IHK Altötting-Mühldorf bezieht Stellung

B15 neu: "Wirtschaft fällt hinten runter"

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Ingrid Obermeier-Osl, Vorsitzende des IHK-Gremiums Altötting-Mühldorf, forderte, auch die Belange der Wirtschaft in der Debatte um die B15 neu zu berücksichtigen.
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Burghausen - B15 neu und Breitbandausbau: Das IHK-Gremium Altötting-Mühldorf hat zwei heiße Eisen angefasst - und erneut klar Stellung bezogen.

Immer wieder kocht das Dauerthema B15 neu hoch, gerade die Gegner der Trasse verschafften sich zuletzt lautstark Gehör. Spektakulärstes Beispiel sind wohl die Mahnfeuer entlang der möglichen Trasse im Mai dieses Jahres. In seiner Sitzung am Donnerstag in Burghausen hat sich das IHK-Gremium Altötting-Mühldorf erneut mit der B15 neu befasst - und seine Unterstützung für die Trasse untermauert.

"Das wird viel zu früh angezettelt"

Gerade für künftige Generationen und angesichts der Zunahme des Schwerverkehrs sei die B15 neu wichtig, betonte Kathrin Eckert von der IHK für München und Oberbayern in einer kurzen Präsentation über den Sachstand der Trassenplanung. Eckert machte aber auch deutlich: Einen konkreten Trassenverlauf gibt es noch nicht, lediglich eine zum Bundesverkehrswegeplan angemeldete vorläufige Route. Die Proteste der Bürger kommen für die IHK deshalb zu früh.

Ingrid Obermeier-Osl, Vorsitzende des IHK-Gremiums Altötting-Mühldorf, kritisierte, wie das Thema in den letzten Monaten in Öffentlichkeit und Medien hochgekocht ist. "Das ist viel zu früh, was hier angezettelt wird", so Obermeier-Osl. Es sei im Moment eben modern, dass man dagegen ist. Und wenn einer dagegen ist, seien gleich viele dagegen. Aus Sicht Obermeier-Osls geht dies zu Lasten der Unternehmen: "Man muss ganz deutlich sagen: Die Wirtschaft fällt ein bisschen hinten runter."

Breitband: Verdoppelung der Unterstützung

Karl Schulz, Mühldorfs Breitband-Manager

Zum Thema Breitbandausbau hatte das IHK-Gremium einen externen Referenten zu Gast. Karl Schulz vom Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Mühldorf ist der offizielle Breitband-Manager im Landkreis und dient Gemeinden, die Fragen zum Thema Breitbandförderung haben, als Ansprechpartner. Schulz gab einen Überblick über das aktuelle Förderprogramm und die geförderten Kommunen in der Region. In den Landkreisen Mühldorf und Altötting werden derzeit je neun Kommunen beim Breitbandausbau unterstützt.

Herbert Prost, Geschäftsführer der IHK-Geschäftsstelle Mühldorf

Das seit Dezember 2012 laufende Förderprogramm zielt speziell auf den ländlichen Raum, ist allerdings auf 500.000 Euro pro Kommune begrenzt. Diese Grenze soll bald jedoch angehoben werden. Offizielle Zahlen gibt es noch nicht, Schulz sagte aber, man denke an eine Verdoppelung der Förderunterstützung.

"Der Upload geht durch den Gartenschlauch"

Neuer Geschäftsführer:

Auf der Sitzung hat sich auch der neue Geschäftsführer der IHK-Geschäftsstelle Mühldorf vorgestellt. Herbert Prost ist Diplom-Kaufmann und war unter anderem viele Jahre für die Hoechst AG tätig. Der Neuöttinger - und gebürtige Altöttinger - ist seit 1. März im Amt. Die IHK-Geschäftsstelle bietet unter anderem Bildungsberatung und Beratungen für Unternehmensgründer.

Zum Thema Breitbandausbau bezog für die IHK Franziska Neuberger in einem Vortrag Stellung. Sie lobte das aktuelle Förderprogramm, kritisierte aber einzelne Punkte. So verlagert sich der Förderschwerpunkt weg von Gebieten mit vergleichsweise vielen Unternehmen. "Das missfällt uns natürlich, dass der Fokus auf die Wirtschaft wegfällt", so Neuberger. "Es liegt in der Natur der Sache, dass wir das kritisch sehen." Worauf es der Wirtschaft beim Thema Breitbandausbau unter anderem ankommt, formulierte Florian Loserth, Stellvertretender Vorsitzender des IHK-Gremiums, bildlich: "Es bringt nichts, wenn der Download Ausmaße hat wie der Inn und der Upload wie durch einen Gartenschlauch geht", so Loserth. Deshalb sollte die Wirtschaft den Fokus auf den Upload legen: "Beim Download schreien schon die Privatkunden laut genug."

Das IHK-Gremium bezieht Stellung

Quelle: innsalzach24.de

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