Abbrucharbeiten ab Anfang April – Abschluss Ende 2019 in Bernau

Der Startschuss für das Chiemseehospiz ist gefallen

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Bad Reichenhall – Die Abbrucharbeiten beginnen nächste Woche, Ende 2019 soll es bereits fertig sein: Über den aktuellen Stand der Dinge beim Chiemseehospiz in Bernau informierte Kreiskämmerin Nicole Fegg und Günther Pfaffeneder, der Vorstand des geplanten Kommunalunternehmens, während der Kreistagssitzung in Reichenhall. Ab Anfang April beginnen die Abbrucharbeiten des noch bestehenden Gebäudes. Ende 2019 soll das Chiemseehospiz baulich fertiggestellt sein. Die Kosten: 6,1 Millionen Euro.

Zusammen mit den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und der Stadt Rosenheim beteiligt sich der Landkreis an der Errichtung eines Kommunalunternehmens, eines stationären Hospizes in Bernau am Chiemsee, das im Januar vergangenen Jahres rechtswirksam gegründet worden war.Der vom Landkreis Berchtesgadener Land eingebrachte Stammkapitalanteil beträgt 52,32 Millionen Euro beziehungsweise 17,4 Prozent. 

Der vom Landkreis künftig zu übernehmende jährliche Verlustausgleich ist bisher mit rund 50.000 Euro kalkuliert. Für das Chiemseehospiz wurde ein Beirat gegründet, dem der Hospizverein Berchtesgadener Land, die Hospiz-Gruppe Prien und Umgebung, der Jakobus Hospizverein Rosenheim sowie das Netzwerk Hospiz Südostbayern angehören. 

Außerdem wurde ein Förderverein für das Chiemseehospiz gegründet, dem neben den erwähnten Vereinen auch der Landkreis Berchtesgadener Land, der Landkreis Rosenheim, Traunstein, die Stadt Rosenheim sowie die Caritas Traunstein angehören und dessen Vorsitzender Landtagspräsident a.D. Alois Glück ist, so Nicole Fegg. 

Erb-Pacht-Vertrag über 65 Jahre

Günther Pfaffeneder sagte, dass es mehrere Architektenentwürfe gegeben habe. Das Grundstück in Bernau sei innerhalb eines Erbpachtvertrages über 65 Jahre vom Finanzministerium angeboten worden. „Landrat Grabner hat die Gespräche geführt.“ Nach den 65 Jahren existiert eine Verlängerungsmöglichkeit von weiteren 30 Jahren. Pro Bewohnerplatz gebe es maximal 10000 Euro an Fördergeldern. Außerdem habe es bereits mehrere Gespräche mit verschiedenen Stiftungen gegeben. „Wir haben schon im Vorfeld eine erhebliche Summe an Spendenmitteln bekommen“, informierte Pfaffeneder. 

Spendenaktion spült Geld in die Kasse

Bei einem großen Spendenaktion waren allein 600.000 Euro zusammengekommen. Bereits am 3. April sollen die Abbrucharbeiten des noch bestehenden Gebäudes beginnen. „Es muss jetzt alles sehr schnell gehen“, so Pfaffeneder, der mitteilte, dass bereits ein Bauausschuss eingerichtet worden sei.Das Grundstück, auf dem der Bau entsteht, ist rund 2.200 Quadratmeter groß, samt „tollem Bergblick“, so Pfaffeneder. Alle Bewohnerzimmer befinden sich auf der Süd- und Westseite. Viel Wert habe man darauf gelegt, dass es helle Flure gebe und die Bewohner, die auf das Sterben vorbereitet werden, einen „schönen Ausblick auf die Landschaft genießen können.“ 

Umfangreiches Gesamtkonzept

Neben einem Pflege- wird es auch einen Essbereich geben, darüber hinaus einen Raum der Stille, der als Meditationsraum dienen soll und in dem Verabschiedungen stattfinden sollen. Alle Bewohnerzimmer werden in einem Flachbau untergebracht. „Das war uns besonders wichtig.“ Die Bewohner hätten künftig die Möglichkeit, „ihre Betten so zu stellen, wie sie es sich wünschen“, so Pfaffeneder. Die Nutzungsfläche beträgt insgesamt 1.130 Quadratmeter, wobei man auch darauf geachtet habe, dass es einen atmosphärischen Innenhof geben soll, der genutzt werden kann. 

Das Gesamtkonzept des 6,1 Millionen Euro teuren Baus orientiert sich an Naturprodukten. So soll etwa viel Holz und Stein verbaut werden. Die Bauarbeiten sollen Anfang Oktober diesen Jahres starten. Mitte Dezember 2019 sollen die Arbeiten abgeschlossen werden und das Chiemseehospiz eröffnet werden. Landrat Georg Grabner wies zum Abschluss auf die Wichtigkeit des Projektes hin. „Menschen, die am Ende ihres Lebens stehen und niemanden mehr haben, brauchen unsere Unterstützung.“ 

Kilian Pfeiffer

Quelle: rosenheim24.de

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