So sah es am Wochenende aus

Ausflug in die Berge trotz Corona: Was ist erlaubt und was macht Sinn?

Landkreise - Seit über einer Woche gilt in Bayern zur Eindämmung der Corona-Pandemie eine Ausgangsbeschränkung. Sport und Berggehen ist aber erlaubt. Während die Behörden im Allgäu über die Unvernunft der Bürger verärgert sind, ziehen die Instanzen in unserer Region eine positive Zwischenbilanz. 

Neben dem Polizeipräsidium Oberbayern Süd, dem deutschen Alpenverein, den Bergwachten der Region hat auch das Bayerische Staatsministerium an die Bürger appelliert und von einem Ausflug in die Berge abgeraten: "Unter dem Aspekt des Gemeinwohls möchten wir Sie bitten, zu Hause zu bleiben bzw. Bewegung an der frischeren Luft in der unmittelbaren näheren Umgebung durchzuführen. Es wird dringend davon abgeraten, am Wochenende Ausflüge in die Berge zu unternehmen". Und es scheint so, als hätten sich die meisten im OVB24-Gebiet daran gehalten. 


Polizei und Bergwacht ziehen positive Bilanz

"Im östlichen Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, insbesondere im Landkreis Berchtesgadener Land, wurden keine nennenswerten An- und Abreisebewegungen festgestellt. Insgesamt konnte sowohl das Verkehrs- als auch das Personenaufkommen als schwach eingestuft werden. Im Landkreis Rosenheim waren vor allem die Ausflugsparkplätze im Gebiet der Chiemgauer Alpen zu Dreiviertel gefüllt. Die übrigen Ausflugsparkplätze wurden höchstens zur Hälfte genutzt", zog das Polizeipräsidium Oberbayern Süd Bilanz.

Auch die Bergwacht für die Region Chiemgau verzeichnete ein ruhiges Wochenende. "Wir haben kein Einsatz registriert", erklärte ein Mitarbeiter der Bergwacht im Gespräch mit chiemgau24.de. "Gott sei Dank respektieren sehr viele Menschen dieses Gebot."


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Bergehen erlaubt, aber...

Grundsätzlich stehe einer Bergtour nichts im Wege, "solange man alleine oder nur innerhalb der jeweiligen häuslichen Gemeinschaften unterwegs ist", unterstrich Pressesprecherin Caroline Hohensinn vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd im Gespräch mit rosenheim24.de.

Es sei allerdings immer eine "Interpretationssache": "Ein Ausflug wie zum Beispiel zur Hochries ist generell nicht verboten. Allerdings macht es keinen Sinn eine Ausgangsbeschränkung einzuführen, wenn dann 5.000 Menschen auf den selben Berg strömen." 

Besucher aus dem Münchner Raum

Vor allem Besucher aus dem Münchner Raum sieht Hohensinn kritisch. "Hier stellt sich die Frage, in wie weit das wirklich zur einfachen sportliche Aktivität zählt." Denn man dürfe die Wohnung ja auch nur mit einem triftigen Grund verlassen. 

Vor allem solle man einfache Bergtouren absolvieren und sich nicht unbedingt auf schwierige Routen bis hin zum Gipfel begeben. Das liegt auch dem deutschen Alpenverein und den regionalen Alpenvereine auf dem Herzen

„Dicht an dicht“ am Gipfelkreuz

Doch vor allem im Allgäu wurden die Vorgaben nicht eingehalten. In Oberstdorf stellte die Polizei "unzählige Wanderer und Skitourengeher" fest. "Vereinzelt reisten die Personen aus anderen Landkreisen an, um zu den Ausflugsorten zu gelangen. Ebenfalls wurde durch die Bergwacht mitgeteilt, dass sich vor allem im Bereich des Gipfelkreuzes Menschen dicht an dicht drängen und somit gegen die Abstandsregeln verstoßen."

Bergwacht und Alpenverein zeigen sich besorgt

Dabei provozieren zahlreiche Menschen so eine Verletzung und einen notwendigen Einsatz der Bergwachten. Dann werden nicht nur Einsatzkräfte gebunden, sondern auch "die Wahrscheinlichkeit, bei einem Einsatz mit Infizierten in Kontakt zu kommen, steigt", so die Bergwacht Bayern. In einem solchen Fall müssten dann alle beteiligten Rettungskräfte für zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Besonders der Ausfall eines Hubschrauberteams könnte katastrophale Folgen haben, da es hier auch keine unerschöpflichen Reserven gebe. 

Außerdem sei es nicht hilfreich, "wenn momentan Krankenhausbetten durch die Folgen von Freizeitunfällen wochenlang belegt sind. Auch Egoisten sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie selbst darunter leiden, wenn sie zufälligerweise selbst betroffen sind", betont die Bergwacht aus Sonthofen.

Die Gemeinde Oberstdorf hat inzwischen sämtliche Wanderwege gesperrt, auch alle Wanderparkplätze sind geschlossen.

Wichtig zu beachten: 

Das Niederlassen auf Wiesen, Parkbänken oder an Seen etc. ist übrigens nicht gestattet. Es ist hier zu unterscheiden, zwischen einer kurzen Verschnaufpause (die die wenigsten Menschen während eines Spaziergangs benötigen werden) oder einem "auf der Bank die Sonne genießen".

Deshalb auch unsere Bitte: Vermeiden Sie Ausflüge in den Bergen!

Wir schließen uns der Devise von Caroline Hohensinn, Pressesprecherin des Polizeipräsidium Oberbayern Süd, an: "Gemeinsam zusammenstehen und darauf hoffen, dass alles möglichst bald vorbei ist" 

mz

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Dominik Bartl

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