Burghauser Unternehmer räumte Anlagebetrug ein

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Burghausen - Schon vor 14 Jahren soll ein Burghauser Finanzunternehmer mit dem Geld von Anlegern ein Schneeballsystem in Gang gebracht haben, das ihm nun über den Kopf wuchs.

Ein Burghauser Finanzunternehmer, gegen den die Staatsanwaltschaft München II im Juni dieses Jahres Anklage erhoben hat, hatte offenbar bereits bei einer Vernehmung im vergangenen Jahr eingeräumt, Anleger betrogen zu haben. Um 2000 soll alles seinen Anfang genommen haben, damals verwaltete der Unternehmer ein Vermögen von etwa einer halben Million D-Mark. Herbe Verluste von 30 bis 40 Prozent versuchte der Burghauser mit riskanten Spekulationsgeschäften und den Einlagen neuer Anleger auszugleichen - eine stetige Abwärtsspirale von Verlusten und Neuanlagen.

Geld wurde spätestens seit 2005 nicht mehr angelegt

Bis es möglicherweise zu einem Gerichtsverfahren gegen den Burghauser Finanzunternehmer kommt, muss das Gericht die Anklage zulassen. Dies kann einige Monate dauern. Die Staatsanwaltschaft hat bereits im Juni Anklage erhoben.

Bereits ab zirka 2003, spätestens aber seit 2005 will der Burghauser nach eigener Aussage die im Prospekt genannten Anlagegeschäfte gar nicht mehr betrieben haben. Konkret bedeutet das: Die Einlagen neuer Anleger flossen in die Auszahlung alter Anleger - und in den Lebensunterhalt des Unternehmers. Schließlich hatte dieser all die Jahre keine weiteren Einkünfte. Im August erstattete der Burghauser schließlich Selbstanzeige, im Herbst 2013 war öffentlich publik geworden, dass der Unternehmer seine Kunden mit einem Schneeballsystem betrogen haben soll. Die Strategie, Auszahlungen an alte Anleger sowie den eigenen Lebensunterhalt mit frischen Einlagen zu finanzieren, ist also erst nach vielen Jahren endgültig gescheitert.

Wo ist das Geld geblieben?

Seitdem bangen die Anleger um ihr Vermögen. Alleine der Burghauser Rechtsanwalt André Haider vertritt einige Dutzend von ihnen. Ob und wie viel Geld sie zurückbekommen, ist ungewiss. Wo die Anlegergelder in Höhe von 13,5 Millionen Euro hingeflossen sind, konnte bislang nicht abschließend geklärt werden. Allerdings scheint aber ein Großteil für den Lebensunterhalt des Unternehmers verwendet worden sein, auch Luxusgüter soll sich der Burghauser angeschafft haben. Ein Wohnhaus in Österreich soll mit Anlagegeldern in Höhe von drei Millionen Euro umgebaut worden sein.

Wie viel Geld welcher Anleger ausgezahlt bekommen hat, lässt sich nur schwer nachweisen, da es sich oft um Bar-Transaktionen handelte. Auch die Auszahlung der Vermittlungsprovisionen sind der Aussage des Burghausers zufolge zu 80 Prozent in Bar erfolgt - und überdies ohne Quittung.

Quelle: innsalzach24.de

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