Umsatzeinbrüche in Rosenheimer Filiale? 

Burka-Verbot: Parfümerie-Juniorchef nimmt erneut Stellung

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Rosenheim/München - Die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner forderte nun ein Burka-Verbot auch für Touristinnen aus dem arabischen Raum - das kommt in der Wirtschaft nicht gut an.

Kein Wunder, lassen doch die zahlungskräftigen Touristen aus dem arabischen Raum viel Geld im Großraum München. Besonders für den Tourismus und den Einzelhandel, aber auch in der Gesundheitswirtschaft sind die Touristen aus Saudi-Arabien, Dubai und anderen Golfstaaten ein wachsender Wirtschaftsfaktor. 

Rosenheimer Filiale komplett auf Wünsche der arabischen Gäste umgestellt

So ebenfalls für die Drogeriekette Wiedemann und hier besonders für die Filiale in Rosenheim. Auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung teilte Juniorchef Christian Wiedemann mit, dass man die Filiale auf die Wünsche arabischer Gäste umgestellt habe:  Düfte, die nach Safran und Patschuli riechen, seien im Sortiment.

Daher sieht Wiedemann den Vorstoß von Ilse Aigner kritisch. Ein Burka-Verbot sei geschäftlich "nicht erfreulich", so der Juniorchef gegenüber der SZ.

UPDATE 10. Dezember: Der Juniorchef nimmt erneut Stellung

Die Süddeutsche schrieb: "Zwei Läden profitieren besonders von arabischen Gästen: Eine in Rosenheim, eine in Garmisch-Partenkirchen. Die hat Wiedemann komplett auf die Wünsche arabischer Gäste umgestellt".

Auf der Facebook-Seite von rosenheim24.de reagierte der Juniorchef Christian Wiedemann nun auf diese Darstellung: "Wir leben in Rosenheim nicht von den Arabern, sondern von den Rosenheimern und Rosenheimerinnen, von unseren vielen Stammkunden und Laufkunden. Ebenso wenig stimmt es, dass wir unser Sortiment 'komplett' auf die arabische Kundschaft ausgerichtet haben. Wir führen ein klassisches Parfümerie-Sortiment und ein etwas ausgefalleneres Duft-Sortiment. Unter diesen Düften sind eben auch 3-4 Marken (von ca. 60), die von arabischen Kunden vermehrt gekauft werden und auch für diese Kundenschicht eingekauft werden."

Im August habe man in der Filiale in Garmisch-Patenkirchen dank Touristen einen Umsatz gemacht, wie sonst nur vor Weihnachten - etwa das Doppelte gegenüber normalen Monaten. Der Umsatzrekord bezieht sich jedoch allein auf diese Filiale, teilte Wiedemann mit, nicht auch auf Rosenheim, wie im SZ-Artikel impliziert. 

Wiedemann bleibt jedoch dabei, dass er gegen ein Burka-Verbot ist: "Grundsätzlich vertrete ich die persönliche Meinung, dass Deutschland ein tolerantes und freies Land ist. Dazu gehört auch, dass jeder seine Religionssymbole tragen darf wenn er das Wünscht. Dazu gehört auch die Burka, ob man diese nun gut findet oder nicht. Gerade das unterscheidet uns von anderen Ländern dieser Welt."

mg 

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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