Projekt Brennerbasistunnel:

Ludwig fordert: Bahn muss endlich tätig werden

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Gespräch im Tunnel: v.l.n.r.: Der Direktor der BBT-Beobachtungsstelle Martin Ausserdorfer, MdB Daniela Ludwig, der SVP-Abgeordnete im italienischen Parlament Daniel Alfreider.

Mauls/Südtirol -  Der Brennerbasistunnel soll 2026 in Betrieb gehen. 400 Züge werden dann täglich Richtung Rosenheim rollen. Daniela Ludwig besuchte nun die Baustelle in Südtirol.

Der Besuch auf der Baustelle des Brennerbasistunnels in Südtirol machte es deutlich: Österreich hat gebaut, Italien baut – und Deutschland schaut! 

„Die Botschaft heißt: der Brennerbasistunnel ist Realität! Wir sind im Zeitplan, im Jahr 2026 wird er in Betrieb gehen“,sagte der Direktor der BBT-Beobachtungsstelle in Mauls beim Besuch der Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig mit einer Delegation aus ihrem Heimatwahlkreis.

400 Züge täglich werden dann unterirdisch die Alpen durchqueren. Ludwig mag angesichts ihrer Eindrücke und dieser Nachrichten die Tatenlosigkeit der Deutschen Bahn beim Thema Brennerbasistunnel nicht mehr hinnehmen. „Ich bin wirklich sauer“, sagte die Abgeordnete. „Der Planungsdialog hätte längst gestartet werden sollen. Doch es passiert nichts bei uns.“ In einem Brief forderte Ludwig deshalb den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn Rüdiger Grube auf, die Thematik endlich zügig voranzutreiben. Schließlich habe der Bund bereits einige Millionen Euro für die Vorplanung und den Planungsdialog zur Verfügung gestellt.

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„Es sollte im Interesse aller verhindert werden, dass der Eindruck entsteht, die Bahn sei an dem Thema nicht interessiert und wünsche auch den Planungsdialog nicht“, heißt es in dem Brief. Die Besichtigung der Baustelle war ebenso beeindruckend wie die Fakten rund um den 55 Kilometer langen Tunnel. „Wir haben schon so viele Arbeiten vergeben, es gibt kein Zurück mehr“, bekräftigte Ausserdorfer.

„Allein für 2013 sind Aufträge in Höhe von einer Milliarde Euro erteilt. Alle Genehmigungen liegen seit 2009 vor. Der Brennerbasistunnel ist auf Schiene.“ Über 30 Kilometer Tunnelstrecke, vor allem im Erkundungsstollen, sind bereits gebaut. Riesige Bohrmaschinen machen den Weg frei.

Der Vorstand der Gesellschaft Brenner Basistunnel BBT, Raffaele Zurlo, machte die europäische Dimension des Projektes deutlich. „Der Brennerbasistunnel ist Teil des so genannten Korridors Nummer 5. Die Strecke verbindet Helsinki mit Valletta, also Skandinavien mit Südeuropa. Er verbindet nicht nur Staaten, sondern auch Kulturen. Und er ist keinesfalls nur ein Projekt zwischen Österreich und Italien, sondern auch ein deutsches.“

Der Tunnel führt von Franzensfeste nach Innsbruck und wird bis zur Fertigstellung insgesamt 9,6 Milliarden Euro kosten. Güterzüge werden mit 120 km/h durch den Tunnel fahren, Personenzüge mit 250 km/h. Das wird erhebliche Zeiteinsparungenbringen: so fährt ein Personenzug heute in 1 Stunde und 20 Minuten von Franzensfeste nach Innsbruck. Mit dem Tunnel wird diese Fahrzeit auf 20 Minuten verkürzt.

Während der Korridor Nummer 5 an vielen Stellen bereits fertig oder in Planung ist, tut sich zwischen München und Kufstein nichts. „Bei uns ist tote Hose, das kann so nicht weiter gehen“, sagte Daniela Ludwig. „Wir müssen die Lücken schließen, die Bahn muss endlich tätig werden.“

Fraglich ist, wie die nördliche Zulaufstrecke aussehen wird. Daniela Ludwig hält eine neue Trasse mit zwei Gleisen für unvermeidbar. „Ich glaube nicht, dass wir 400 Züge mitten durch Oberaudorf fahren lassen können. Doch wir brauchen für die Planung endlich ein Konzept der Bahn und den Planungsdialog.“

Voraussetzung für die neue Trasse ist für die Abgeordnete ein Modell nach Tiroler Vorbild – also mit einer guten Bürgerbeteiligung und einem größtmöglichen Lärmschutz. Für den Güterverkehr sieht Ludwig die Möglichkeit einer Umfahrung der Stadt Rosenheim. „Es steht mir nicht zu, den Politikern in Rosenheim Ratschläge zu geben. Ich bin aber grundsätzlich der Ansicht, dass es besser ist, wenn der Güterverkehr die Stadt umfährt, ähnlich wie in Innsbruck.“

Während die Deutsche Bahn untätig bleibt, bilden sich grenzüberschreitend neue Allianzen auf politischer Ebene. So hat der Abgeordnete der Südtiroler Volkspartei, Daniel Alfreider, im italienischen Parlament die Gruppe „Freunde des Brenner“ gegründet. 35 Parlamentarier haben sich angeschlossen. „Es wäre fein, wenn so etwas auch im Deutschen Bundestag möglich wäre“, meinte der Parlamentarier. „Wir wollen Verbündete entlang der gesamten Achse finden und gemeinsam dieses wichtige europäische Projekt voranbringen.“

Pressemitteilung Rosi Raab - PR Agentur

Quelle: rosenheim24.de

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