Popcorn, Chips und coole Filme *Mit Voting*

Konkrete Pläne: Kommt "dank" Corona das Autokino in die Region zurück?

Nachtflimmern - Autokino in Burghausen
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Der Verein Lightning Bird bringt das Autokino nach Burghausen. Von 4. bis 21. Juni gibt es bekannte und beliebte Filme zu sehen.

Burghausen/Waldkraiburg - Popcorn, Chips und coole Filme, momentan fehlt das Kinoflair aufgrund der Corona-Pandemie schon sehr. Wäre ein Autokino da nicht die Lösung? Tatsächlich gibt es in Burghausen und Waldkraiburg konkrete Pläne.

Mit einem klaren Ja antwortet Tobias Koch auf die Frage, ob ein Autokino die Kinokultur ein bisschen zurückbringen könnte. Der Verein Lightning Bird will mit seinem "Nachtflimmern" in Burghausen "auf irgendeine Weise Kultur bieten". "Die Idee entstand schon Ende März", erklärt der erste Vorsitzende gegenüber innsalzach24.de. Doch bis es zur Umsetzung kam, war es ein weiter Weg.


Tobias Koch, der 1. Vorsitzender von Lightning Bird e.V. freut sich genauso wie Barbara Weis auf das "Nachtflimmern" in Burghausen.

"Ursprünglich war geplant, dass das Autokino auf dem Gelände des Landgasthof Leonberg stattfindet. Der Landgasthof hätte uns Parkplatz und Infrastruktur kostenlos zur Verfügung gestellt. Am Ende war aber nicht alles für uns lösbar. Wir wollten aber auch nicht abbrechen, also haben wir Ende voriger Woche bei der Stadt Burghausen angefragt, ob sie sich vorstellen könnten uns bei unserem Vorhaben zu unterstützen und einen Umzug nach Burghausen zu ermöglichen. Ein Dank hierbei nochmal an die Stadt Burghausen und den 1. Bürgermeister Florian Schneider", beschreibt Koch die Problematik.


Umso mehr freut sich der Verein Lightning Bird mit seinen Partnern, dass er am 4. Juni endlich mit "A star is born" starten kann. Das Ende bildet am 21. Juni "Bohemian Rhapsody". "Ein Highlight für mich persönlich ist eine Reisedokumentation über den 24-jährigen Dennis ('Besser Welt als nie'), der mit dem Fahrrad einmal um die Welt fährt. Schaut euch den Trailer an, denn der macht schon Appetit auf mehr", freut sich der Vereinsvorsitzende.

Ohne die Hilfe von Firmen und Sponsoren wäre die Umsetzung des Autokinos in Burghausen nicht möglich gewesen. "Die Firmen im Landkreis Altötting sind großartig, manche leiden selbst unter Geschäftseinbruch und fanden die Idee aber gut. Wir hoffen, das zurückgeben zu können", verspricht Tobias Koch. "Falls zum Schluss doch noch was rausspringen sollte, wollen wir das Geld für einen kulturellen Zweck spenden. Am besten für eine Sache, wo auch Kinder und Jugendliche davon profitieren."

Mini-Pop-Up Autokino in Waldkraiburg?

Eines ist dem Vorsitzenden des Vereins Lightning Bird noch wichtig: "Wir wollen keine Konkurrenz zu den Kinos sein. Wir möchten einfach, dass die Leute auch nach dem Autokino bzw. Corona wieder in die Kinos gehen, wenn sie aufmachen dürfen." Darauf hofft auch Thomas Rahnert vom Cinewood Kinocenter in Waldkraiburg. "Ich bin Kinomensch und sehe mich gegenüber unseren Besuchern in der Pflicht, Kino zu machen, sie zu unterhalten, in andere Welten zu entführen und möchte auch wieder genau das bieten."

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Deshalb hat auch er sich überlegt, ein Mini-Pop-Up Autokino zu machen. Derzeit ist Rahnert vor allem damit beschäftigt, die Durchführung des Autokinos genehmigen zu lassen. Er will auch als Kino eine Zukunft haben und da gehören Hygienemaßnahmen derzeit dazu. "Wie geht sowas in diesen Zeiten am sichersten? Klar, der Besucher bringt die 'eigenen vier Wände' mit!" formuliert es der Kinobetreiber überspitzt.

Genaue Informationen, wann das Mini-Pop-Up-Autokino stattfindet, sind noch nicht bekannt, aber das Landratsamt Mühldorf signalisierte gegenüber innsalzach24.de: "Entscheidend bei den Autokinos ist die tatsächliche örtliche Lage in Bezug auf immissionsschutzrechtliche Vorgaben und die Vorlage eines Schutz- und Hygienekonzeptes zur Einhaltung von infektionsschutzrechtlichen Vorgaben. Nach aktuellem Stand wird in nächster Zeit eine Genehmigung für ein Autokino im Landkreis erteilt werden. Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Details nennen."

Kein Autokino in Traunstein und dem Berchtesgadener Land

Einer der sich gegen ein Autokino entschieden hat ist Markus Keßler vom Cine Chiemgau Traunstein. Er war bereits in Gesprächen, um potentielle Partner für ein Autokino zu finden, eine erste Anfrage beim Landratsamt Traunstein wurde aber negativ beantwortet. "So wie es aussieht, dürfen wir am 15. Juni wieder aufmachen, somit sind alle anderen Planungen hinfällig."

Markus Keßler von den Kinos "Cine Chiemgau" in Traunstein und Traunreut. 

Allerdings stellt sich Keßler darauf ein, dass er jede zweite Reihe und zwischen den Gästen noch zwei bis drei Sitzplätze frei lassen muss. "Das wird noch einmal eine lange Durststrecke in der wir keine schwarzen Zahlen schreiben werden." Dieses Problem sieht auch Thomas Kastner vom Kino Berchtesgaden. Für ihn war ein Autokino nicht rentabel. "Du musst eine vierstellige Summe für Leinwand, Projektor und den Aufbau investieren und darfst nichts verkaufen."

Deshalb bereitet sich Kastner jetzt auf die Wiedereröffnung vor. Gegenüber BGLand24.de äußert er, dass er damit leben könnte, wenn er die Hälfte seiner Plätze besetzen darf. Bei 160 Plätzen wären es 80, die es für Kastner rentabel machen. 50 hat die Bayerische Staatsregierung erlaubt. Dazu kommt die Maskenpflicht. Wenigstens hat der Kinobetreiber noch einige Filme in der Hinterhand. "Vor Juli wird es keine neuen Filme geben. Die Verleiher brauchen auch eine Vorlaufzeit und machen das sicher erst, wenn in ganz Deutschland die Kinos offen sind."

Dass die Kinos in Bayern und vor allem in unserer Region wieder aufmachen, daran hat Andrea Hailer keinen Zweifel. Sie ist mit ihrer Firma soulkino der Ansprechpartner für die inhabergeführten Kinos und Filmverleiher mit Schwerpunkt in Bayern. "In Bayern sollten wir es schaffen. Hier ist der Rettungsschirm und der Zusammenhalt größer." 

Hailer sieht die Lösung für die Kinos nicht im Autokino. "Kino lebt von gemeinsamen Lachen, Weinen, Schluchzen. Das funktioniert im Autokino nicht." Wie jedes Jahr wird es zum Beispiel vom Kino Utopia in Wasserburg das Open-Air-Kino am Stoa geben. "Wir haben gerade jetzt doch alle Bock drauf, uns rauszusetzen." 

Das hofft auch Thomas Kastner, der derzeit noch sein jährliches Open-Air-Kino plant. "Anfang Juni muss ich Bescheid wissen, wie eine Durchführung mit den entsprechenden Maßnahmen aussehen muss."

cz

Quelle: innsalzach24.de

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