Blaulicht-Ärger: Weishäupl knöpft sich Feuerwehr vor

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Der Wiesn- Notarzt soll künftig Patienten nur noch bei Lebensgefahr ins Krankenhaus begleiten – ansonsten soll er den Kranken am Esperantoplatz gegenüber der Bavaria an einen weiteren Notarzt abgeben.

München - Der Blaulicht-Streit um die Patienten auf der Wiesn erreicht die Oktoberfest-Leitung: Gabriele Weishäupl appelliert an Feuerwehr und Rotes Kreuz (BRK).

Sie widerspricht auch der Darstellung des Leitenden Feuerwehr­notarztes und SPD-Stadtrats Dr. Josef Assal, nach der das Oktoberfest unsicher sei. Die Wiesn-Chefin wollte das Thema nach dem tz-Bericht sogar in der Sicherheitslage ansprechen, dem täglichen Treffen von Polizei, Feuerwehr, BRK und Festleitung.

Am Donnerstag hatte eine neue Dienstanweisung der Münchner Berufsfeuerwehr Wirbel ausgelöst: Der Wiesn-Notarzt soll künftig Patienten nur noch bei Lebensgefahr ins Krankenhaus begleiten – ansonsten soll er den Kranken am Esperantoplatz gegenüber der Bavaria an einen weiteren Notarzt abgeben. Dann kehrt der Wiesn-Notarzt der Feuerwehr wieder zurück zum Oktoberfest. Eine Folge davon: Der parallel dazu stationierte Notfall-Mediziner des BRK bekommt weniger zu tun.

Fest-Chefin Weishäupl nimmt nun das BRK in Schutz – und sich die Feuerwehr zur Brust. Entscheidend sei für die Wiesn-Gäste, dass bei der Notarzt-Übergabe keine Lücken entstehen. Beide Organisationen sollen Partner sein, Streitereien seien unnütz. Die Stadt mache seit 1885 gute Erfahrungen mit dem Roten Kreuz. Manche Insider vermuten in der neuen Dienstanweisung eine Art Retourkutsche der Feuerwehr: Bereits im Vorfeld der Wiesn hatte es Streit über die zusätzlich rund um die Wiesn stationierten Rettungswagen gegeben – eine Domäne von Hilfsorganisationen wie dem BRK. Plötzlich wollte die Feuerwehr die Hälfte aller Wagen stellen. Die Hilfs­organisationen liefen Sturm, schließlich musste die Feuerwehr passen.

Auch die Aussagen des Feuerwehr-Notarztes und SPD-Stadtrats Dr. Josef Assal sorgen für Wirbel. Er sieht im doppelten Rettungssystem der Wiesn aus Feuerwehr und BRK eine Gefahr für die Besucher und fordert, das BRK zu entmachten. Gestern stellte SPD-Fraktionschef Alexander Reissl, selbst im Vorstand des Münchner BRK, klar: Assal spricht nicht für die SPD!

Auch Weishäupl hält dagegen: Kein Volksfest der Welt habe so einen hohen Sicherheitsstandard wie die Wiesn. Die Retter seien immer blitzschnell vor Ort. „Ich sage immer: Wenn ich einen Herzanfall bekomme, dann auf der Wiesn …“

David Costanzo

Quelle: Oktoberfest live

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