Bücher-Tipps zum Wiesn-Jubiläum

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Das Comicbuch "Wiesn-Gschichtn" erzählt historische Geschichten vom Münchner Oktoberfest und stimmt auf das 200. Münchner Oktoberfest ein.

So ein Jubiläum ist gut fürs Geschäft. Das wissen nicht nur die Wiesn-Wirte, sondern auch die Verlage. Rechtzeitig zum 200. Oktoberfest-Geburtstag haben sie dutzende Bücher in ihr Programm gehoben. Hier zehn lesenswerte Bände:

Der ganz normale „Wiesn-Wahnsinn“

Vielleicht muss man selbst ein wenig verrückt sein, um den „Wiesn-Wahnsinn“ (Hirschkäfer Verlag, 9,90 Euro) psychologisch zu analysieren. Für ihr amüsantes Buch hat (die Psychologin) Brigitte Veiz absurde Dialoge auf der Wiesn aufgeschnappt. Sie hat Konversationen von Besuchern dokumentiert, die sich per SMS verabreden – und nicht finden. Und sie stellt die Frage: „Warum stellt sich jemand mit blinkenden rosa Hasenohren mitten in ein Bierzelt?“ Kurzum: Veiz hat 128 Seiten großartigen Nonsens produziert.

Eine Führung, viele Anekdoten

Eine gute Führung beleuchtet nicht jedes historische Detail in allen Facetten, sie ist anekdotenreich. Wie man seine Zuhörer (oder: Leser) fesselt, zeigen die Stadtführerinnen Angelika Dreyer und Carmen Finkenzeller in ihrem 120 Seiten dicken, unterhaltsamen Band „Auf geht’s, auf d’Wiesn!“ (Allitera Verlag, 9,90 Euro). Sie schreiben über die Amor-Knaben, die den Weg zur Toilette weisen, über eine bedenkliche Schau namens „Gorilla-Neger vom Congo“ und über den Wirt Michael Schottenhamel, dem 1872 das Bier ausging.

Mord auf dem Festgelände

Ein wenig erinnern die ersten Seiten des Krimis „Schwarze Wiesn“ (Allitera Verlag, 12,90 Euro) an die ersten Bilder eines „Tatorts“. Hauptkommissar Georg Klostermeier sitzt im Festzelt und nippt gerade an seiner ersten Mass, als sein Handy klingelt: Mord am Westkreuz. Wenig später wird eine zweite Leiche gefunden – mitten auf der Theresienwiese. Das 174 Seiten dicke Debüt des Autorenduos Brandl & Keller überzeugt durch eine ordentliche Portion Lokalkolorit und einen grantigen Münchner Kommissar.

Kurzgeschichten zum Geburtstag Dieses Buch ist was für literarische Feinschmecker. Für Sprachliebhaber. Die ehemalige Wiesn-Reporterin Claudia Wessel hat renommierte Autoren und langjährige Schausteller gebeten, dem Oktoberfest zum Geburtstag zu gratulieren. Entstanden sind gut zwanzig Kurzgeschichten, sie heißen schlicht „Geisterbahn“, „Alles Kitsch?“ oder, sehr schön, „Fischsemmelgier“. Nicht jeder Text in dem Band „Wiesn-Liebe“ (Verlag Claudia Gehrke, 9,90 Euro) zeugt von herausragender Qualität, aber alle sind lesenswert.

Kurzgeschichten zum Geburtstag

Dieses Buch ist was für literarische Feinschmecker. Für Sprachliebhaber. Die ehemalige Wiesn-Reporterin Claudia Wessel hat renommierte Autoren und langjährige Schausteller gebeten, dem Oktoberfest zum Geburtstag zu gratulieren. Entstanden sind gut zwanzig Kurzgeschichten, sie heißen schlicht „Geisterbahn“, „Alles Kitsch?“ oder, sehr schön, „Fischsemmelgier“. Nicht jeder Text in dem Band „Wiesn-Liebe“ (Verlag Claudia Gehrke, 9,90 Euro) zeugt von herausragender Qualität, aber alle sind lesenswert.

Ansichten eines Amerikaners

Was müssen das doch für Eindrücke sein, die auf die ganzen Touristen niederprasseln, die zum ersten Mal über das größte Volksfest der Welt schlendern? Die Menschenmassen, die überfüllten Zelte, die schlafenden Bierleichen. Der amerikanische Fotograf Marden Smith hat die Wiesn in all ihren Facetten abgelichtet. Sein Band „Oktoberfest“ (Verlag Terra Magica, 16,95 Euro) wirft auch einen Blick hinter die Kulissen, zeigt Schankkellner, Budenbesitzer und leere Biergärten am späten Abend.

120 Seiten für 200 Jahre

Zugegeben: Das ist nicht der erste und sicher nicht der letzte Band, der sich mit der Geschichte des Oktoberfestes befasst. Erstaunlich aber ist, dass Alfons Schweiggert nur 120 Seiten braucht, um 200 Jahre zusammenzufassen. Sein Buch „Wiesnfieber“ (Bayerland Verlag, 19,90 Euro) zeichnet sich denn auch weniger durch eine wissenschaftliche genaue Darstellung aus als durch zahlreiche historische Aufnahmen. Sehr übersichtlich ist auch die von ihm zusammengestellte, 30 Seiten lange Chronik.

Ein Knigge für Wiesn-Neulinge

Gottseidank nimmt Christoph Leischwitz sich nicht zu ernst. In seinem „Oktoberfest Survival Guide“ (Pendo Verlag, 8,20 Euro) schreibt er: „Auf keinem anderen Fleck der Erde wird in so wenigen Tagen so viel Bier getrunken wie hier – doch das wussten Sie wahrscheinlich bereits.“ Ja, danke. Auf Deutsch und Englisch bietet Leischwitz „Wiesn-ABC“, „Zelt-Knigge“ und ein paar Liedtexte zum Mitgrölen, das alles im praktischen Taschen-Format. Ist vielleicht was für Wiesn-Anfänger, nichts aber für Stammgäste.

Kulinarische Geheimnisse

Nein, Bescheidenheit ist nicht seine Sache. Wie auch? Manfred Schauer muss ja groß auftrumpfen, will er die Leute in seine Schausteller-Bude locken, die eine „Enthauptung auf offener, hell erleuchteter Bühne“ verspricht. Seit 25 Jahren ist Schauer Chef beim „Schichtl“, einer Institution auf dem Oktoberfest. „Wer hier nicht reingeschaut hat, der darf eigentlich gar nicht behaupten, jemals auf der Wiesn gewesen zu sein“, heißt es nun in seinem Buch. „Das wäre wie eine Hochzeit ohne Braut oder eine Beerdigung ohne Toten.“

Klar, so ein bisschen Eigen-Werbung darf schon sein. Dabei beschäftigt Schauer sich in „So schmeckt das Oktoberfest“ (Südwest Verlag, 14.95 Euro) weniger mit sich selbst als mit der Wiesn-Gastronomie. Er hat 70 Originalrezepte aus 16 Festzelten und Buden zusammengetragen. Wer etwa die Festtagssuppe mit dreierlei Einlagen aus dem Bräurosl, den Sauerbraten aus dem Hofbräu oder das Ochsenfilet an Pfeffersauce aus der Ochsenbraterei kosten will ohne auf die Wiesn zu müssen, der findet hier detaillierte Kochanleitungen. Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl steuert ihr Rezept für ein „Jubiläumshendl“ bei, Bodo Müller erklärt, wie man seine Pariser Trüffeltörtchen backt. Und selbstredend dürften auch die Gerichte aus dem Wirtshaus im Schichtl nicht fehlen, etwa „Der Schichtlin ihre Salatschüssel“.

Zwischendrin greift Schauer Anekdoten rund um das größte Volksfest der Welt auf. Aber der spannende Teil sind die Rezepte. Bei der Geheimniskrämerei, die die Wiesn-Wirte um ihren Gewinn machen, ist es erstaunlich, dass sie so offen mit gastronomischen Geheimnissen umgehen. Der „Schichtl“ dürfte seinen Anteil daran haben. Und so ist sein Buch auch eine Liebeserklärung an die Wiesn. Er schreibt: „Schön, wenn man da wohnt, wo andere Urlaub machen.“

Historie als Comic

Man darf den Comic-Förderverein „Comicaze“ gerne umtriebig nennen. Als die Stadt im Jahr 2008 ihren 850. Geburtstag feierte, brachte er den Band „Anno domini“ heraus, mit Geschichten zur Stadtgeschichte, gezeichnet von Münchner Künstlern. Das Werk kam so gut an, dass der Verein auch bei dem nächsten großen Jubiläum dabei sein wollte: dem Wiesn-Geburtstag.

Knapp 20 Zeichner und Autoren haben sich in dem Band „Wiesn G’schichten“ (Volk Verlag, 16,90 Euro) verwirklicht. Eine Geschichte und ein paar Bögen pro Autor, dazu noch ein paar Skizzen – mehr Platz bleibt nicht. Braucht’s auch nicht: Der Künstler „chriseff“ beschäftigt sich auf sechs großartig gezeichneten Seiten mit dem Pferderennmeister Franz Xaver Krenkl („Wer ko, der ko!“). Frank Cmuchal inszeniert einen inhaltlich nicht ganz so gelungenen „Anstich-Wettbewerb“ zwischen den Alt-OBs Thomas Wimmer und Christian Ude – und Arnold Schwarzenegger. Jan Reiser, der talentierteste Zeichner, erzählt humoristisch, wie Albert Einstein als Aushilfe auf dem Oktoberfest zu seiner markanten Starkstromfrisur kam. Und Christoph Schöne schreibt im Namen von Thomas Wolfe einen Brief an dessen Geliebte Aline Bernstein über seine Wiesn-Schlägerei. (Wolfes Band „Oktoberfest“, verfasst in den 20er Jahren, ist übrigens neu aufgelegt worden; Manesse Verlag, 10 Euro.)

Mit „Anno domini“ hat der Verein „Comicaze“ Leser erreicht, „die noch nie einen Comic-Laden von innen gesehen haben“, schreiben Reiser und Cmuchal im Vorwort zu den „Wiesn G’schichten“. Das dürfte den Zeichnern auch diesmal gelingen.

„Die Wiesn ist eine epische Erzählung“

Mit seiner „Gebrauchsanweisung für das Oktoberfest“ hat der Kabarettist Bruno Jonas, 57, das wohl unterhaltsamste Buch zum Jubiläum vorgelegt. Auf satirische Weise ergründet er, was die Wiesn-Welt im Innersten zusammenhält.

tba

Quelle: Oktoberfest live

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