Berufung: Schweinemast nahe jüdischem Friedhof

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Schweine gelten bei Juden als unrein.

Willmars - Im unterfränkischen Willmars soll nahe einem jüdischen Friedhof ein Schweinemastbetrieb errichtet werden. Unverständlich für Anwohner und gläubige Juden. Jetzt gehen die Gegner in Berufung.

Ein geplanter Schweinemastbetrieb in der Nähe eines jüdischen Friedhofs im unterfränkischen Willmars beschäftigt weiter die Juristen. Wie der Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern, Josef Schuster, am Dienstag in Würzburg sagte, soll nun der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in München eingeschaltet werden. Der Verband will die sogenannte Berufungszulassung beantragen und verhindern, dass der Mastbetrieb errichtet wird.

Das Verwaltungsgericht Würzburg hatte am 19. Oktober entschieden, dass der für 1000 Tiere geplante Schweinemastbetrieb an der bayerisch-thüringischen Grenze im Landkreis Rhön-Grabfeld gebaut werden darf. Dagegen hatten die Israelitische Kultusgemeinde, die Gemeinden Nordheim v. d. Rhön und Willmars, der Wasserzweckverband Willmarser Gruppe sowie ein Waldbesitzer geklagt.

Nach Ansicht des Landesverbands der Israelitischen Kultusgemeinden ist ein Schweinemastbetrieb in der Nähe des Friedhofs nicht mit dem jüdischen Glauben zu vereinbaren. Ein jüdischer Friedhof sei für jeden Juden ein heiliger Ort. Schweine dagegen gelten in der jüdischen Tradition als unrein. Der Friedhof, rund 150 Meter von den geplanten Stallungen entfernt, stammt aus dem 18. Jahrhundert. Ebenso wie die anderen Kläger befürchtet auch die Kultusgemeinde eine massive Geruchsbelästigung durch die Tiermast.

dpa

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