Die "Baustellen" des Alexander Dobrindt

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Kolbermoor - Für seine Maut-Pläne musste Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt viel Kritik einstecken. Aber auch in der Region hat er einige "Baustellen" zu bewältigen:

Der Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat derzeit viel zu tun. Alleine in unserer Region stehen mit der Westtangente und dem Brennerzulauf zwei Großprojekte auf seiner Agenda. Aus diesem Grund kam Dobrindt an diesem Dienstag - auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig - nach Kolbermoor, um sich den Baufortschritt der Ortsumfahrung einmal aus der Nähe anzusehen.

Westtangente

"Wir sind wahnsinnig froh, dass wir 2012 mit dem Bau der Westtangente beginnen konnten; die wir dringend brauchen für die Entlastung der Stadt Rosenheim, aber auch für die Entlastung der Umland-Gemeinden", erläuterte Daniela Ludwig das Projekt. Ihre Bitte an den Verkehrsminister, "dass auch Geld für den Weiterbau die nächsten Jahre zur Verfügung steht". Dobrindt signalisierte bei dieser Gelegenheit grünes Licht: "Das Projekt hat meine Unterstützung." Anschließend gab Baudirektor Claus-Peter Olk dem Bundesverkehrsminister noch einen Einblick in die Arbeiten an der Westtangente: "Der erste Bauabschnitt wird wie versprochen im Herbst 2015 fertiggestellt." Von Seiten des Freistaates sei man nun mit Hochdruck dabei, die Maßnahmen im anschließenden Bauabschnitt am Aicherpark und im nördlichsten Abschnitt bei Pfaffenhofen vorzubereiten. "So soll es ermöglicht werden - wenn die Bundesgelder zur Verfügung stehen - 2016 mit den Baumaßnahmen unmittelbar weitermachen zu können", so Olk.

Dobrindt besichtigt Westtangente

Brennerzulauf

Auch das Thema "Brennerzulauf" kam an diesem Dienstag auf den Tisch. Ludwig gab zu bedenken, dass "wir noch nicht so weit sind, wie wir gern sein möchten". Als Grund sehe sie die Verzögerungs-Taktik der Deutschen Bahn: "Wir müssen uns hier wehren. Was die Deutsche Bahn hier abgeliefert hat, seit sie den Auftrag aus Berlin bekommen hat, spottet jeder Beschreibung. Die Österreicher und die Italiener sind sehr weit und wir sind noch nicht einmal in den Babyschuhen." Deswegen sei es an der Zeit, dass etwas vorwärtsgehe. Doch Dobrindt betrachtet dieses Thema ganz pragmatisch: "Dazu ist erst Mal die Frage der Kapazitäts-Erweiterungen auf dieser Strecke zu beantworten. Die Bahn ist dabei in ihren Planungen die Kapazitätserweiterungen in einer Prognose zu errechnen." Er versprach, sich mit der Thematik separat zu befassen. "Ich bin bereit, auch Verantwortliche der Bahn da mitzunehmen." Allerdings gab er auch zu bedenken, dass man sich an die gesetzlichen Vorgaben zu halten habe. Im Herbst wolle er sich, mit allen Beteiligten, vor Ort ein Bild machen.

Westumgehung: Verkehrsminister Dobrindt in Kolbermoor

A8-Ausbau

Über den Fortschritt des A8-Ausbaus informierte sich der Bundesverkehrsminister anschließend bei einem Treffen mit der Autobahndirektion, den betroffenen Bürgermeistern und Vertretern der Bürgerinitiativen. "Die Autobahndirektion fertigt derzeit die Unterlagen für die Planfeststellung an. Wir erwarten im Herbst die Einleitung des Planfeststellungs-Verfahrens für den Rosenheimer Bereich der A8." Auch Dobrindt ist sehr daran gelegen, dieses Projekt voranzutreiben: "Wir müssen jetzt Zügig vorangehen, weil wir auch wissen, dass sich die Verkehre auf dieser Strecke in Richtung Landesgrenze nochmal deutlich erhöhen werden in den kommenden Jahren. Und da müssen wir mit den Ausbaumaßnahmen auch soweit sein, dass wir das auffangen können."

Maut-Pläne

Die Befürchtungen sind groß, dass der Einkaufsverkehr in Richtung Deutschland - nach einer Maut-Einführung- abreißen könnte. Umsatzeinbußen, besonders in den grenznahen Kommunen, wären die Folge. Dobrindt sieht diese Gefahr allerdings nicht gegeben. "Wenn man eine Infrastruktur-Abgabe einführt, wird es nicht zu schweren Verlagerung von Verkehren kommen. Die Gewohnheit, zwischen den Grenzen hin und her zu pendeln, hat eine Vielzahl anderer Gründe. Sie wird durch eine Infrastruktur-Abgabe nicht eingeschränkt."

Durchführungsverordnung

Der Fluglärm ist nach wie vor ein heiß diskutiertes Thema im Berchtesgadener Land. Im ersten Anlauf scheiterte die Durchführungsverordnung, die den Flugverkehr von Norden - also von der Deutschen Seite - an den Salzburger Flughafen beschränken sollte. Nun befinden sich die Beteiligten wieder in einem Konsultations-Prozess. Dobrindt erwarte sich nun ein sichtbares Zeichen von österreichischer Seite: "Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass wir im Bereich der Überflüge bisher keine Reduzierung erreicht haben."

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © ps

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