Tipps der Feuerwehren Rosenheim und Bischofswiesen zum richtigen Umgang mit Kerzen & Co.

Richtiger Umgang mit Lichterkette, Kerze & Co.

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Landkreis - Kerzen und Lichterketten gehören zu jedem Weihnachtsfest. Doch Achtung: hier lauern einige Gefahren! Die Feuerwehren Rosenheim und Bischofswiesen haben dazu einige nützliche Tipps:

Weihnachtszeit ist Kerzenzeit, dabei sorgen vor allem echte Kerzen für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Doch mit echten Kerzen kommt offenes Feuer in die Wohnungen, was immer auch Gefahren mit sich bringt. Auf Licht und Duft von echten Kerzen muss deshalb aber niemand verzichten, vorausgesetzt, es werden einige Sicherheitsregeln beachtet.

Trotzdem empfiehlt der Bischofswieser Feuerwehr-Kommandant Georg Graßl die Nutzung von Lichterketten, auf alle Fälle aber die Installation von Rauchmeldern: "In Zukunft wird das gesetzlich vorgegeben. Es ist eine absolut sinnvolle Sache." Graßl rechnet zwar nicht mit einem erhöhtem Einsatzaufkommen, so kurz vor Weihnachten, aber er appelliert an die Bürger: "Immer wieder kontrollieren, ob alles aus ist, wenn man schlafen geht!"

Wichtigste Regeln für den Umgang mit Kerzen:

Offenes Feuer in einem Zimmer und damit auch brennende Kerzen nie alleine lassen. Nicht „nur schnell mal rausgehen“ in ein anderes Zimmer – wenn Sie zurückkommen, kann schon alles in Flammen stehen. Brennende Kerzen können innerhalb von Sekunden ihr Umfeld entzünden. Wenn jemand danebensteht, kann dieses Feuer oft durch einfaches Ausblasen oder mit etwas Flüssigkeit gelöscht werden. Ist niemand da, kann sich das Feuer in nur kurzer Zeit zu einem unbeherrschbaren Brand entwickeln. Löschen Sie also immer alle Kerzen, bevor sie als Letzter das Zimmer verlassen und überprüfen Sie, dass nicht noch ein Docht glimmt.

Rosenheimer Feuerwehrleute löschen einen Zimmerbrand, zum Glück hier nur bei einer Übung.

Wenn Sie echte Kerzen auf dem Christbaum haben, beginnen die Vorsichtsmaßnahmen schon beim Aufstecken. Stellen Sie sicher, dass die Kerze frei steht und nicht direkt durch ihr Feuer oder indirekt durch Wärmestrahlung die Umgebung entzünden kann – zum Beispiel Strohsterne, den darüberliegenden Zweig des Christbaumes oder eine Gardine, die durch einen Luftzug in den Bereich der brennenden Kerze geweht werden kann.

Wenn Sie dann die Kerzen anzünden, machen Sie das immer von oben nach unten. Denn wenn die Kerzen unten schon brennen und Sie beugen sich zum Anzünden der oberen Kerzen darüber, können Sie „anbrennen“. Aus demselben Grund geht es beim Ausmachen der Kerzen umgekehrt – hier immer von unten nach oben löschen.

Lassen Sie die Kerzen auf dem Christbaum nie bis ganz nach unten brennen. Oft reicht schon die Erwärmung des Kerzenhalters aus Metall durch das schmelzende Wachs, um einen trockenen Zweig in Brand zu setzen. Außerdem kann der brennende Rest des Dochtes umfallen und für Gefahr sorgen.

Halten Sie immer Wasser in der Nähe des Christbaumes bereit, das Sie schnell zum Einsatz bringen können. Mit einem Kübel Wasser oder einem kleineren, handlicheren Gefäß können Sie in vielen Fällen ganz einfach und ohne Schaden ein mögliches Feuer im Keim ersticken. Wenn Sie aber erst Wasser aus der Küche holen müssen, wird die Zeit vielleicht nicht mehr reichen. Es kann nur Sekunden dauern, bis sich ein zunächst glimmender Zweig zu einem explosionsartigen Feuer entwickelt. Also immer Wasser für den „Erstangriff“ in der Nähe des Christbaumes bereithalten. Natürlich sollte bei offenem Feuer im Haushalt auch ein Feuerlöscher nicht fehlen, ideal ist für diese Fälle ein Wasser- oder Schaumlöscher.

Fatale Folgen eines Christbaumbrandes: Diese Raublinger Doppelhaushälfte brannte völlig aus, das Haus musste abgerissen werden.

Spielen Sie beim Löschen aber nicht den Helden! Wenn Sie merken, dass Sie das Feuer nicht mehr unter Kontrolle bringen können, verlassen Sie mit allen Anwesenden schnell den Raum. Durch das explosionsartige Abbrennen eines Christbaumes entstehen schlagartig hohe Temperaturen, die Sie schwer verletzen können, selbst wenn Sie nicht direkt von den Flammen erwischt werden. „Rufen Sie die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112, schließen Sie alle Türen, wobei Sie den Haustürschlüssel nicht vergessen sollten, und informieren Sie die Nachbarn in dem Haus“, rät Rosenheims Stadtbrandrat Hans Meyrl für den Fall, dass Löschversuche ohne Erfolg geblieben sind. „Die Feuerwehr ist an jedem Tag im Jahr rund um die Uhr für Sie bereit, sie leistet schnelle Hilfe, wenn es bei Ihnen brennt“, so Meyrl.

Grundsätzlich – nicht nur für die Weihnachtszeit – gilt außerdem: Lassen Sie Kinder nie mit Kerzen unbeaufsichtigt und bewahren Sie Feuerzeuge und Streichhölzer so auf, dass sie sicher sind vor Kinderhänden. Wenn Sie es aber doch lieber „elektrisch“ haben wollen, kaufen Sie nur Lichterketten mit GS- oder CE-Prüfzeichen. Lichterketten im Außenbereich müssen dafür auch geeignet sein, was man an der Kennzeichnung „IP 44“ feststellen kann, so der Landesfeuerwehrverband Bayern e.V.

Egal, ob Sie Weihnachten mit echten oder elektrischen Kerzen verbringen – genießen Sie diese schöne Zeit ohne Angst vor Feuer oder sonstigen Gefahren. Wenn Sie die wenigen Vorsichtsmaßnahmen konsequent beachten, steht stimmungsvollen Weihnachtstagen nichts im Wege. Solche schönen Tage wünscht Ihnen Ihre Feuerwehr.

Martin Binder / Freiwillige Feuerwehr Rosenheim / cz

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © BRK BGL

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