Pfarrer H.: Missbrauch auch in Garching? 

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Garching/Alz - Pfarrer H. hat sich möglicherweise doch auch an einem Kind oder Jugendlichen in Garching/Alz vergriffen. Erzbischof Reinhard Marx hat ihn jetzt anzeigen lassen.

"Gegen den bereits suspendierten Priester H. liegt ein neuer Missbrauchsvorwurf vor. Nach einem Gespräch des Missbrauchsbeauftragten der Erzdiözese München und Freising, Monsignore Siegfried Kneißl, mit dem möglichen Opfer hat das Erzbischöfliche Ordinariat den Fall an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

Der fragliche Missbrauch soll sich im Jahr 1998 abgespielt haben – also zu der Zeit, in der H. als Pfarradministrator in Garching/Alz tätig war. Der Fall ist noch nicht verjährt, das mögliche Opfer war zu dem Zeitpunkt minderjährig. Nähere Angaben zu dem Fall sind der Staatsanwaltschaft vorbehalten."

(Pressemitteilung des Erzbischöflichen Ordinariats München)

Pfarrer H. soll übrigens schnellstmöglich in seine Heimatdiözese, nach Essen, zurückkehren. Das ist der ausdrückliche Wunsch der Erzdiözese München-Freising.  Diese hatte ihn 1980 aufgenommen.

Chronologie der Missbrauchsfälle:

Chronologie der Missbrauchsfälle

Derzeit wohnt H. - nach einem Bericht von merkur-online.de - noch im Pfarrhof von Maria Himmelfahrt in Bad Tölz und traut sich kaum vor die Tür. „Ein unmöglicher Zustand“, wie Bernhard Kellner, Pressesprecher der Erzdiözese einräumt.

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Auf Anfrage sagte er auch, dass das Ordinariat H. nach seiner Suspendierung vor zwölf Tagen „alle möglichen Hilfen“ angeboten habe, etwa durch die Priester-Seelsorge. „Mit Herrn H. wurde ausführlich gesprochen, er hat aber keine Hilfe angenommen.“ Eine Rückkehr in den Kirchendienst ist dem pädophilen Geistlichen in jedem Fall verwehrt. Die Diözese Essen hatte ihn nämlich nur zwei Stunden nach seiner Suspendierung in den Ruhestand versetzt. Freie Kost und Logis stehen ihm lebenslang zu.

Laut einem Bericht der Münchner „tz“ soll inzwischen in Garching/Alz, an H.s früherer Arbeitsstätte, in einem konkreten Missbrauchsfall ermittelt werden. Kellner, der dazu nichts sagte, ist überzeugt: „Wir befinden uns in einem dynamischen Prozess. Da kommt jetzt immer wieder was Neues.“

Erzbischof Reinhard Marx und das Ordinariat halten an der „Null-Toleranz“-Linie fest: „Den Opfern soll Gerechtigkeit widerfahren.“

Bürgermeister zu keiner Stellungnahme bereit

Garchings Bürgermeister Wolfgang Reichenwallner war zwischenzeitlich zu keiner Stellungnahme mehr bereit. An seiner Meinung habe sich nichts geändert, ließ er durch eine Sekretärin ausrichten - auch angesichts der neuen Missbrauchsfälle in Garching.

Weitere Informationen finden Sie auf merkur-online.de

Quelle: rosenheim24.de

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