Blaue Säulen sorgten für Verwirrung bei Autofahrern

Ab 1. Juli: Lkw-Maut gilt auf 2200 Kilometer Bundesstraßen

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Verwechslungsgefahr: Mancher Autofahrer mag die blauen Kontrollsäulen für die Lkw-Maut an Bundesstraßen zunächst für moderne Blitzer halten
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Landkreis - Seit einiger Zeit stellt das vom Bundesverkehrsministerium mit dem Betrieb des Lkw-Mautsystems beauftragte Unternehmen Toll Collect neue blaue Kontrollsäulen auf. Die ersten Kontrollsäulen sorgen als "blauer Blitzer" für Verwirrung bei Autofahrern.

Überall tauchen plötzlich die "blauen Blitzer" an Bundesstraßen auf. So steht beispielsweise eine Säule an der B304 bei Teisendorf. Auch an der B15 steht seit kurzer Zeit zwischen Rosenheim und der Autobahnauffahrt eine. Bei vielen Autofahrern sorgen die Säulen für Verwirrung. Was genau wird hier gemessen? Ein Blitzer oder doch eine dieser neuen Mautsäulen?

Lkw-Maut ab 7,5 Tonnen ab 1. Juli 2018

Die Antwort ist sehr einfach: Am 1. Juli 2018 fällt der Startschuss für die Lkw-Maut ab 7,5 Tonnen auf dem etwa 40.000 Kilometer langen Bundesstraßennetz. Anders als auf der Autobahn kommen auf Bundesstraßen aber wesentlich kleinere Kontrollsäulen zum Einsatz, die vorbeifahrende mautpflichtige Fahrzeuge erfassen. Insgesamt sind hier laut Toll Collect rund 600 Säulen geplant, die mobile Kontrollmaßnahmen ergänzen sollen. Dadurch sollen jährlich bis zu zwei Milliarden Euro zusätzlich in die öffentlichen Kassen fließen. Gleichzeitig soll das neue Mautsystem auch den Ausweichverkehr eindämmen. Bisher wird die Gebühr für Lkw ab 7,5 Tonnen nur auf 13.000 Autobahn-Kilometern sowie auf 2200 Kilometern autobahnähnlichen Bundesstraßen kassiert. 

Keine Blitzersäulen

Die Kontrollsäulen für die Lkw-Maut an Bundesstraßen mögen manche Autofahrer auf den ersten Blick mit modernen Blitzern verwechseln. Doch wer genauer hinschaut, erkennt schnell den Unterschied: Farblich und von der Größe her seien die Säulen bewusst anders gestaltet, um solche Irrtümer auszuschließen. Die vier Meter hohen Säulen sind stets blau mit einem grünen Streifen. Hinweissschilder seien nicht vorgesehen, so ein Sprecher der Aufstellerfirma Toll Collect.

Was erfassen die Säulen?

Technisch sind die Kontrollsäulen mit ähnlichen Funktionen ausgestattet wie die auf den Autobahnen installierten Kontrollbrücken. Passiert ein Fahrzeug eine Kontrollsäule, werden ein Übersichts-, ein Seitenansichts- und ein Kennzeichenbild erstellt. Im automatischen Verfahren sendet das Fahrzeuggerät die eingestellten sowie die auf der On-Board Unit gespeicherten Daten an die Kontrollsäule. Für die Richtigkeit der zu übermittelnden Daten sind das Transportunternehmen und der Fahrer verantwortlich.

Standortauswahl

Die Streckenabschnitte, auf denen eine Kontrollsäule aufgebaut werden soll, gibt das Bundesamt für Güterverkehr vor. Die ausgewählten Abschnitte werden von vielen mautpflichtigen Lkw befahren. Toll Collect prüft nach rund 30 Kriterien, wo genau die jeweilige Kontrollsäule entlang des vorgegebenen Abschnitts aufgebaut werden kann.

Das ändert sich für Lkw-Fahrer

Für Lkw-Fahrer, die bereits die On-Board Unit von Toll Collect nutzen, ändert sich auch nach der zukünftigen Erweiterung des mautpflichtigen Straßennetzes wenig: Wie bisher erfolgt die Erhebung der Maut automatisch und wird nur für jene Strecken erhoben, die tatsächlich zurückgelegt werden. Wer mit seinem Lkw nur selten auf mautpflichtigen Straßen unterwegs ist und daher auf den festen Einbau der OBU verzichten möchte, kann seinen Beitrag auch manuell im Internet, über eines der Mautstellen-Terminals und zukünftig per Smartphone-App entrichten. Weitere Informationen unter www.toll-collect.de/maut2018

mh mit Material von dpa und Toll Collect

Quelle: rosenheim24.de

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