Zweckverband Abfallverwertung Südostbayern (ZAS)

Umso mehr desto gut? Noch nie war Müll verbrennen so günstig wie jetzt

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Burgkirchen/Landkreise – 245.000 Tonnen: So viel Müll wurde 2017 in der Verbrennungsanlage am Rande der Alzgemeinde verbrannt. Das ist Rekord. Seit Inbetriebnahme im Jahr 1994 war es noch nie mehr.

Was uns allen zu denken geben sollte, freut die Räte des Zweckverbandes Abfallverwertung Südostbayern (ZAS). Seit Inbetriebnahme der Verbrennungsanlage war noch nie so viel Müll verbrannt worden wie 2017. Aus den Landkreisen Mühldorf, Altötting, Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Rottal-Inn und Dingolfing-Landau, waren die Verbandsräte in Burgkirchen zusammen gekommen, um den Haushalt 2017 abzuschließen und anschließend über den Wirtschaftsplan 2019 abzustimmen.

Es sind wohl zwei Dinge, die hier aufeinander prallen: Diese unglaubliche Menge Müll auf der einen und die Effektivität der Müllverbrennungsanlage des ZAS am Rande Burgkirchens auf der anderen Seite. Während man unnötigen Müll vermeiden sollte, ist es richtig billig geworden, ihn – wenn er schon mal da ist – zu verbrennen.

Müll verbrennen war noch nie so billig

Das sind effektive Kostensenkungen von 17 Prozent“, verdeutlichte Mühldorfs Landrat Georg Huber. „Wir sind damit auf dem niedrigsten Niveau in Bayern und einem der niedrigsten in Deutschland!“, erklärte der Verbandsvorsitzende Erwin Schneider, Landrat des Kreises Altötting, im Hinblick auf die Abnahmepreise je Tonne Restmüll. Nach einem früheren Beschluss des Zweckverbandes Abfallverwertung Südostbayern waren die Entgelte je Tonne angelieferten Mülls nach 20 Euro 2017 nochmals um 10 Euro gesenkt worden.

Damit belaufen sich die Kosten aktuell auf 78 Euro je Tonne angelieferten Mülls. Niedriger liegt der Preis mit 38 Euro lediglich für den Landkreis Altötting wegen geringerer Transportkosten, sowie für den Landkreis Rosenheim, wo es eine langfristige Vereinbarung über 58 Euro pro Tonne angelieferten Mülls gibt.

Die Rücklagen werden zurück gefahren

Hintergrund der Preissenkungen ist, dass am Standort Burgkirchen nach einem Beschluss aus dem Vorjahr nun doch keine industrielle Vergärungs-/Biogasanlage entstehen soll. Für die waren aber bereits Rücklagen in einer Gesamthöhe von 90 Millionen Euro gebildet worden. Nun soll die Liquidität wieder auf 40 Millionen Euro reduziert werden. Zwar erschwert eine Gesetzesänderung seit Oktober 2017 die Ausbringung von Schlamm aus Klärwerken auf die Felder. Dafür war die industrielle Vergärungs-/Biogasanlage gedacht. Der energiereiche Schlamm sollte hier verwertet werden. Dennoch scheint eine solche Anlage für den ZAS nicht zweckmäßig.

Geringere Auslastung für 2018 und 2019 erwartet

Um den größer werdenden Mengen Nassmülls dennoch Herr zu werden, hat man stattdessen bei einer der beiden Brennanlagen bereits erfolgreich den „Nassentschlacker“ umgebaut, um beispielsweise Deponiesickerwasser effizienter zu nutzen. Dies soll im kommenden Jahr auch für die zweite Betriebslinie geschehen, weshalb man beim ZAS davon ausgeht, die hohe Auslastung des Jahres 2017 auch 2019 nicht erreichen zu können, sondern dass sich der Durchsatz eher am Jahr 2018 mit seinen voraussichtlich 228.000 Tonnen orientieren wird.

Hintergrund der inzwischen deutlich gesunkenen Müllmengen, die verbrannt werden konnten, sind zunehmende betriebliche Störungen, wie „Rohrreißer“ und nicht zuletzt der Hitzesommer 2018, der die technisch mögliche Abwärme der Verbrennungsanlage weiter gesenkt hat. „Nach (rund) 25 Jahren andauernden Betriebs fallen halt auch mal Reparaturen an, die bis jetzt noch nie nötig waren“, erklärte der technische Betriebsleiter Hubert Bartylla die aktuelle Situation in der Anlage. So hätten beispielsweise in diesem Jahr einige, in Wänden eingelassene Rohre, erneuert werden müssen. Während dessen haben die Anlage still gestanden

Entbrannte Diskussion zum Restmüll

Nachfragen der Verbandsräte gab es unter Anderem bezüglich drastisch gestiegener „Gleiskosten“, die sich mit 475.000 Euro von 2016 auf 2017 offnebar fast vervierfacht haben. Diese Kosten wurden laut Aussage des kaufmännischen Werkleiters Robert Moser von der InfraServ für Durchfahrten im Werk Gendorf geltend gemacht. Auch in Bezug auf die nicht sinkende Gesamtmenge produzierten Restmülls gab es eine kurze, aber hitzige Diskussion, die von der Rosenheimer Kreisrätin Anita Fuchs initiiert worden war.

Landrat Heinrich Trapp aus dem Kreis Dingolfing-Landau lieferte eine kuriose Begründung: „Bei den Einrichtungen für Flüchtlinge fällt unglaublich viel Müll an!“. Die daraufhin entbrannte Diskussion entschärfte der Verbandsvorsitzende Erwin Schneider indem er an die Bürger appellierte, Dinge nicht so einfach weg zu werfen: „Der ZAS hat definitv kein Interesse daran, die Müllmenge weiter zu steigern!

pbj/rw

Quelle: innsalzach24.de

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