Kundgebung von IG BCE

So lief die Groß-Demo auf dem Wacker-Gelände

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Burghausen - Über 2000 Menschen versammelten sich auf dem Werksgelände von Wacker zu einer Kundgebung. Auch ein Arbeitskampf scheint inzwischen nicht mehr ausgeschlossen.

Da die Chemie-Tarifverhandlungen am Donnerstag, 12. März, ohne konkretes Ergebnis geblieben sind, hat die IG BCE ihre Mitglieder zu weiteren betrieblichen Aktionen aufgerufen. Auf dem Wackergelände in Burghausen versammelten sich am Dienstag, 17. März, um 12 Uhr über 2000 Beschäftigte der Firmen Wacker, Siltronic und Vinnolit, um gegen das Angebot der Arbeitgeber zu demonstrieren.

"Danach folgen Schlichtung und Arbeitskampf"

Manfred Köppl, Wacker-Betriebsrat und Mitglied der Bundestarifkommission, freute sich über den großen Zuspruch und stellte in seiner Begrüßung fest: „In meiner ganzen Zeit als Tarifkommissionsmitglied habe ich so eine Blockadehaltung der Arbeitgeber von Anfang an nicht erlebt. Wir müssen deutlich zeigen, dass man so nicht mit uns umspringen kann. Wenn wir beim Thema Demografie nichts hinbekommen, sind viele unserer guten Regelungen zur Bewältigung des demografischen Wandels im Betrieb gefährdet.“

IG-BCE-Verhandlungsführer Peter Hausmann informierte über die aktuellen Entwicklungen: „Das Angebot der Arbeitgeber von 1,6 Prozent ist eine Provokation! Hier kommt die Geringschätzung gegenüber den Beschäftigten zum Ausdruck. Die Branche verdient gutes Geld und davon wollen wir einen fairen Anteil abhaben. Nächste Woche in Stuttgart ist die letzte Chance, die wollen wir nutzen. Danach folgen dann Schlichtung und Arbeitskampf.“

Auch Bezirksleiter Harald Sikorski betonte: „Wenn die Arbeitgeber uns in den Arbeitskampf treiben wollen, dann sollen sie ihn haben. Ihr setzt heute im größten Chemiebetrieb in Bayern ein starkes Signal: Wir lassen uns nicht Bange machen!“

Verhandlungen werden am 26. März fortgesetzt

Die Verhandlungen werden am 26. und 27. März in Stuttgart fortgesetzt. Sollte es dort zu keinem Ergebnis kommen, will die IG BCE das Schlichtungsverfahren einleiten. Sollte auch dieses zu keinem Ergebnis kommen, ist ein Arbeitskampf nicht mehr ausgeschlossen. In Bayern endet die Friedenspflicht am 31. März. Die IG BCE fordert eine Anhebung der Entgelte um 4,8 Prozent. Außerdem will die Gewerkschaft den Tarifvertrag „Demografie und Lebensarbeitszeit“ weiter entwickelt und den Demografiefonds ausbauen. Schwerpunkte sind gute und gesunde Arbeit und lebensphasenorientierte Arbeitszeit.

Die Arbeitgeber hatten am Donnerstag nach zwei vorhergehenden Verhandlungsrunden ein provokantes Angebot auf den Tisch gelegt: eine Erhöhung der Entgelte um 1,6 Prozent bei einer Laufzeit von 15 Monaten inklusive 2-3 Leermonate. Außerdem wollen die Arbeitgeber einmalig 200 Euro zusätzlich in den betrieblichen Demografiefonds I einzahlen. Dafür sollen alle Regelungen mit weiteren Demografie-Beträgen, über die beispielsweise seit 2013 lebensphasenorientierte Arbeitszeiten gestaltet werden können, auslaufen.

Pressemitteilung IG BCE

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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