Bischof Mixa Opfer einer Intrige?

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Augsburg - Der vor fünf Wochen zurückgetretene Bischof Walter Mixa soll Opfer einer Kirchen-Intrige geworden sein. Er war fälschlich des sexuellen Missbrauchs bezichtigt worden.

Die Gerüchteküche brodelt. Eine Zeitung behauptet, der Rücktritt von Bischof Walter Mixa sei über eine Intrige erzwungen worden!

Mixa hatte nach Missbrauchsvorwürfen seinen Rücktritt eingereicht. Sieben Tage nach Bekanntwerden dieser Vorwürfe gegen den Bischof hatte die Staatsanwaltschaft erklärt, die Beschuldigungen entbehrten jeder Substanz.

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Ein bedauerliches Versehen? Nein, schreibt die Welt am Sonntag: "Nach genauer Rekonstruktion der Vorgänge ergibt sich ein anderes Bild. Der Augsburger Bischof ist nicht das Opfer eines Irrtums geworden, sondern zumindest eines von Übereifer und Verantwortungslosigkeit. Mehr noch spricht allerdings für eine kunstvoll geschmiedete Intrige." Die Zeutung habe nach eigenen Angaben "Akten der Staatsanwaltschaft eingesehen" und kam zu dem Schluss:"In der Gesamtschau entsteht ein Kirchen-Krimi, in dem höchste katholische Würdenträger mitgewirkt haben."

Das Bistum wies inzwischen zurück, Mixa sei das Opfer einer kircheninternen Intrige geworden und äußerte sich erstmals zu den näheren Umständen des Rücktritts.

Weihbischof Anton Losinger berichtete in der "Augsburger Allgemeinen" über den Ablauf des Rücktritts: Die Mitglieder der Bistumsleitung hätten Mixa am 21. April mit dem massiven Vertrauensverlust in der Diözese konfrontiert, mit dem enormen Anstieg der Kirchenaustritte und damit, dass selbst standfeste Stadtpfarrer Mixa in ihren Sonntagspredigten Lügen vorgeworfen hatten. Der Bischof habe daraufhin gesagt: "Wenn das so ist, müsste ich ja zurücktreten", zitierte Losinger den Bischof. "Und niemand hat ihm davon abgeraten."

Mixa hatte am Samstagabend wieder seine Wohnung im Augsburger Bischofspalais bezogen. Sein Augsburger Rechtsanwalt sagte der "Augsburger Allgemeinen", wie lange Mixa bleiben werde, sei seine Entscheidung: "Er wohnt nach wie vor hier, zelten kann er nicht."

In Augsburger Kirchenkreisen wurde Mixas Rückkehr als Akt der Anmaßung empfunden, wie ein hochrangiger Bistumsvertreter der Zeitung sagte. Als emeritierter Bischof habe Mixa kein Hausrecht mehr und müsse sich die Erlaubnis des Diözesanadministrators Weihbischof Josef Grünwald einholen. Es sei unklar ist, ob dies bereits erfolgt sei.

Mixa hatte am 21. April nach Prügel- und Untreuevorwürfen bei Papst Benedikt XVI. um seine Entlassung gebeten, die offiziell am 8. Mai angenommen wurde. Vorermittlungen zu Missbrauchsvorwürfen hat die Staatsanwaltschaft eingestellt, die Prügelvorwürfe aus seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen bestehen weiter.

dpa/re

Quelle: rosenheim24.de

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