenhang, sagte Florian Beck, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Die Ermittlungen zum Fahrzeughalter dauerten noch an. Es sei durchaus möglich, dass das Auto einfach zur Entsorgung vergraben worden sei.

Auch nach über 40 Jahren können noch Skelettteile gefunden werden, so Prof. Matthias Graw, Leiter der Münchner Rechtsmedizin, im Interview mit dem BR. Dabei komme es aber auf die Beschaffenheit des Bodens an und in welchem Zustand die Leiche dorthin gebracht wurde. Auch Überreste einer Kleidung könnten je nach Material noch DNA-Spuren bringen.

Vorbericht

Am Dienstag (9. April) wurden die polizeilichen Grabungsarbeiten an einem möglichen Ablageort von Monika Frischholz fortgesetzt. "Etwa gegen 8.30 Uhr begannen die körperlich anstrengenden und akribischen Grabungen der Beamten erneut", berichtet das Polizeipräsidium Oberbayern von den Arbeiten am Dienstag.

Mit drei Baggern gräbt die Polizei in einem Waldstück nur rund fünf Kilometer entfernt von Marias damaligen Wohnort nach der Leiche. Nachdem am Montag bereits ein im Waldboden vergrabener grüner VW Käfer entdeckt und freigelegt wurde, fanden die Ermittler in der Grube neben dem Autowrack kleine Knochenteile. Dies bestätigte die Polizei am Dienstagabend.

Neben VW Käfer und Knochenteilen fanden die Ermittler auch viel Müll in der Grube.

Menschen- oder Tierknochen gefunden?

Nachdem die Knochenteile so klein sind, dass die Forensiker vor Ort nicht feststellen konnten, ob es sich um Menschen- oder Tierknochen handelt. Die Polizei war zunächst entsprechend vorsichtig: "Es ist schwierig, die zu beurteilen, da es sich um sehr kleine Teile handelt. Die ersten Einschätzungen gehen dahin, dass es sich wohl um tierische Knochen handelt. Man kann das aber nicht abschließend beurteilen. Deshalb hat man gesagt, man muss hier weitere Untersuchungen durchführen und das kann mehrere Tage oder Wochen in Anspruch nehmen." So Florian Beck, Polizeisprecher gegenüber dem BR. Dies muss jedoch durch weitere und tiefergehende Untersuchungen, welche mehrere Tage oder auch Wochen in Anspruch nehmen können, abschließend bestätigt werden", heißt es in der Pressemitteilung zum Abschluss der Grabungen.

Grabungen im Fall Monika Frischholz fördern vergrabenes Auto zutage

Typenschild des VW Käfer sichergestellt

Auch bei dem ausgegrabenen Autowrack sind die Ermittler einen Schritt weitergekommen: Es konnten ein Kennzeichen und ein Typenschild aufgefunden und sichergestellt werden. Bei dem Kennzeichen handelt es sich um eine Zulassung aus der (nordbayerischen) Region. Polizeisprecher Beck zum BR: "Im Auto konnten wir jetzt eigentlich keine relevanten Gegenstände feststellen oder auch sicherstellen. Wir müssen jetzt prüfen: Steht dieses Fahrzeug überhaupt in Zusammenhang mit dem Verschwinden von Monika Frischholz?"

Diesen VW Käfer gruben die Ermittler am Montag aus.

Die Grabungen beim Waldstück bei Waldkirch haben die Ermittler nun vorläufig beendet. "Ob und wann weitere forensische Grabungen, die zu einer Auffindung von menschlichen Überresten oder Beweismitteln führen sollen durchgeführt werden, ist derzeit noch nicht zu sagen."

10.000 Euro Belohnung ausgesetzt

Die vom Bayerischen Landeskriminalamt ausgesetzte Belohnung für Mitteilungen, die zur Aufklärung der Tat oder zur Ergreifung des Täters führen, in Höhe von 10.000 Euro soll nach wie vor motivieren, Informationen an die Polizei weiter zu geben. Zeugen, die sich bis jetzt noch nicht gemeldet haben, werden um sachdienliche Hinweise zur Aufklärung des Mordes unter der Rufnummer 0961/401-291 gebeten. Jeglicher noch so kleine Hinweis kann weiterhin für die Ermittler von großer Bedeutung sein.

mh/Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberpfalz

Quelle: rosenheim24.de

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