Rettungsfahrzeuge kamen bei Brannenburg nicht zum Unfallort

Autofahrerin wehrt sich: "Es war nicht möglich, eine Rettungsgasse zu bilden!"

+
Rettungsgasse
  • schließen

Brannenburg - Am vergangenen Wochenende hat ein Unfall auf der A93 für Schlagzeilen gesorgt. Denn es gab keine Rettungsgasse, was für die Einsatzkräfte erhebliche Probleme verursachte. Jetzt hat sich diesbezüglich eine Leserin bei rosenheim24.de gemeldet. Sie sieht das Ganze anders:

Monika aus Landshut war eine Verkehrsteilnehmerin, die nach dem Unfall ebenfalls im Rückstau "gefangen" war. Den Vorwurf, dass "hunderte Schaulustige die Arbeit der Einsatzkräfte behindert" hätten, wollte sie sich jedoch auf keinen Fall gefallen lassen. "Eine Rettungsgasse zu bilden, war fast unmöglich und trotzdem haben wir es versucht. Wir haben unser Auto Zentimeter für Zentimeter versucht auf eine Spur zu bringen - selbst der Lastwagen, der hinter uns stand. Der Krankenwagen hinter uns hat sich millimeterweise vorwärtsbewegt. Es war aufgrund der Enge der Fahrbahnen schlichtweg nicht möglich, eine Rettungsgasse zu bilden!"

Zudem ergänzte sie: "Schaulustig war hier niemand. Alle, die aus den Autos gestiegen sind, haben das allerbeste aus dieser Situation gemacht, damit es nicht eskaliert." Die Verkehrsteilnehmer hätten zu jeder Zeit darauf geachtet, ob etwas vorwärts geht bzw. darauf aufgepasst, was an der "Spitze" des Staus passiert. Nicht bzw. nur wenig war für Monika allerdings die Vorgehensweise der Einsatzkräfte nachvollziehbar: "Verwundert bin ich etwas gewesen, dass die Hilfskräfte in einen Stau fahren, ohne sich vorher ein Bild darüber zu machen, ob die Autofahrer wirklich eine Rettungsgasse bilden können, damit sie selbst nicht stecken bleiben."

Österreicher sackte bewusstlos zusammen

Bei dem Unfall am Samstag, 22. September, war ein 54-jähriger Österreicher auf der A93 im dortigen Baustellenbereich Richtung Kufstein unterwegs, als er wegen eines akuten medizinischen Problems am Steuer plötzlich bewusstlos wurde und in die provisorische Mittelleitplanke krachte. Der Mann kam später mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus.

Bei dem Crash wurde die Mittelleitplanke allerdings so stark verschoben, dass ein in der Gegenrichtung fahrendes Fahrzeug ebenfalls dagegen gekracht war. Daraufhin entstand das folgenschwere Verkehrschaos, weswegen die Autobahn zwischen den Anschlussstellen Brannenburg und Oberaudorf in beiden Richtungen stundenlang total gesperrt werden musste. Aufgrund des Staus konnten Rettungsfahrzeuge, die aus Richtung Kufstein kamen, nicht zur Unfallstelle gelangen. So ließen Polizeibeamte ihr Fahrzeug stehen und liefen über einen Kilometer zu Fuß zum Einsatzort. Ein Rettungswagen war ebenfalls nicht durchgekommen. Für diesen musste ein Ersatzfahrzeug angefordert werden, das sich über die Gegenrichtung zum Unfall "durch quälte".

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT