Schullandheim: Kam die Krankheit aus München?

Bruckmühl - In der vergangenen Nacht rückten Rettungskräfte zum Schullandheim Maxhofen aus. Zahlreiche Münchner Schüler mussten wegen Erbrechen und Bauchschmerzen behandelt werden. Haben die Kinder die Krankheit von ihrer Schule mitgebracht?

Die Werner-von-Siemens-Realschule in München

Proben aus dem Schullandheim Maxhofen werden zurzeit untersucht. Ergebnisse aus dem Labor sind aber erst nächste Woche zu erwarten. Wurden zuerst unter anderem Lebensmittel als Ursache der Krankheitswelle verdächtigt, kommen nun Neuigkeiten aus München: Realschulrektor Reinhold Fries von der Werner-von-Siemens-Realschule in München erklärt, dass in seiner Schule eine Krankheit umgeht - möglicherweise der Noro-Virus. Rund zehn Prozent der Schüler sind schon betroffen, in vielen Fällen klingen die Symptome aber nach einem Tag wieder ab. Das legt nahe, dass die Münchner Kinder die Krankheit mit nach Bruckmühl gebracht haben. Das Gesundheitsamt ermittelt weiter. Die nicht erkrankten Kinder wurden am Morgen per Bus nach München gebracht.

Rettungseinsatz am Schullandheim Maxhofen

Alarm um 2 Uhr morgens

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Pressemitteilung des Gesundheitsamts

Nach Informationen vor Ort wurde gegen 2 Uhr morgens Alarm für Rettungsdienste, SEG-Transport und Notarzt ausgelöst. Der Einsatz dauerte bis etwa 7 Uhr morgens. Insgesamt wurden 15 Kinder und ein Erwachsener nach ärztlicher Erstversorgung vom Rettungsdienst in die Krankenhäuser Rosenheim, Agatharied und Harlaching gebracht. Der Rettungsdienst vor Ort wollte nicht vorgreifen, er gehe aber von einer Lebensmittelvergiftung aus. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes klären derzeit die genauen Hintergründe der Erkrankungen, weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass die Ursache weiter unklar ist.

Einsatzkräfte am Schullandheim Maxhofen.

Vom Rettungsdienst waren insgesamt zehn Rettungswagen und ein Notarzt vor Ort. Zusätzlich wurden mehrere SEG- Transporteinheitern alarmiert. Im Einsatz war auch ein Großraum-Transportwagen aus München (GRTW), der zehn Patienten liegend nach München brachte.

Nachdem der Einsatz beendet war, wurde das Landschulheim geräumt. Das Haus bleibt vorerst bis kommenden Montag geschlossen. Eine für Freitag und Samstag geplante Veranstaltung wird nicht stattfinden. Die Zeit wird genutzt, die Räumlichkeiten zu reinigen und zu desinfizieren.

Landschulheim der Stadt München

Beim Schullandheim Maxhofen handelt es sich um ein Landschulheim der Stadt München. Insgesamt besuchten in dieser Woche 61 Kinder (zwei Klassen) der Münchener Hauptschulen die Einrichtung.

Franz-Xaver Heinritzi, Bürgermeister der Marktgemeinde, zeigte sich bei Bekanntwerden des Vorfalls überrascht. Seine Erfahrungen mit dem Schullandheim seien sehr gut - auch was die Küche angehe. Es soll am Vortag am Mittag Putenschnitzel und am Abend Tunfischsalat mit Ei zu Essen gegeben haben, sagte der Bürgermeister Radio Charivari Rosenheim. Das Essen werde jetzt untersucht. Wann die Ergebnisse des Rosenheimer Gesundheitsamtes vorliegen, ist noch unklar. Den Kindern und Erwachsenen,  die in der Nacht mit Übelkeit und Erbrechen ins Krankenhaus eingeliefert wurden, soll es aber inzwischen besser gehen, sagte der Bürgermeister.

Grundsätzlich kämen die Kinder in das Heim, um im Rahmen des Hauptschulunterrichts unter anderem auch das Tierkundemuseum und das Auwaldbiotop anzusehen, so Heinritzi. Gerne würde das Angebot des Schullandheims auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden, zum Beispiel im Barocksaal des Grafen von Preising. Das Haus wird laut Heinritzi auch von der Philipp-Lahm-Stiftung genutzt, die den Kindern biologische Produkte näher bringen soll.

Quelle: rosenheim24.de

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