Sorgen und Verunsicherung bei unseren Lesern

Coronavirus: Wann wird man getestet? Wann muss man in Quarantäne?

Landkreis Altötting – In der Bevölkerung ist derzeit viel Verunsicherung zu spüren: Wann wird man getestet? Wann muss man in Quarantäne? innsalzach24.de klärt auf.

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In letzter Zeit erreichen uns immer wieder Nachrichten und Fragen zum Thema Coronavirus. Viele davon schildern uns von ihren Fällen und Sorgen. So auch ein Leser aus Garching: „Wir haben im Bekanntenkreis einen Coronafall, der im Krankenhaus in Mühldorf liegt und mittlerweile künstlich beatmet wird. Ich habe bis jetzt in den Medien und auch von unserer Regierung gehört, dass alle Kontaktpersonen - wenn möglich - ermittelt und auf Corona getestet werden. Von unserem Gesundheitsamt Altötting kommt lediglich die Aussage, dass sich direkte Kontaktpersonen weder zwingend in Quarantäne begeben müssen, also ihr ganz normales Leben weiterführen sollen! Noch werde man auf Corona getestet, wenn keine eindeutigen Anzeichen vorhanden sind! Für mich ist so ein Handeln unseres Gesundheitsamtes nicht nachvollziehbar.“


Doch nach welchen Kriterien arbeitet das Gesundheitsamt? Markus Huber, Pressesprecher Landratsamt Altötting, verweist in diesem Fall auf das Robert-Koch-Institut (RKI), an die sich die Mitarbeiter halten. Auf der Internetseite werden die häufigsten Fragen beantwortet, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestellt werden. Das RKI gibt folgende Empfehlung, wann jemand getestet werden soll. 

Laboruntersuchungen auf SARS-CoV-2 sollten veranlasst werden, wenn:

  • ein Patient Krankheitsanzeichen hat und innerhalb der vergangenen 14 Tage Kontakt mit einer infizierten Person hatte.
  • ein Patient Krankheitsanzeichen hat und innerhalb der vergangenen 14 Tage in einem Risikogebiet oder besonders betroffenen Gebiet war.
  • ein Patient Krankheitsanzeichen hat und innerhalb der vergangenen 14 Tage in einem Gebiet war, in dem COVID-19-Fälle vorkommen, das aber noch nicht als Risikogebiet gilt.
  • ein Patient Hinweise auf eine virale Pneumonie (Lungenentzündung) ohne Alternativdiagnose zeigt.

Krankheitsanzeichen können zum Beispiel Halsentzündung, Husten, Heiserkeit oder Atemnot sein.

Das RKI schreibt außerdem auf seiner Internetseite: "Eine Labordiagnose sollte nur bei Krankheitszeichen durchgeführt werden zur Klärung der Ursache. Wenn man gesund ist, sich aber noch in der Inkubationszeit befindet (kann bis zu 14 Tage betragen), sagt ein negativer Test auf COVID-19 nichts darüber aus, ob man nicht doch noch krank werden kann. Zudem würden damit die Laborkapazitäten unnötig belastet."

„Das Gesundheitsamt führt so viele Tests als nötig durch und hält sich damit an die Vorgaben des RKI“, erläutert Huber. Eine genaue Anzahl nannte das Landratsamt Altötting auf Nachfrage nicht.

Ebenso gibt das RKI Informationen, wann man sich in Quarantäne begeben muss:

Wenn ein hohes Risiko besteht, dass man sich angesteckt hat:

  • wenn man innerhalb der letzten zwei Wochen engen Kontakt zu einem Erkrankten mit einer laborbestätigten COVID-19-Diagnose hatte. Ein wirklich enger Kontakt bedeutet entweder, dass man mindestens 15 Minuten mit dem Erkrankten gesprochen hat bzw. angehustet oder angeniest worden ist, während dieser ansteckend gewesen ist.
  • immer, wenn das Gesundheitsamt dies anordnet.

Nicht in Quarantäne muss man, wenn man:

  • innerhalb der letzten zwei Wochen im gleichen Raum mit einem Erkrankten mit einer COVID-19 Diagnose war, ohne einen engen Kontakt,
  • in einem Gebiet mit steigenden Fallzahlen von COVID-19 war,

da dann ein geringeres Risiko besteht, sich angesteckt zu haben.

Wer mit Menschen mit Vorerkrankungen arbeitet (Krankenhaus, Altenpflege etc.), sollte aber in jedem Fall seinen Betriebsarzt informieren. Und für alle gilt: tägliche Selbstkontrolle auf Krankheitszeichen. 

jz

Quelle: innsalzach24.de

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