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Kreisbauerntag in Burgkirchen an der Alz

Ferkelkastration ohne Betäubung? Deswegen fordern unsere Bauern EU-Regelung

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Eine große Freude war es Kreisobmann Anton Föggl, neben den Landwirtschaftsmeistern und den ausgeschiedenen Vorstandskollegen, auch die bisherigen Landtagsabgeordneten Ingrid Heckner und Günther Knoblauch zu ehren

Burgkirchen – Ab dem 1. Januar 2019 ist die Kastration von Ferkeln ohne Betäubung in Deutschland verboten. Werner Schwarz. Vizepräsident des Deutschen Bauernverbands, fordert eine einheitliche europäische Lösung. Als Hauptredner auf dem Kreisbauerntag im Bürgerzentrum erklärte er unter anderem den Hintergrund dafür.

Etwa 200 Landwirte füllten die Reihen des Großen Saales im Burgkirchner Bürgerzentrum. Kreisobmann Anton Föggl konnte neben zahlreichen Ehrengästen auch die Landtagsabgeordneten a.D. Ingrid Heckner und Günther Knoblauch begrüßen. Die beiden wurden später zusammen mit Landwirtschaftsmeistern und ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern für ihre Verdienste um die Landwirtschaft in der Region geehrt. Hauptredner war der Vizepräsident der Deutschen Bauerverbands Werner Schwarz.

Ideen für eine zukunftsorientierte Landwirtschaft

Mit großem Interesse erwarteten die rund 200 anwesenden Bäuerinnen und Bauern die Rede des Vizepräsidenten des Deutschen Bauernverbands, Werner Schwarz. Der Acker- und Schweinebauer aus Bad Oldeslohe in Schleswig-Holstein hatte den weiten Weg auf sich genommen, um seine Ideen für eine zukunftsorientierte Landwirtschaft zu erläutern und seinen Berufskollegen Mut zuzusprechen.

Öffentliches Entsetzen über Ferkelkastration ohne Betäubung

Die Landwirtschaft stehe oft in der Kritik, so Schwarz auf Nachfrage von innsalzach24.de. Aktuelles Beispiel: die Kastration von männlichen Ferkeln ohne Betäubung, eine Vorgehensweise bei Schweinezüchtern, die dem Tierschutz so gar nicht passt und auch in der breiten Öffentlichkeit Entsetzen ausgelöst hatte.

Worum geht es bei der Ferkelkastration?

Eberfleisch kann widerlich stinken. Der durchdringende Geschlechtsgeruch rührt vom Sexuallockstoff Androstenon, dazu kommt zu allem Überfluss ein „Duftstoff“ namens Skatol. Skatol sorgt für den typischen Fäkalgeruch“, schreibt der Deutschlandfunk Kultur dazu. Der Rest ist klar: Solches Fleisch kann man nicht verkaufen. Ergo: Umsatzeinbußen bei den Züchtern. Damit das Fleisch von männlichen Ferkeln nach deren Pubuertät nicht nach Scheiße stinkt/schmeckt, werden diese kastriert.

So schmeckt Eberfleisch

Für die Kastration werden verschiedene Möglichkeiten angewandt. Eine ist die ohne Betäubung. Ein männliches Ferkel ohne Betäubung zu kastrieren ist ab dem 1. Januar 2018 in Deutschland verboten. Problem für die Züchter: Deutsches Schweinefleisch sei nicht mehr konkurrenzfähig, so der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbands bei der Kreisversammlung in Burgkirchen. Seine Forderung lautet, dass die Politik auf eine einheitliche Gesetzeslage in Europa hinwirken muss. Schwarz selbst hält in diesem Zusammenhang die Zugabe von Hormonen für die tierfreundliche Lösung des Eber-Problems.

"Wir sind an der Grenze unserer Belastbarkeit angelangt"

In seiner Rede sprach Schwarz dann davon, welche Fortschritte in den letzten Jahrzehnten in der Landwirtschaft erzielt wurden: davon, dass heute 11.000 Bauern reichen, um die Millionenstadt München mit landwirtschaftlich erzeugten Lebensmitteln zu versorgen. Deutsche müssten heute nur noch 11% ihres Lohns für Nahrungsmittel ausgeben, eine Situation, die den Deutschen einen außerordentlichen Wohlstand ermögliche.

Dabei müssten die Landwirte oft den Kopf hinhalten für Probleme, welche die Politik verursachen würde. "Wir sind an der Grenze unserer Belastbarkeit angelangt", erklärte der Vize des Deutschen Bauernverbands im Hinblick auf die Situation, dass vom einzelnen Bauern Kompetenzen verlangt werden würden, welche die Politik auf mindestens drei Ministerien aufteile. Die Landwirte würden dabei aufgerieben und seien dem Preisdruck des Marktes schutzlos ausgeliefert.

Die gute Nachricht:

Neben den vielen Problemen gibt es auch Positives, wie Kreisobmann Anton Föggl im Gespräch mit innsalzach24 erläuterte: "In unserer Region sind wir in diesem extremen Hitzesommer nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen".

rw/pbj

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